Heute ist der 15.06.2026 und die Nachrichten aus Wien-Favoriten bringen wieder einmal ein beunruhigendes Thema auf den Tisch. Die Staatsanwaltschaft Wien hat Anklage gegen ein Mitglied der rechtsextremen Hooligan-Gruppe „Unsterblich Wien“ erhoben. Der 41-Jährige, der als enger Vertrauter des verurteilten Neonazis Gottfried Küssel gilt, steht wegen Verstößen gegen das Verbotsgesetz im Fokus der Ermittler. Die Anklage wirft ihm nicht nur das Tragen von nationalsozialistischer Symbolik vor, sondern auch den Besitz von NS-Propagandamaterial und einen Verstoß gegen das Waffengesetz.

Die Ermittlungen gegen „Unsterblich Wien“ hatten ihren Anfang genommen, als die Gruppe in der Öffentlichkeit mit Lederkutten auftrat, die stilisierte NS-Symbole trugen. Besonders brisant wurde es, als der Angeklagte im März 2022 bei einem Auswärtsspiel der Wiener Austria in einer Kutte auftrat, die einen Totenkopf der SS-Division „Totenkopf“ zeigte und eine Fahne, die der Reichskriegsflagge nachempfunden war. Dies stellte einen klaren Verstoß gegen das Verbotsgesetz dar. Bereits im November 2022 war er wegen eines ähnlichen Verstoßes verurteilt worden, doch das schien ihn nicht abzuhalten, weiterhin mit solcher Symbolik aufzutreten.

Hausdurchsuchungen und sichergestellte Beweise

Im September 2023 kam es zu einer großangelegten Aktion, bei der die Polizei bei 13 Verdächtigen Hausdurchsuchungen in Wien und Niederösterreich durchführte. Dabei wurden zahlreiche NS-Devotionalien sichergestellt, darunter CDs mit nationalsozialistischen Songtexten und ein verbotenes Messer. Das Messer hatte eine Gesamtlänge von 18 cm und eine Klingenlänge von 8 cm – ein gefährliches Utensil, das in den falschen Händen nichts Gutes zu bedeuten hat. Der Angeklagte selbst verweigerte im Ermittlungsverfahren die Aussage, was die Sache nicht einfacher macht.

Die Gruppe „Unsterblich Wien“ wurde im Jahr 2013 von Austria Wien ausgeschlossen und hat seither mit Stadionverboten zu kämpfen. Ihre Verbindungen zu neonazistischen Hooligans in Europa, insbesondere in Bratislava und Brno, werfen ein weiteres schlechtes Licht auf die Aktivitäten dieser Gruppe. Ein Netzwerk, das offenbar weit über die Grenzen Österreichs hinausreicht und auf eine besorgniserregende internationale Dimension des Rechtsextremismus hinweist.

Rechtsextremismus in Österreich – Ein wachsendes Problem

Diese Entwicklungen sind nicht isoliert zu betrachten. Ein Bericht über den Rechtsextremismus in Österreich, der für 2024 veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Zahl rechtsextremistischer Straftaten auf einem Rekordhoch ist – ein Anstieg um 23 % im Vergleich zu den Vorjahren. Im Jahr 2024 wurden 1.486 rechtsextremistische Tathandlungen registriert, wobei annähernd zwei Drittel der Delikte nach dem Verbotsgesetz verfolgt werden. Besonders auffällig ist, dass über 90 % der Beschuldigten männlich sind und etwa 20 % Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren ausmachen. Dies lässt auf eine alarmierende gesellschaftliche Entwicklung schließen.

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Die Zivilgesellschaft hat bereits begonnen, Meldestellen einzurichten, die Korrelationen zwischen Rassismus, Antisemitismus und den Wahlkämpfen aufzeigen. Auch die Bildung spielt eine Rolle, denn sie dämpft Antisemitismus, während die Teilnahme an Corona-Protesten mit höheren Antisemitismus-Werten korreliert. Der DÖW-Rechtsextremismus-Barometer 2024 zeigt, dass trotz der Mehrheit der Bevölkerung, die egalitär denkt, autoritäre Einstellungen verbreitet sind. Über 50 % befürworten sogar die „Remigration“ von Zugewanderten.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in Wien und ganz Österreich weiterentwickeln wird. Die Anklage gegen das Mitglied von „Unsterblich Wien“ ist nur die Spitze des Eisbergs in einem vielschichtigen Problem, das nicht nur die Behörden, sondern auch die Gesellschaft als Ganzes betrifft.

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