Im schönen Hietzing, wo Natur und Stadtleben aufeinandertreffen, gibt es aktuell einen heißen Diskussionspunkt: Im Napoleonwald soll ein neues Wohn- und Bürogebäude entstehen. Das klingt erst einmal nach einer modernen Entwicklung, aber die Sache hat einen Haken. Historische Dokumente legen nahe, dass Teile des Baugrundstücks möglicherweise auf Flächen eines Naturdenkmals liegen könnten. Und das sorgt für ordentlich Wirbel! Die Umweltinitiative sowie die Volksanwaltschaft sind sich einig: Hier könnte ein Bau nicht zulässig sein. Ein klarer Fall von „das passt nicht zusammen“, könnte man sagen.
Die Grenzen des Naturdenkmals wurden in der Nachkriegszeit festgelegt und es wird behauptet, dass die städtische Verwaltung diese in der aktuellen Planung nicht korrekt beachtet hat. Volksanwalt Christoph Luisser hat klargemacht, dass das Areal seit 1941 unter Schutz steht. Das bedeutet, dass die Stadt Wien gegen eigene Regeln verstößt, wenn sie die Baupläne weiterverfolgt. Die FPÖ Hietzing hat die Verantwortung der SPÖ-Regierung für diese Situation scharf kritisiert. Sie fordern Akutmaßnahmen, darunter eine zeitlich begrenzte Bausperre, um das geplante Gebäude mit seinen beeindruckenden Maßen von 61 Metern Länge, 12 Metern Höhe und 24 Metern Breite zu verhindern. Ein wirklich ambivalentes Vorhaben, oder?
Die Bedeutung von Naturdenkmälern
Naturdenkmale sind in Deutschland und Österreich geschützte Naturgebilde, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Schönheit oder Seltenheit einen besonderen Stellenwert haben. Sie können lebende Objekte wie Bäume oder Pflanzen oder unbelebte wie Felsen und Höhlen umfassen. In unserem Fall könnte das Areal im Napoleonwald genau in diese Kategorie fallen. Laut dem Bundesnaturschutzgesetz (§ 24 BNatSchG) sind diese Gebiete rechtsverbindlich festgelegt und dürfen nicht beschädigt oder verändert werden. Das sollte man sich gut überlegen, wenn es um Bauprojekte in sensiblen Gebieten geht!
In Österreich ist seit 1941 das Naturdenkmal Napoleonwald geschützt. Dieser Schutz steht auf der Kippe, wenn die Stadt Wien nicht die nötigen Vorkehrungen trifft. Und die FPÖ fordert nun nicht nur einen Stopp des Projekts, sondern auch eine umfassende Klärung, wie der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan von 2019 zustande kam. Man fragt sich schon, wie es zu solchen Entscheidungen kommt, die im Widerspruch zu den Schutzbestimmungen stehen.
Ein Aufruf zur Verantwortung
Der Gemeinderat wird aufgefordert, aktiv zu werden. Es ist an der Zeit, die Stimmen der Umweltinitiative und der Volksanwaltschaft zu hören. Es geht um mehr als nur ein Bauprojekt; hier stehen auch die Werte und die Erhaltung von Naturdenkmälern auf dem Spiel. Ein Naturdenkmal ist nicht nur ein schöner Ort zum Spazierengehen – es ist ein Teil unserer Kultur- und Naturgeschichte. Ein Erbe, das es zu bewahren gilt. Die Verantwortung liegt bei uns allen, und die Entscheidungen, die heute getroffen werden, haben Auswirkungen auf kommende Generationen. Ob das neue Gebäude nun kommt oder nicht, bleibt abzuwarten. Aber es ist klar, dass die Diskussionen um den Napoleonwald noch lange nicht zu Ende sind.