Heute ist der 29. April 2026, und im Theater in der Josefstadt wird es feierlich. Die Premiere des Stücks „Was für ein schönes Ende“ von Peter Turrini steht an. Ich habe die Generalprobe besucht und kann sagen, dass es eine wahrlich interessante Neuinterpretation eines älteren, nicht so erfolgreichen Werkes ist. Der Abend verspricht knapp eindreiviertel Stunden ohne Pause, in denen das Publikum mitgenommen wird in die Welt des alten Lorenzo Da Ponte.

Da Ponte, gespielt von Herbert Föttinger, ist der Protagonist und hat es nicht leicht. Dieser „Has been“ kämpft mit seiner Vergangenheit, die ihn als einstigen Höfling von Kaiser Joseph II. – der nicht der Kaiser von Österreich war – in die USA führte. In einer Zeit, in der sich Ruhm und Ansehen schneller verflüchtigen als der letzte Applaus, versucht Da Ponte, seine frühere Bedeutung und Reputation zurückzugewinnen. Dabei wird er von seiner Frau, Maria Köstlinger in der Rolle der Nancy Krahl, unterstützt, die ihm sowohl entgegentritt als auch Rückhalt gibt. Das ist eine interessante Dynamik, die die Geschichte bereichert.

Ein Ensemble voller Leben

Föttinger, der sich bald nach dieser Ära in Ägypten zurückziehen möchte, hat mit seiner Darstellung des Lorenzo Da Ponte einen echten Hingucker geschaffen. Raphael von Bargen spielt den Saloonbesitzer, und das Slapstick-Komiker-Paar sorgt zusätzlich für Lacher im Publikum. Marianne Nentwich, die als alte Dame auftritt, die sich an Da Ponte erinnert, bringt einen nostalgischen Touch in die Handlung.

Die Musik, die aus der Oper Don Giovanni stammt, wird in einer nicht chronologischen Reihenfolge eingespielt und verleiht dem Stück eine besondere Note. Turrini selbst beschreibt das Leben als eine „komische Katastrophe“ – eine Formulierung, die, ehrlich gesagt, das Wesen des Stücks perfekt einfängt. Man lacht und fühlt gleichzeitig mit Da Ponte, der in seinen Herausforderungen und Misserfolgen so menschlich wirkt.

Ein Abschied mit Stil

Diese Uraufführung ist zudem die letzte Premiere in der Ära von Herbert Föttinger, der über 20 Jahre lang das Theater in der Josefstadt geleitet hat. Unglaubliche 288 Produktionen während seiner Direktion, ein Drittel davon Ur- und Erstaufführungen! Das ist eine beeindruckende Bilanz. Peter Turrini, der sich seit Jahrzehnten mit dem wechselhaften Lebenslauf von Da Ponte beschäftigt, hat hier ein Stück geschaffen, das nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt.

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Wenn man darüber nachdenkt, beginnt das Leben von Lorenzo Da Ponte im jüdischen Ghetto Venedigs im Jahr 1749 und endet 1838 in den USA – ein Leben voller Höhen und Tiefen. Und genau diese Dualität spiegelt sich in der Aufführung wider. Es ist eine Einladung, über die eigene Vergänglichkeit und die Suche nach Bedeutung zu reflektieren, während man gleichzeitig im Lachen schwelgt.

Es bleibt abzuwarten, wie das Publikum auf diese neue Fassung reagiert. Ich bin sicher, dass die Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit, gepaart mit einem starken Ensemble, für einen unvergesslichen Abend sorgen wird. Und das Beste? Der Abend ist erst der Anfang – was für ein schönes Ende, könnte man sagen.

Weitere Informationen zur Premiere finden Sie auch auf Online Merker und Krone.at.