Helmut Lohner wird mit neuer Straße in Wien geehrt
In Wien-Grinzing wird ab morgen eine neue Straße eingeweiht, die den Namen eines der bekanntesten Schauspieler des Landes trägt: Helmut Lohner. Dies geschieht elf Jahre nach seinem Tod. Eine besondere Ehre, die nicht oft vergeben wird! Jährlich werden etwa 40 Straßen, Gassen und Plätze in der Stadt umbenannt oder neu benannt. Dabei handelt es sich meistens um verstorbene Persönlichkeiten, die mindestens ein Jahr tot sind und bemerkenswerte Verdienste erworben haben. Ein solcher Antrag muss im Bezirksamt gestellt und anschließend vom Kulturamt (MA 7) geprüft werden. In Lohners Fall hat Franz Luger, der oft mit ihm sprach, die Benennung beantragt.
Die Benennungen haben jedoch nicht nur mit den Verdiensten der Personen zu tun, sondern auch mit ihrer Verbindung zu Wien. Idealerweise hat die neue Adresse einen Bezug zur Wohn- oder Wirkungsstätte der geehrten Persönlichkeit. Man könnte sagen, dass die Stadt mit ihren Straßennamen Geschichten erzählt – Geschichten von Musikern, Künstlern, Wissenschaftlern und Persönlichkeiten aus der Politik. Beispiele wie die Hugo-Portisch-Gasse oder der Herbert-von-Karajan-Platz sind dafür perfekte Beispiele. In Liesing beispielsweise gibt es ein „Schauspielerinnenviertel“, das hinter den Kulissen der Film- und Theaterwelt eine Hommage an Romy Schneider, Elisabeth Bergner und Marisa Mell darstellt.
Eine umstrittene Benennung
Die Grünen haben sich gegen die Benennung des Helmut-Lohner-Wegs ausgesprochen, mit der Begründung, dass Lohner keine Frau ist. Dies wirft ein Licht auf die Geschlechterverteilung in der Benennung von Straßen in Wien. Nur 569 der insgesamt 4.563 Personen, nach denen Straßen benannt sind, sind Frauen. Das Missverhältnis wird von der Stadt erkannt, und es werden Anstrengungen unternommen, dieses Ungleichgewicht zu korrigieren. Lohners Witwe, Elisabeth Gürtler, äußerte sich jedoch positiv zur Benennung und meinte, dass ihr Mann sich darüber gefreut hätte.
Wien hat eine lange Tradition in der Benennung von Straßen, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich bezogen sich die Namen auf lokale Gegebenheiten, Heilige oder bedeutende Ereignisse. Straßen, Gassen und Plätze erzählen nicht nur von bekannten Persönlichkeiten, sondern auch von den Kriegen, die die Stadt durchlebt hat. Die Zeit des Nationalsozialismus hat viele Umbenennungen nach sich gezogen, wie die Jägerstätterstraße oder die Käthe-Leichter-Gasse, die an den Widerstand gegen das Regime erinnern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde versucht, die Spuren des Nationalsozialismus in der Stadt zu beseitigen und viele Verkehrsflächen wurden rück- und umbenannt.
Die Vielfalt der Straßennamen
Die Vielfalt der Straßennamen spiegelt sich nicht nur in den Persönlichkeiten wider, sondern auch in den Themen, die sie repräsentieren. In Wien finden sich Straßen, die nach berühmten Musikern benannt sind – über 300 gibt es davon. Auch Wissenschaftler, Architekten und Techniker haben ihren Platz auf den Straßenschildern. Das zeigt, wie wichtig diese Namen für das kulturelle Gedächtnis der Stadt sind. Auch wohltätige Personen und lokale Persönlichkeiten finden sich unter den Namensgebern. Die Stadt hat sich also eine Menge Gedanken gemacht, um die Straßen nicht nur nach Personen, sondern auch nach Themen oder gar historischen Begebenheiten zu benennen.
Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Benennungen in der Zukunft entwickeln werden. Die Stadt Wien hat sich dazu verpflichtet, die Geschlechterverteilung bei den Straßenbenennungen zu verbessern, und das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Mit der Benennung des Helmut-Lohner-Wegs wird nicht nur ein bedeutender Schauspieler geehrt, sondern auch eine Diskussion über Geschlechtergerechtigkeit in der Stadt angestoßen. In einer Stadt, die so reich an Geschichte und Kultur ist, gibt es immer noch viel zu erzählen und zu erkunden.
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