In einem Innenhof eines Mehrparteienhauses im Stadtteil Gersthof in Währing hat sich ein Fuchs mit seinem Nachwuchs niedergelassen. Diese unerwartete Nachbarschaft sorgt für Aufregung unter den Anwohnern, da der Fuchs bereits zweimal den Kater eines Nachbarn, Rocky, attackiert und verletzt hat. Die Vorfälle haben Besorgnis ausgelöst, insbesondere über die Möglichkeit, dass der Fuchs auch Kinder angreifen könnte.
Der Fuchs lebt in einem verwilderten Garten und sucht auch die benachbarten, gepflegten Gärten auf. Ein fremder Schuh, der im verwilderten Garten gefunden wurde, deutet darauf hin, dass der Fuchs aktiv nach Futter sucht. Füchse haben in den letzten Jahren ihre Scheu vor Menschen abgelegt und werden in städtischen Gebieten häufig gefilmt. Ein Jungtier wurde kürzlich im Garten zurückgelassen, was zu nächtlichem Geheul führte, bis es schließlich zu seiner Familie zurückkehren konnte.
Rechtliche Rahmenbedingungen und Expertentipps
Auf der Website „Stadtwildtiere“ sind weitere Sichtungen von Füchsen in der Stadt dokumentiert. Diese Tiere gelten als „Kulturfolger“ und sind in Wien weit verbreitet, häufig durch menschliche Fütterung weniger scheu. Rechtlich betrachtet ist der Fuchs ein „herrenloses Gut“, was bedeutet, dass seine Vergrämung in die Verantwortung des Grundeigentümers fällt. Das Fangen oder Töten eines Fuchses ist jedoch nur für jagdausübungsberechtigte Grundeigentümer erlaubt.
Die Eigentümer des betroffenen Hauses wurden über die Situation informiert, eine Kontaktaufnahme war jedoch nicht möglich. Experten empfehlen, die Situation aufmerksam zu beobachten und bieten Unterstützung bei Vergrämungsmaßnahmen an. Die Sorge der Anwohner über die Füchse sollte im Kontext der städtischen Tierpopulation betrachtet werden, da Füchse eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen, indem sie die Population von Nagetieren wie Mäusen und Ratten kontrollieren.
Füchse in der Stadt – Ein komplexes Verhältnis
Füchse finden in städtischen Parks, Gärten und Grünanlagen Nahrung und Unterschlupf. Da natürliche Feinde in Städten kaum vorhanden sind, führt dies zu einem Anstieg der Fuchspopulation. Sie sind nicht nur auf lebende Beute angewiesen; Katzenfutter, Komposthaufen und Gelbe Säcke ziehen sie ebenfalls an. Diese Vertrautheit mit Menschen wird von einigen Anwohnern als problematisch angesehen, da nicht alle sich mit der Anwesenheit der Füchse wohlfühlen und einige sie sogar als Krankheitsüberträger betrachten.
Eva Lindenschmidt, Diplom-Biologin, erklärt, dass die Sorge über Füchse, die nicht sofort fliehen, oft unbegründet ist. VIER PFOTEN appelliert an die Bevölkerung, Füchse als wertvolle Mitbewohner zu betrachten. Die TIERART Wildtierstation kümmert sich um heimische Wildtiere wie Füchse, Dachse und Wildkatzen, und bietet ihnen nach medizinischer Versorgung ein neues Zuhause oder lässt sie wieder in die Wildnis zurückkehren.
In Anbetracht dieser Aspekte ist es wichtig, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Mensch und Tier in städtischen Gebieten zu fördern. Der Fuchs, als Teil des städtischen Ökosystems, verdient es, in seiner natürlichen Umgebung respektiert zu werden, auch wenn dies neue Herausforderungen für die Anwohner mit sich bringt. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem Artikel auf Kurier und auf VIER PFOTEN.