Am 22. Juni 2026 hat Innovationsminister Peter Hanke das sanierte Gründerzeithaus in der Fernkorngasse 41 in Wien-Favoriten besucht. Das Gebäude, das nun als Vorzeigeprojekt für klimafitte Altbausanierung gilt, ist ein echtes Leuchtturmprojekt, das zeigt, wie Altbauten nachhaltig modernisiert werden können. Der Besuch des Ministers unterstreicht die Bedeutung solcher Projekte in Zeiten des Klimawandels.

Das Gründerzeithaus wurde mit einer Förderung von 500.000 Euro aus der Initiative „Technologien und Innovationen für die klimaneutrale Stadt (TIKS)“ des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) unterstützt. Diese Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, innovative Technologien und Lösungen für die Anpassung an den Klimawandel in österreichischen Städten zu entwickeln. Und genau das hat das Projekt in Wien erreicht.

Innovative Technologien und nachhaltige Materialien

Eine der zentralen Innovationen des Projekts ist die Rückgewinnung von Wärme aus Duschabwasser, die erstmals flächendeckend in allen Wohnungen umgesetzt wurde. Durch diese Maßnahme kann der Energiebedarf für Warmwasser um 30 bis 40 Prozent reduziert werden. Das ist nicht nur effizient, sondern auch umweltfreundlich.

Das Gebäude nutzt zudem nachhaltige Materialien wie Strohdämmung und Glaskugelputz. Auch Schafwolldämmung und Strohputzträgerplatten wurden verwendet, was das ökologische Konzept des Projekts unterstreicht. Eine Kombination aus einem Geothermiekonzept mit sechs Tiefensonden und Wärmepumpen sorgt dafür, dass das Gebäude fossilfrei mit Energie versorgt wird. Besonders bemerkenswert ist, dass vier Tiefensonden auf öffentlichem Grund installiert wurden, was neue Nutzungsmöglichkeiten für Erdwärme im urbanen Raum eröffnet.

Erneuerbare Energien und komfortables Wohnen

Die Integration einer Photovoltaikanlage und das Konzept der Wärmerückgewinnung schaffen ein erneuerbares Energiesystem, das den Heizwärmebedarf des Gebäudes um beeindruckende 78 Prozent reduziert. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern sorgt auch für einen hohen Wohnkomfort. Außenliegender Sonnenschutz und eine passive Kühlung über Fußbodenheizung tragen dazu bei, dass die Bewohner sich rundum wohlfühlen können.

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Das Projekt wird als Beispiel für die gelungene Verbindung von Denkmal- und Klimaschutz gewürdigt. Es zeigt, dass es möglich ist, leistbaren Wohnraum mit hoher Wohnqualität für zukünftige Generationen zu schaffen. Die Projektleiterin und der Architekt betonen den Innovationscharakter und die ressourcenschonenden Ansätze, die hier zur Anwendung kommen.

Nachhaltigkeit im Bauwesen

Doch was bedeutet nachhaltiges Bauen eigentlich? Laut dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist nachhaltiges Handeln eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es geht darum, die Belastungsgrenzen der Erde zu berücksichtigen und gleichzeitig Gerechtigkeit für zukünftige Generationen zu schaffen. Das Bauwesen spielt dabei eine entscheidende Rolle, da es einen erheblichen Teil der Ressourcennutzung und Emissionen ausmacht.

In Deutschland beispielsweise verfolgt man das Ziel, bis 2045 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Wichtige Aspekte sind dabei der Erhalt der Biodiversität, Ressourcenschonung und die Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Außerdem wird auf die Einhaltung von Menschenrechten in der Lieferkette geachtet. Instrumente wie das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) und das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) fördern nachhaltige Entwicklungen im Bau- und Gebäudebereich.

Das Gründerzeithaus in Wien-Favoriten zeigt eindrucksvoll, wie moderne Technologien und nachhaltige Materialien in der Sanierung historischer Gebäude eingesetzt werden können. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die Herausforderungen des Klimawandels anzugehen und gleichzeitig den Wohnkomfort zu erhöhen. Ein mutiger Schritt, der Schule machen könnte – und hoffentlich auch wird!

Für weitere Informationen zu diesem Thema und den Förderprogrammen lohnt sich ein Blick auf die offizielle Pressemitteilung.

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