Heute ist der 1. Mai 2026, und ein Kapitel geht zu Ende. Marie Rötzer, die seit 2016 das Landestheater Niederösterreich in St. Pölten leitet, verabschiedet sich von ihrem Ensemble. Ihre Intendanz war geprägt von Kreativität und Engagement, und nun heißt es für sie, neue Wege zu gehen. Im Herbst wird sie als Direktorin des Theaters in der Josefstadt in Wien antreten.
Zum Abschied hat Rötzer eine ganz besondere Inszenierung auf die Beine gestellt: „Speed – Auf den letzten Metern“. Diese spannende Produktion, die am 30. April 2026 Premiere feierte, ist von dem bekannten Hollywood-Actionfilm „Speed“ aus dem Jahr 1994 inspiriert. In der Regie von Sarah Viktoria Frick und Martin Vischer, die auch auf der kleinen, freien Bühne Bronski & Grünberg in Wien inszeniert haben, erleben die Zuschauer eine aufregende Reise durch die niederösterreichische Pampa.
Die Inszenierung
Im Stück geht es um ein Schauspiel-Ensemble, das sich auf eine Gastspielreise begibt. Doch bevor der Bus des Unternehmens Nöbius Reisen abfahren kann, stellt sich heraus, dass der Busfahrer nicht aufzufinden ist. Und das ist nur der Beginn einer Reihe von Herausforderungen, die sich als echte Zerreißprobe für die Gruppe entpuppen. Nervosität macht sich breit, und die Vorstellung einer rechtzeitigen Ankunft scheint immer unrealistischer. Die Inszenierung selbst kombiniert Slapstick, Wortwitz und Physical Theatre und thematisiert Abschied, Teamgeist, Liebe und Tod. Es ist eine wehmütige, humorvolle Hommage an zehn Jahre Theaterarbeit unter Rötzers künstlerischer Leitung.
Die Handlung des Stücks ist ebenso einzigartig wie unterhaltsam. Der Bus, in dem das Ensemble unterwegs ist, fährt mit 30 km/h, während die Schauspieler selbst das Steuer übernehmen. Anhalten ist nicht möglich! Man könnte sagen, es ist eine „actionreich-entschleunigte“ Aufführung, die nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Schauspieler fordert. Die Inszenierung hat eine Dauer von 1 Stunde und 25 Minuten, ohne Pause – ein echter Marathon für alle Beteiligten!
Mitwirkende und Gestaltung
Die Mitwirkenden sind ein bunt gemischtes Ensemble: Tobias Artner, Caroline Baas, Marthe Lola Deutschmann, Sven Kaschte, Bettina Kerl, Julia Kreusch, Laura Laufenberg, Michael Scherff und Julian Tzschentke bringen die Charaktere zum Leben. Besondere musikalische Akzente setzt Bernhard Moshammer mit Live-Musik. Die Dramaturgie stammt von Thorben Meißner, während die Bühne von Giovanna Bolliger und die Kostüme von Anna Lechner gestaltet wurden.
Die Inszenierung wird als aufregende Reise durch die Welt des Theaters beschrieben, und sie trägt die Handschrift von Rötzers Vision. Es ist mehr als nur ein Stück – es ist ein Abschied mit einem Augenzwinkern, das gleichzeitig die Herausforderungen und Freuden des Theaters feiert. Die Altersempfehlung liegt bei ab 13 Jahren, was die tiefgründigen Themen und die humorvolle Aufarbeitung von ernsten Fragen unterstreicht.
Wer mehr über die Hintergründe und Details erfahren möchte, findet weitere Informationen in der Berichterstattung auf nachtkritik.de oder auf der Webseite des Landestheaters. Es ist eine Zeit des Wandels, und wir dürfen gespannt sein, was die Zukunft für das Theater in Österreich bereithält.