Renaturierung des Liesingbachs: Ein Projekt für Mensch und Natur in Wien
Wien-Liesing ist nicht nur ein Stadtteil, sondern auch ein Ort, an dem Natur und Mensch sich immer wieder neu begegnen. Hier fließt der Liesingbach, ein Gewässer, das in den letzten Jahrzehnten schon einiges durchgemacht hat. Von dramatischen Ereignissen in den späten 1990er Jahren bis hin zu ambitionierten Renaturierungsprojekten – der Liesingbach hat eine bewegte Geschichte. So gab es beispielsweise im April 1997 eine wochenlange Suchaktion nach einem ertrunkenen siebenjährigen Mädchen, und ein Braunbär entkam aus dem Zirkus „Golden Globe“, um am Ufer des Liesingbachs gesichtet zu werden. Diese Erlebnisse sind Teil der lokalen Erinnerung und zeigen, wie lebendig und zugleich herausfordernd das Zusammenleben mit der Natur sein kann.
Die ersten Schritte zur Revitalisierung des Liesingbachs wurden bereits 1997 eingeleitet, als die Stadt Wien mit der Sanierung eines 800 Meter langen Abschnitts begann. Ziemlich bald darauf, im Jahr 1998, machten Volksschüler eine erfreuliche Entdeckung: Fluss- und Bachflohkrebse sowie Larven von Eintags- und Steinfliegen wurden gefunden. Das war ein deutliches Zeichen für die Verbesserung der Wasserqualität. Heute hat der Liesingbach sein steinernes Korsett abgelegt und wird nun von üppigen Grasböschungen und Bäumen gesäumt. Die geplante Fertigstellung der umfassenden Renaturierung ist für 2028 oder 2029 angesetzt, nachdem über 30 Jahre an der Verbesserung gearbeitet wurde. So eine lange Zeitspanne – das klingt fast nach einer Geduldsprobe!
Hochwasserschutz und ökologische Erneuerung
Das Projekt zur Renaturierung ist nicht nur ein ästhetisches Vorhaben, sondern auch eine wichtige Maßnahme für den Hochwasserschutz. Ein breiteres Flussbett, drei Rückhaltebecken und ein unterirdisches Speicherbecken, das Gelbe Haide, wurden geplant, um die Liesing auf 100-jährliches Hochwasser vorzubereiten. Die letzten Hochwasserereignisse, wie das im September 2024, haben gezeigt, dass die renaturierten Abschnitte stabil blieben. Das ist beruhigend zu wissen, denn schließlich wollen wir bei Hochwasser nicht immer gleich in Panik verfallen, oder? Die Stadt Wien investiert rund 67 Millionen Euro, während der Bund 18 Millionen Euro beisteuert. Ein stattliches Sümmchen, das sich jedoch in einem gesunden Ökosystem und einem attraktiven Naherholungsgebiet auszahlen wird.
Aktuell wird an der zweiten Hälfte des Liesingbachs gearbeitet, wobei 3,5 von 9,2 Kilometern bereits naturnah gestaltet sind. Die Baumaßnahmen erfolgen in verschiedenen Bauteilen, und derzeit wird an Bauteil 2 gearbeitet – das betrifft den Abschnitt vom Atzgersdorfer Platz bis zur Gutheil-Schoder-Gasse, mit weiteren Arbeiten bis 2027. Baubüros und Baustelleneinrichtungen sind in Alterlaa eingerichtet. Hier wird fleißig gewerkelt, während die Anwohner sich durch teilweise erforderliche Sperren und Umleitungen navigieren müssen. Aber hey, der Fortschritt kommt nicht ohne kleine Unannehmlichkeiten.
Die Rückkehr der Natur
Ein ganz besonders erfreulicher Aspekt der Renaturierung ist die Rückkehr von Tierarten wie Flusskrebs, Schmerling und Bachforelle. Das macht einfach glücklich! Die Natur findet ihren Weg zurück, und das Wasser wird wieder lebendig. Neue Regenwasserkanäle leiten das Wasser in Kläranlagen, sodass Mikroplastik und gefährliche Stoffe nicht mehr direkt in den Liesingbach gelangen. Das alles geschieht nicht einfach aus Zufall. Im Rahmen des Projekts wurden Maßnahmen wie der Einbau von Pendelstrecken im Gewässerlauf für variable Strömungsintensität und die Schaffung von Nebengerinnen und naturnahen Inseln als Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen umgesetzt. Das klingt fast nach einem kleinen Paradies für die heimische Flora und Fauna!
Die Planung und Durchführung der Renaturierung ziehen sich über viele Jahre, und oft erfordert es Geduld, bis ein Fließgewässer einen naturnahen Zustand erreicht. Es ist ein ganzheitlicher Prozess, der viele Akteure einbezieht und auf eine eigendynamische Entwicklung abzielt, statt alles sofort umzukrempeln. Der Liesingbach ist daher nicht nur ein Beispiel für Naturschutz, sondern auch ein wunderbares Erholungsgebiet mit Stadtwanderwegen und Radwegen entlang des Flusses. Hier können die Menschen die Natur genießen und gleichzeitig sehen, wie sich ihr Lebensraum zum Positiven verändert.
Die Renaturierung des Liesingbaches ist also nicht nur ein Projekt – sie ist ein wichtiges Stück Lebensqualität für die Menschen und die Natur in Wien. Wenn wir uns vor Augen führen, wie viel Zeit und Mühe in dieses Vorhaben gesteckt wurde, wird klar, dass der Erfolg der Renaturierung auch für die zukünftigen Generationen von Bedeutung ist. Mehr Informationen zu diesem spannenden Projekt gibt es übrigens in einem Artikel auf Die Presse und auf der Webseite der Stadt Wien unter wien.gv.at.
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