Benennung des namelosen Stegs in Wien-Margareten nach Amalie Seidel als Zeichen für Fortschritt und Anerkennung
Heute ist der 5.06.2026 und in Wien-Margareten gibt es Neuigkeiten, die viele Anwohner und Brückenliebhaber interessieren dürften. Der Steg, der seit 2015 die Bezirke Margareten und Mariahilf verbindet, ist bislang namenlos geblieben. Das klingt nach einem kleinen Detail, ist aber tatsächlich ein großes Thema, das die Gemüter erhitzt hat. Mehrere Versuche, diesem Steg einen offiziellen Namen zu geben, sind bisher gescheitert. Oft wird er als „Freundschaftssteg“ bezeichnet, doch offiziell heißt er nach wie vor nichts.
Die Schwierigkeiten bei der Namensgebung sind vielfältig. Es gab Probleme in der Koordination zwischen den beiden Bezirken, und auch die Suche nach geeigneten Personen für die Namensgebung stellte sich als herausfordernd heraus. Ein letzter Vorschlag, den Steg nach Amalie Seidel zu benennen, wurde von beiden Bezirksvertretungen unterstützt, scheiterte jedoch, da der Name zu ähnlich zum „Amalie-Seidel-Weg“ in Meidling klingt. Und jetzt gibt es einen neuen Vorschlag! Die Neos-Parteien in Margareten und Mariahilf schlagen vor, den Steg „Regenbogensteg“ zu benennen. Damit wollen sie die historische Bedeutung für die LGBTIQ-Community würdigen. Der Antrag muss allerdings noch von den Bezirksvertretungen angenommen werden – die Sitzung in Margareten ist am Dienstag, dem 16. Juni, und in Mariahilf am Donnerstag, dem 18. Juni.
Ein Schritt zur Benennung
Die Bezirksvertretung Margareten hat nun tatsächlich beschlossen, den Steg in Zukunft „Amalie-Seidel-Steg“ zu benennen. Bezirksvorsteher Michael Luxenberger hat betont, dass es in Wien doch eher ungewöhnlich ist, zehn Jahre ohne Namen für eine Verkehrsfläche zu sein. Es ist ein Zeichen dafür, dass die Initiative zur Namensgebung parteiübergreifend geschehen kann. Julia Fritz, die Klubobfrau der Grünen Margareten, unterstützt die Benennung nach Amalie Seidel und hebt die Bedeutung hervor, Verkehrsflächen nach Frauen zu benennen. Das ist wirklich eine willkommene Anerkennung!
Amalie Seidel war von 1876 bis 1952 eine herausragende sozialdemokratische Politikerin und Frauenrechtlerin. Ihre Arbeit für soziale Gerechtigkeit, Jugendfürsorge und die Rechte von Arbeiterinnen ist bis heute von großer Bedeutung. Sie organisierte den ersten Frauenstreik in Österreich und war von 1919 bis 1923 Gemeinderätin in Wien sowie von 1919 bis 1934 Abgeordnete zum Nationalrat. Ihr Wirken ist eng mit den Bezirken Mariahilf und Margareten verbunden. Die Benennung des Stegs nach ihr soll an diese Pionierin der österreichischen Frauenbewegung erinnern.
Nächste Schritte
Am 11. September hat die Bezirksvertretung Mariahilf einen gleichlautenden Antrag beschlossen. Nun liegt es an der Stadt Wien, die Benennung des Stegs in die Wege zu leiten. Ein Unterausschuss des Gemeinderats wird die endgültige Namensgebung entscheiden, sofern die Anträge angenommen werden. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Situation rund um diesen besonderen Steg entwickelt.
In einer Stadt wie Wien, wo Geschichte und Zukunft so eng miteinander verwoben sind, könnte die Benennung des Stegs nicht nur eine Frage des Namens sein, sondern auch ein Zeichen für Fortschritt und Anerkennung. So viel Geschichte steckt in diesen ein paar Metern Brücke! Und vielleicht wird der Steg bald nicht nur ein Verbindungselement zwischen zwei Bezirken sein, sondern auch ein Symbol für Gleichheit und Respekt.
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