In Wien-Floridsdorf brodelt es. Anwohner am Leopoldauer Platz sind alles andere als glücklich – und das aus gutem Grund. Die Wildtiersituation im Karl-Seidl-Park sorgt für Unmut, vor allem wegen der vielen Tauben, die hier federn und fliegen. Diese Tierchen werden von einer tierlieben Person gefüttert, was dramatische Folgen hat. Die Hinterlassenschaften der Vögel sind nicht nur auf den Dächern und Autos der Anwohner ein echtes Problem, sondern ziehen auch noch Ratten an. Das sorgt für ein ganz schön angespanntes Klima in der Nachbarschaft.
Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) hat sich der Sache angenommen und vor Ort die Situation begutachtet. Er äußerte, dass die bisherigen Maßnahmen zur Bekämpfung des Problems unzureichend waren. „Wir müssen handeln“, so Papai, und plant einen „Tauben- und Rattengipfel“, um mit den zuständigen Stellen der Stadt Wien Lösungen zu erarbeiten. Ein generelles Fütterungsverbot für Tauben und Ratten im Ortskern wird gefordert. Diese Idee kommt nicht von ungefähr – Berichte über ungeeignete Futterreste, wie Speck und Hundefutter, machen die Runde und zeigen, dass hier Handlungsbedarf besteht.
Rattenplage am Leopoldauer Platz
Der Leopoldauer Platz, einst als kleines Paradies am Stadtrand beschrieben, hat sich in ein Sorgenkind verwandelt. Anwohner berichten von großen Taubenschwärmen, die nicht nur die Luft verschmutzen, sondern auch ihre Umgebung. Und das ist nicht alles: Die Ratten sind durch das reichhaltige Nahrungsangebot angezogen worden. In den Grünflächen des Parks haben sich bereits Rattennester angesiedelt. Die Leute sorgen sich um ihre Hygiene und Gesundheit – und das ist mehr als verständlich.
Papai hat auch festgestellt, dass die aufgestellten Rattenboxen nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben. Die Stadtverwaltung steht hier vor einer echten Herausforderung. Die Forderung nach häufigeren Kontrollen durch die WasteWatcher, die zuständigen Kontrollorgane der Stadt, ist daher mehr als gerechtfertigt. Schließlich geht es hier um die Lebensqualität der Anwohner und die Sauberkeit des Parks.
Langfristige Lösungen gesucht
Um der Rattenplage effektiv zu begegnen, ist ein Umdenken notwendig. Städte weltweit haben seit Jahrzehnten Rattengift eingesetzt, doch das Problem bleibt oft bestehen. Das Umweltbundesamt hat dazu interessante Erkenntnisse veröffentlicht. Urbane Faktoren wie Klimawandel und Urbanisierung tragen zur Stabilität oder gar Zunahme der Rattenpopulation bei. Der Schlüssel zu einer langfristigen Lösung liegt im Entzug von Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten. Das bedeutet konkret: weniger Futter für Wildtiere und eine bessere Müllentsorgung.
Das Beispiel von Städten wie New York oder Tokio zeigt, dass mit einem koordinierten Vorgehen und der Zusammenarbeit von Stadtverwaltung und Bevölkerung die Rattenpopulation eindämmt werden kann. Die Kampagne „No food, no rats!“ zielt darauf ab, die Städte weniger attraktiv für Ratten zu machen. Wenn alle an einem Strang ziehen, könnte der Leopoldauer Platz vielleicht bald wieder zu dem idyllischen Ort werden, den die Anwohner sich wünschen.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der „Tauben- und Rattengipfel“ die erhofften Lösungen bringt. Bis dahin bleibt den Anwohnern nur, die Daumen zu drücken und auf Besserung zu hoffen. Denn eines ist klar: Die Situation muss sich ändern.
Mehr über die Hintergründe der Problematik und die Pläne der Bezirksvorstehung können Sie in dem Artikel von MeinBezirk nachlesen.
