Heute ist der 29. April 2026, und der Welttanztag wird weltweit gefeiert. Dieser Tag, der im Jahr 1983 vom Internationalen Komitee des Tanzes des Internationalen Theater Instituts (ITI-UNESCO) ins Leben gerufen wurde, fällt auf den Geburtstag von Jean-Georges Noverre, dem Schöpfer des modernen Balletts. Noverre, der am Hof von Kaiserin Maria Theresia wirkte, hinterließ einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung des Tanzes in Österreich.
In Wien-Landstraße wird der Welttanztag im Kunst-Café mit einer besonderen künstlerischen Vermittlung zelebriert. Die Veranstaltung steht unter dem Titel „Mut zur Anmut – Tanzen am ungeraden Boden“ und lädt sowohl Kinder als auch Erwachsene ein, an der Tanzmatinee teilzunehmen. Hier wird Tanz als reflektierende und beziehungsorientierte Praxis betrachtet. Zu den Highlights der Matinee gehören ein Begrüßungsakt, praktische Tanzübungen und eine Lesung, die um 18:00 Uhr mit einer Präsentation endet. Für Reservierungen können Interessierte die E-Mail-Adresse kunstcafe.wien@gmail.com kontaktieren.
Ein Tag der Inspiration und Reflexion
Inspiration finden die Veranstalter nicht nur in der heimischen Tanzkultur, sondern auch in der Philosophie bedeutender Tanzkünstler wie Martha Graham und Anna Halprin. Graham’s Ansätze, die sich mit der Verbindung von Technik und Empfindung im Tanz beschäftigen, werden in der Veranstaltung aufgegriffen. Halprins Ideen zur Verbindung von Tanz mit Raum, Natur und Architektur bieten den Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Kreativität zu entfalten.
Ein weiterer Aspekt ist die Betonung von Anmut und Demut, die als zentrale Tugenden für den Tanz im Jahr 2026 hervorgehoben werden. Die unregelmäßigen Bewegungsformen, die im künstlerischen Konzept des Kunst-Cafés angesprochen werden, fördern nicht nur die Sensibilität, sondern auch die soziale Kompetenz der Teilnehmenden. Tanz wird hier als verkörperte Sprache und sichtbarer Atem präsentiert, die einen Dialog zwischen Innen und Außen schafft.
Globale Bedeutung des Tanzes
Der Welttanztag hat nicht nur in Österreich, sondern weltweit einen bedeutenden Stellenwert. Jährlich wird eine Botschaft einer bekannten Tanzpersönlichkeit veröffentlicht, die alle Tanzformen feiert und zur Förderung von Frieden und Freundschaft durch die universelle Sprache des Tanzes aufruft. Die Botschaft für 2025 ist bereits auf der Website www.international-dance-day.org verfügbar und unterstreicht die Wichtigkeit des Tanzes als Mittel zur Barriereüberwindung und zum Zusammenbringen von Menschen.
In der Schweiz werden seit 2009 Schnuppertanzworkshops für Schulen angeboten, die unter der Koordination von Lucía Baumgartner, Maja Brönnimann und Regula Mahler stehen. Diese Workshops sind für Schüler:innen ab der 3. Klasse bis zur 10. Klasse zugänglich und bieten einen Einblick in die Welt des Tanzes. Über 1600 Schulklassen haben bereits von diesen Angeboten profitiert und die Begeisterung für den Tanz weitergetragen.
Ein Blick in die Vergangenheit
Die Wurzeln des modernen Balletts sind tief in der Geschichte verankert, wie die Schriften von Noverre in seinen „Lettres sur la danse“ zeigen. Diese Briefe aus den Jahren 1760 und 1807 thematisieren unter anderem die Regeln der Ballettkomposition, die Ausdrucksweise im Tanz und die notwendige Ausbildung für Ballettmeister. Noverre plädierte für einen Tanz, der die Seele und die Gedanken des Tänzers widerspiegelt, und legte somit den Grundstein für das, was wir heute als modernen Tanz verstehen.
Der Welttanztag und die Feierlichkeiten in Wien erinnern uns daran, dass Tanz mehr ist als nur Bewegung – er ist eine Form der Kommunikation, die Herzen verbindet und die Seele berührt. Lassen Sie uns diesen besonderen Tag nutzen, um die Schönheit und Vielfalt des Tanzes zu feiern und gemeinsam in die faszinierende Welt der Bewegung einzutauchen.