Heute ist der 21.04.2026. In Wien-Floridsdorf zeigt eine neue wissenschaftliche Studie, dass Frauen erheblich stärker von chronischen Lungenerkrankungen wie COPD betroffen sind als Männer. Laut dem Wiener Pneumologen Arschang Valipour ist die weibliche Lunge empfindlicher gegenüber Schadstoffbelastungen, insbesondere im jugendlichen Alter. Diese Erkenntnisse stammen aus einer umfassenden Analyse der nationalen US-Gesundheitsbefragung (NHIS), die Daten von 12.600 Frauen und 10.400 Männern umfasst. Die Ergebnisse sind alarmierend: 7,8 Prozent der Frauen leiden an COPD, während nur 6,5 Prozent der Männer betroffen sind.

Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt ist, dass fast 27 Prozent der Frauen angaben, nie Zigaretten geraucht zu haben, im Vergleich zu 14 Prozent der Männer. Auch wenn Raucherinnen oft von geringerem Zigarettenkonsum berichten, zeigen die Ergebnisse, dass Rauchen bei Frauen mehr Lungenschäden verursacht. Besonders besorgniserregend ist, dass COPD bei Frauen unter 60 Jahren und sogar bei Nichtraucherinnen häufiger auftritt als bei Männern. Dies führt dazu, dass Patientinnen mit COPD öfter Atemnot-Attacken haben und häufiger ins Krankenhaus müssen.

Steigende Lungenkrebshäufigkeit bei Frauen

Die Studie verdeutlicht auch die steigende Lungenkrebshäufigkeit bei Frauen, die zunehmend auch Nichtraucherinnen betrifft. Bei Frauen ist Lungenkrebs häufig auf spezifische Genmutationen zurückzuführen, was bei Männern seltener der Fall ist. Besonders alarmierend ist, dass Frauen unter 50 häufiger an Lungenkarzinomen erkranken als ihre männlichen Altersgenossen. In der medizinischen Versorgung gibt es zudem Benachteiligungen: Häufig wird bei Frauen seltener eine Lungenfunktionsprüfung durchgeführt, was zu Versäumnissen in der Therapie von Atemwegs- und Lungenerkrankungen führt.

Die Faktoren, die zu diesen Nachteilen führen, werden derzeit nicht ausreichend berücksichtigt und belasten die Gesundheit der betroffenen Frauen erheblich. Angesichts dieser Entwicklungen ist es wichtig, die Aufmerksamkeit auf die spezifischen Bedürfnisse von Frauen in der Lungenheilkunde zu lenken. Die WHO hat in einem neuen Bericht aufgezeigt, dass chronische Atemwegserkrankungen in der Europäischen Region erheblich unterdiagnostiziert und unzureichend behandelt werden.

Chronische Atemwegserkrankungen: Ein europäisches Problem

Insgesamt sind 81,7 Millionen Menschen in der Europäischen Region von chronischen Atemwegserkrankungen betroffen, wobei jährlich 6,8 Millionen neue Diagnosen gestellt werden. Diese Erkrankungen sind die sechsthäufigste Todesursache und verursachen jährlich Produktivitätsverluste von über 20 Milliarden US-Dollar. Besonders alarmierend ist, dass COPD für 80 Prozent der durch chronische Atemwegserkrankungen bedingten Todesfälle verantwortlich ist.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die WHO fordert Regierungen und das Gesundheitswesen auf, chronische Atemwegserkrankungen zu priorisieren und in die Gesundheitsversorgung zu integrieren. Fehlende diagnostische Möglichkeiten und Schulungen im Gesundheitswesen führen häufig zu Fehldiagnosen und verzögerten Überweisungen. Mit der bevorstehenden UN-Generalversammlung im September 2025 zur Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten steht ein wichtiger Schritt zur Veränderung an.

Für Frauen und ihre spezifischen Bedürfnisse in der Lungenheilkunde ist es essenziell, dass diese Problematik ernst genommen wird. Nur durch gezielte Maßnahmen und ein erhöhtes Bewusstsein kann die gesundheitliche Benachteiligung von Frauen in diesem Bereich angegangen werden.

Für mehr Informationen zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Rauchen auf Frauen und den aktuellen Stand der Forschung, lesen Sie die vollständige Studie in der Kleine Zeitung.

Zusätzlich können Sie den Bericht der WHO über chronische Atemwegserkrankungen auf der offiziellen Webseite einsehen: WHO/Europa.