Am 13. Mai 2026 wird Jazz Gitti, mit bürgerlichem Namen Martha Butbul, unglaubliche 80 Jahre alt. Ein Jubiläum, das nicht nur für sie selbst, sondern auch für die österreichische Musikszene von großer Bedeutung ist. In einem kürzlich geführten Interview, das in ihrem gemütlichen Zuhause in Leobendorf, Niederösterreich, stattfand, spricht sie über ihre große Liebe, gesundheitliche Wehwehchen und ihren beeindruckenden Lebensweg. Gitti, die in einem auffälligen Leoparden-Jumpsuit auftritt, strahlt eine bemerkenswerte Selbstsicherheit aus. An den Wänden ihres Wohnzimmers hängen zahlreiche Music-Awards und goldene Schallplatten, die von ihrer langen Karriere zeugen. Begleitet wird sie dabei von ihrem kleinen Mini-Malteser Georgina und zwei Tigerkatzen, die die Atmosphäre auflockern.

Jazz Gitti stammt ursprünglich aus Wien-Leopoldstadt, wo sie in behüteten Verhältnissen aufwuchs. Ihre Mutter, Jüdin, wurde durch ihren katholischen Vater vor der Deportation bewahrt. Nach dem Krieg betrieben ihre Eltern ein Konsum-Kaufhaus, das ihnen ein beachtliches Vermögen einbrachte. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Mit nur 14 Jahren verlor Gitti ihre Mutter an Diabetes, was sie in eine tiefe Trauer stürzte. Als sie ihren nach Israel ausgewanderten Onkel besuchte, sollte dies die Weichen für ihre Zukunft stellen.

Ein unkonventioneller Werdegang

Nach einem schwierigen Verhältnis zu ihrem Vater entschloss sich Gitti, Österreich zu verlassen. 1962 zog sie nach Haifa und arbeitete zunächst als Kellnerin, um über die Runden zu kommen. Ihr erster Ehemann war ein marokkanischer Jude, mit dem sie 1965 ihre Tochter Shlomit bekam, die heute als Schauspielerin und Sängerin bekannt ist. In Israel kämpfte Gitti gegen die Widrigkeiten des Lebens: Ihr Ehemann war spielsüchtig, und sie musste sich oft als Putzfrau durchschlagen. Einmal machte sie sogar eine Ausbildung zur Spezialköchin für Frachtschiffe, bevor sie als Eisverkäuferin jobbte. 1971 kehrte sie schließlich mit ihrer Tochter nach Österreich zurück und ließ sich scheiden.

Zurück in Wien arbeitete sie in verschiedenen Cafés, darunter das „Espresso Gitti“ ihres Vaters, und begann sich in der Musikszene einen Namen zu machen. Der Durchbruch kam 1974 mit der Eröffnung des „1. Wiener Jazz Heurigen“, wo sie als Sängerin auftrat und sich den Spitznamen „Jazz Gitti“ verdiente. Ihre musikalischen Evergreens, wie „A Wunda“ aus dem Jahr 1991, machten sie zu einer festen Größe im Austro-Pop. Gitti trat auch mit der Anarcho-Rock-Band Drahdiwaberl auf – eine Kombination, die man nicht oft sieht, aber genau das macht sie so einzigartig.

Ein Leben voller Farben und Melodien

Jazz Gitti hat sich nicht nur als Musikerin etabliert, sondern auch als Fernsehstar und Social-Media-Phänomen. Ihr typisches Markenzeichen? Eine große Goschn, die sie mit Humor und Charme in jeder Lebenslage zeigt. Es ist bewundernswert, wie sie mit ihrer inklusiven Lebensphilosophie Menschen unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung anspricht. In einer bald erscheinenden Dokumentation mit dem Titel „Jazz Gitti – Das Leben a Wunda“, die vom ORF produziert wird, wird ihr Werdegang in der Wiener Lokalszene und ihr Aufstieg zum Showstar behandelt. Diese Doku, die fast 50 Minuten dauert, verspricht spannende Einblicke und wird auch ihre Tochter Shlomit sowie Künstler wie Voodoo Jürgens zeigen, mit dem sie 2019 den Song „S’klane Glücksspiel“ aufgenommen hat.

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Jazz Gitti ist mehr als nur eine Sängerin. Sie ist ein Wiener Original, eine Figur, die Generationen von Menschen inspiriert hat. Ihre Musik, ihre Geschichten und ihr unerschütterlicher Geist sind ein Teil der österreichischen Kulturlandschaft – und das wird auch am 13. Mai gefeiert, wenn sie 80 Jahre alt wird. Ein Grund zum Feiern, für sie und für all die Menschen, die sie lieben und schätzen.

Für weitere Informationen und Einblicke in ihr Leben, können Sie die Quelle hier besuchen: Krone.at.