In der Walter-Jurmann-Gasse in Wien-Liesing ereignete sich in der Nacht auf Montag, den 20. April, ein beunruhigender Vorfall: Unbekannte Täter schlugen bei 15 Fahrzeugen die Seitenscheiben ein und hinterließen dabei einen Schaden in Höhe von mehreren tausend Euro. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass aus mindestens einem der Fahrzeuge eine Bankkarte gestohlen wurde, mit der kurze Zeit später an einem Zigarettenautomaten bezahlt wurde. Die Scheiben wurden vermutlich mit einem Hammer eingeschlagen, und die Täter durchwühlten die Fahrzeuge auf der Suche nach Wertgegenständen. Anwohner berichten von weiteren Beschädigungen an Autos in der Umgebung, was die Lage zusätzlich angespannt hat. Die Verdächtigen sollen dem Jugendalter zugeordnet werden, was die Sorgen um die Jugendkriminalität in der Region verstärkt. Interessanterweise wurden vor kurzem in der Jettmargasse ebenfalls die Scheiben von sieben Autos eingeschlagen. Die Ermittlungen der Wiener Polizei sind im Gange, und eine Fahndung läuft (Quelle).

Die Problematik der Jugendkriminalität wird durch einen weiteren Vorfall in der gleichen Nacht verstärkt. Drei 13-jährige Burschen wurden beim Einbrechen in geparkte Autos ertappt. Diese Jungen stammen aus Belarus, Syrien und Rumänien und hatten es offenbar auf Bargeld und Bankomatkarten abgesehen. Eine 19-Jährige, die ein Familienmitglied der Täter ist, beobachtete um 0:50 Uhr, wie die Burschen das Auto ihrer Familie durchwühlten und alarmierte daraufhin ihren Vater. Dieser informierte die Polizei und folgte den flüchtenden Tätern. Die Polizei konnte die Burschen schließlich aufhalten und stellte Bargeld im dreistelligen Eurobereich sowie mehrere Bankomatkarten sicher. Ein Junge gestand, in der vergangenen Nacht mehrere Einbruchsdiebstähle begangen zu haben. Die anderen beiden äußerten sich nicht zu den Vorwürfen, was Fragen zur strafrechtlichen Verantwortung von Kindern unter 14 Jahren aufwirft (Quelle).

Hintergründe und Entwicklungen

Die steigende Zahl von Straftaten, die von Minderjährigen begangen werden, ist ein Thema, das in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus gerückt ist. Die Zahl der Anzeigen gegen 10- bis 14-Jährige ist von 6.311 im Jahr 2014 auf 9.730 im Jahr 2023 gestiegen. Dies hat zur Einrichtung einer interministeriellen Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Jugendkriminalität geführt, die am 7. März 2024 ins Leben gerufen wurde. Diese Gruppe, unter Leitung von Dieter Csefan, hat sich zum Ziel gesetzt, minderjährige Intensivtäter zu identifizieren, die bis zu 200 Straftaten begangen haben. In Wien werden jährlich etwa 500 Schüler wegen gewalttätigen Verhaltens suspendiert, und die Tendenz ist steigend.

Junge Täter haben oft keinen geregelten Tagesablauf und kehren nach Suspendierungen nicht in die Schule zurück. Des Weiteren gibt es Berichte über Jugendbanden, die um die Vorherrschaft in Parkanlagen kämpfen, und ethnisch motivierte Konflikte zwischen verschiedenen Gruppen. Auch die sozialen Medien und Chatgruppen scheinen die Gewaltspirale zu befeuern. Es ist zu beobachten, dass unter 14-Jährige häufig für kriminelle Aktivitäten wie Autoeinbrüche und Drogen-Transport eingesetzt werden. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind präventive Maßnahmen über das Strafrecht hinaus notwendig, um den Kreislauf der Kriminalität zu durchbrechen (Quelle).