In einem Altbau in Wien-Josefstadt ist ein Konflikt zwischen Mietern und der Hausverwaltung entbrannt. Seit Jahren klagen die Mieter über hohe Rechnungen und fühlen sich von der Verwaltung hintergangen. Bereits zwei Mieter, die knapp 50 Jahre alt sind, haben in der Vergangenheit bei der Mietervereinigung Beschwerde eingelegt. Diese konnte für sie Rückzahlungen erwirken. In diesem Jahr haben fünf weitere Bewohner der Anlage Hilfe bei der Mietervereinigung angefragt, was auf die anhaltenden Probleme hinweist. Insgesamt hat die Mietervereinigung mehr als 13.000 Euro an zu viel bezahlten Betriebskosten für die Mieter erstritten (Quelle).
Eine Überprüfung der Jahre 2020 bis 2022 ergab, dass die Kosten für Versicherungen, Hausreinigung und andere Betriebskosten überhöht waren. Die Mieter erhielten recht, da die Hausverwaltung keine Versicherungspolizzen für einen Teil der Zeit vorlegen konnte. Die verrechneten Kosten wurden als überhöht gewertet, und es gab auch Probleme bei der Reinigung, wo die Mieter zu hohe Preise und eine unregelmäßige, mangelhafte Reinigung der Stiegenhäuser berichteten. Die Rückzahlungen an die Mieter variieren je nach Wohnungsgröße und bewegen sich zwischen 1.100 und 4.700 Euro.
Das Problem der fehlerhaften Abrechnungen
Ähnliche Problematiken gibt es auch in anderen Teilen Wiens, wie im Fall von Ernst und Wilhelm, die seit 2010 ihre Betriebskostenabrechnungen von der Mietervereinigung Wien (MVÖ) überprüfen lassen. Jährlich erhalten sie mehrere hundert Euro Rückzahlungen aufgrund fehlerhafter Abrechnungen. Viele Mieter in Österreich sind sich oft nicht bewusst, dass fehlerhafte Abrechnungen für Hausverwaltungen keine ernsthaften Konsequenzen haben. Nur Mieter, die gegen diese Abrechnungen vorgehen, erhalten Rückzahlungen; andere Mieter erfahren möglicherweise nicht von den Fehlern. In Wien-Döbling beispielsweise erhebt die gleiche Hausverwaltung seit 14 Jahren überhöhte Beträge in den Betriebskostenabrechnungen (Quelle).
Die häufigste Beanstandung betrifft überhöhte Verwaltungskosten, die gesetzlich gedeckelt sind. Rückforderungen der Mieter gestalten sich in der Regel unproblematisch, da die Hausverwaltung an außerbehördlichen Regelungen interessiert ist. Seit 2009 haben die Mieter insgesamt mehr als 17.000 Euro zurückerhalten. Die MVÖ empfiehlt Mietern, ihre Abrechnungen überprüfen zu lassen, wobei die Überprüfung für MVÖ-Mitglieder kostenfrei ist.
Betriebskosten im Mietrecht
Betriebskosten sind ein zentrales Thema für Mieter und Vermieter in Österreich. Neben dem Hauptmietzins fallen monatlich Kosten für Wasser, Müllabfuhr, Versicherungen und Hausverwaltung an. Das Mietrechtsgesetz (§ 21 MRG) enthält eine abschließende Liste zulässiger Betriebskosten. Vermieter, die zu viel verrechnen oder Mieter, die zu wenig prüfen, riskieren Nachzahlungen, Rückforderungen oder Streitigkeiten. In diesem Kontext ist es wichtig, dass Mieter ihre Abrechnungen regelmäßig prüfen lassen, um mögliche Fehler frühzeitig zu erkennen. Die rechtskonforme Gestaltung von Mietverträgen und Abrechnungen ist für Vermieter ebenfalls von Bedeutung (Quelle).
Die aktuellen Entwicklungen in Wien-Josefstadt und anderswo zeigen, wie wichtig es ist, als Mieter aktiv zu bleiben und seine Rechte in Bezug auf Betriebskosten wahrzunehmen. In der Vielzahl der Fälle, die die Mietervereinigung bearbeitet, wird deutlich, dass viele Mieter von Rückzahlungen profitieren können, wenn sie sich rechtzeitig zur Wehr setzen.