Am Matzleinsdorfer Hochhaus in der Leopold-Rister-Gasse 5 hat man kürzlich eine neue Gedenktafel für den ehemaligen SPÖ-Politiker Erwin Lanc enthüllt. Diese feierliche Zeremonie fand im Beisein von zahlreichen Gästen statt und würdigte das beeindruckende Lebenswerk eines Mannes, der nicht nur die Politik, sondern auch den Sport und den Frieden prägte. Lanc war eine zentrale Figur in der Sozialdemokratie und hatte enge Verbindungen zu Margareten, wo er über Jahrzehnte hinweg aktiv war und zahlreiche Ämter bekleidete. Die Gedenktafel wurde am Theodor-Körner-Hof angebracht, einem bedeutenden Teil der Wiener Gemeindebaugeschichte.
Die Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ) sprach in ihrer Ansprache über Lancs Engagement in Wien, im Nationalrat und in der Bundesregierung. Seine politische Karriere begann früh; bereits in seiner Schulzeit engagierte er sich in der Sozialdemokratischen Partei. Von 1960 bis 1966 war er Abgeordneter zum Wiener Landtag und Mitglied des Wiener Gemeinderats. Später, im Nationalrat, war er unter den Bundeskanzlern Bruno Kreisky und Fred Sinowatz aktiv.
Ein Leben für den Frieden und den Sport
Erwin Lanc wurde am 17. Mai 1930 in Wien geboren und verstarb am 29. März 2025 im Alter von 95 Jahren. Unter seiner Führung als Verkehrsminister, Innenminister und Außenminister setzte er sich nicht nur für die österreichischen Belange ein, sondern engagierte sich auch international. So war er unter anderem Präsident der UNO-Antifolterkonvention und des International Institute for Peace. Diese internationale Ausrichtung war für Lanc von großer Bedeutung, und nach seiner politischen Karriere blieb er bis 2008 im Bereich des öffentlichen Engagements aktiv.
Doch Lanc war nicht nur ein Politiker. Auch der Sport spielte eine große Rolle in seinem Leben. Er war aktiver Handballspieler und Trainer beim WAT Margareten, und von 1977 bis 1993 Präsident des Österreichischen Handball- und Faustballbundes. Seine Leidenschaft für den Sport und sein Engagement für die Jugend waren untrennbar mit seiner Persönlichkeit verbunden.
Namensänderung des Hochhauses
Die Bezirksvertretung Margareten plant, das Matzleinsdorfer Hochhaus nach Erwin Lanc zu benennen. Der entsprechende Antrag zur Umbenennung in „Erwin-Lanc-Hof“ wurde von der SPÖ Margareten eingebracht und soll nun von den zuständigen Magistratsabteilungen geprüft werden. Diese Namensgebung wird von vielen als eine Möglichkeit gesehen, die Verbindung zur Geschichte und zu engagierten Persönlichkeiten der Region zu stärken. Es gab jedoch auch kritische Stimmen. Die stellvertretende Vorsitzende der Bezirksvertretung, Lena Nanut von den Grünen, äußerte Bedenken und forderte, auch weibliche Namen für öffentliche Plätze und Gebäude in Betracht zu ziehen. So schlug sie Rosa Janku, eine Widerstandskämpferin während des Nationalsozialismus, als alternative Namensgeberin vor.
Trotz dieser Einwände wurde der Antrag zur Namensänderung angenommen, wenn auch nicht ohne ablehnende Stimmen der Grünen, Neos und einer Stimme der KPÖ/Links. Der stellvertretende Bezirksvorsteher Christoph Lipinski (SPÖ) betonte die Wichtigkeit dieser Namensgebung und die Bedeutung von Persönlichkeiten wie Lanc für die Geschichte des Bezirks.
Erwin Lanc wird als prägende Figur der Sozialdemokratie in Wien in Erinnerung bleiben. Sein Einfluss reichte weit über die Grenzen der Politik hinaus. Die Gedenktafel und die geplante Umbenennung des Matzleinsdorfer Hochhauses sind nicht nur eine Hommage an seinen Lebensweg, sondern auch ein Zeichen des Respekts für sein außergewöhnliches Engagement in der Gesellschaft. Sicherlich wird sein Erbe in Margareten und darüber hinaus noch viele Jahre lebendig bleiben.