Comeback der Pratersauna: Neue Ära für Wiens legendären Club
In einer überraschenden Wende wird die legendäre Pratersauna in Wien-Leopoldstadt, die einst als einer der bekanntesten Clubs der Stadt galt, eine neue Ära einläuten. Nikolaus Gutmann, Geschäftsführer von „edison“, hat die Initiative ergriffen und wird die Pratersauna bis September übernehmen. Die Pläne sind groß: Ein „Urban Pool Club“ soll entstehen, der von 10 bis 22 Uhr geöffnet ist und ausschließlich den Außenbereich nutzen wird. Das klingt nach einer aufregenden Wiederbelebung, nachdem das Konzept der Pratersauna in den letzten Jahren von finanziellen Schwierigkeiten und Rechtsstreitigkeiten geprägt war. Im Februar diesen Jahres war der Betrieb aufgrund von Verwüstungen und Gerüchten über neue Nutzungskonzepte nicht möglich. Die Eigentümerin, die Verena Thröni GmbH, blieb jedoch finanziell stabil und scheint bereit zu sein, das Ruder herumzureißen. Markus Plech, Geschäftsführer der Eigentümergesellschaft, äußerte sich optimistisch über die Neunutzung.
Die Pratersauna hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Ursprünglich 1965 als Sauna im Prater errichtet, wurde das Gebäude ab 2009 zu einem Club umgebaut, der nicht nur mehrere Floors, sondern auch einen Außenbereich mit Pool bot. In den letzten Jahren war die Pratersauna ein wichtiger Treffpunkt der internationalen elektronischen Musikszene. Doch in den letzten Monaten ging es steil bergab. Zwei der drei beteiligten Unternehmen, die Prater Nostra GmbH und die RHC Invest GmbH, gingen insolvent, während die Verena Thröni GmbH als Eigentümerin auf der finanziellen Seite stabil blieb. Die Prater Nostra GmbH war Unterpächterin der RHC Invest GmbH, die zum Firmengeflecht des Unternehmers Martin Ho gehört. Die Insolvenz der Prater Nostra am 21. Januar 2026 kam nicht überraschend, nachdem die Clubleitung seit Mitte Dezember ohne offizielle Erklärung stillgelegt war. Anhaltende Rechtsstreitigkeiten und finanzielle Unsicherheiten trugen zur Schließung bei, die die Planungssicherheit des Clubs beeinträchtigten.
Das Comeback der Pratersauna
Der Instagram-Account „edison_pratersauna“ kündigte am 23. Juli ein „neues Kapitel“ an. Die Rückkehr des Clubs ist ein Lichtblick für die Wiener Clubkultur, die in den letzten Jahren, besonders während der Pandemie, stark gelitten hat. Die Vienna Club Commission hat sogar einen Bericht veröffentlicht, der die Bedeutung der Clubkultur für die kulturelle Identität Wiens betont. Die Nachtwirtschaft beschäftigt rund 24.000 Menschen und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von einer Milliarde Euro. Das zeigt, wie wichtig solche Orte wie die Pratersauna für das städtische Leben sind.
Doch während die Vorfreude auf das Comeback wächst, bleibt ein mulmiges Gefühl. Die Pratersauna hatte bereits zuvor mit Problemen zu kämpfen, insbesondere nach der Festnahme von Martin Ho im Dezember 2025. Feministische Kollektive zogen sogar das geliehene Ton- und Licht-Equipment zurück, was den Weiterbetrieb und eine angekündigte Silvesterparty verhinderte. Ein Sprecher der Firmengruppe von Martin Ho erklärte, dass die Fläche künftig nicht mehr bespielt werde. Die geänderten Rahmenbedingungen haben das „Modell Clubbing“ an diesem Standort als beendet angesehen.
Die Pratersauna war mehr als nur ein Club; sie war ein Teil des Lebensgefühls in Wien. Mit ihrer Schließung verlor die Stadt einen prägnanten Ort des Nachtlebens, der auch international einen guten Ruf hatte. Es bleibt abzuwarten, ob das neue Konzept unter Gutmann tatsächlich fruchten kann und ob die Pratersauna wieder zu dem wird, was sie einmal war. Die Aufregung und die Erwartungen sind hoch, doch die Schatten der Vergangenheit liegen schwer auf den Schultern des neuen Betreibers.
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