In Österreich sieht sich die katholische Kirche mit einer ganz besonderen Herausforderung konfrontiert: Die Erhaltung ihrer Gebäude wird immer teurer. Die Diözesen haben für 2024 insgesamt 59,2 Millionen Euro für Bau- und Erhaltungskosten eingeplant, was einem Anstieg von 7,5 Prozent im Vergleich zu den Gesamtausgaben entspricht. Im Vorjahr lagen diese Ausgaben noch bei 49,1 Millionen Euro. Die Gründe für diese Entwicklungen sind vielfältig und reichen von der Komplexität der Finanzstruktur der Kirche bis hin zu einem sinkenden Mitgliederschaftsanteil.

Die Kirche hat ein weitreichendes Netzwerk aus Pfarren, Diözesen, Stiften, Orden und Vereinen – das macht es nicht leicht, den Überblick über die finanziellen Mittel zu behalten. Michael Prüller, Pressesprecher der Erzdiözese Wien, hat betont, dass eine seriöse Schätzung des Gesamtwertes der Kirchen aufgrund der schwierigen Wertermittlung denkmalgeschützter Gebäude nicht möglich sei. Dabei besitzt die Kirche in Österreich etwa 9.400 Kirchen und Kapellen sowie eine ungenaue Anzahl an Pfarrhäusern, Klöstern und anderen Bauten. Vor mehr als zehn Jahren wurde das Vermögen auf 4,5 Milliarden Euro geschätzt, doch die Unsicherheit über das tatsächliche Vermögen bleibt bestehen.

Mitgliederzahlen und Finanzlage

Ein weiteres großes Thema ist der Rückgang der Mitgliederzahlen. 2024 fiel der Anteil der Katholiken in Österreich erstmals unter die 50-Prozent-Marke – aktuell sind es noch 4,56 Millionen. Im Vergleich dazu bekannten sich in den 1990er-Jahren noch 82 Prozent der Österreicher:innen zum Katholizismus. Der Kirchenbeitrag bleibt die wichtigste Einnahmequelle der Kirche, die im Jahr 2023 mit 511,03 Millionen Euro zu Buche schlug. Dies entspricht 73 Prozent der Gesamteinnahmen der Diözesen.

Die Veröffentlichung der österreichweiten kirchlichen Gebarungsübersicht zeigt, dass die Gesamteinnahmen der Diözesen 2023 bei rund 696,2 Millionen Euro lagen, was im Vergleich zum Vorjahr (670,5 Millionen Euro) einen Anstieg darstellt. Dies ist eine positive Entwicklung, die aber von den Gesamtausgaben von rund 729,8 Millionen Euro (2022: 688,4 Millionen) überschattet wird. Der positive Geschäftsbericht zeigt ein positives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 1,9 Millionen Euro, was im Vorjahr noch ein negatives Ergebnis von 40,4 Millionen Euro war.

Struktur der Ausgaben

Ein Großteil der Ausgaben – über 471 Millionen Euro oder 64 Prozent – fließen in die Bereiche Pfarren und pastorale Aufgaben. Die Personalkosten betrugen 2023 über 447 Millionen Euro, was 61,3 Prozent der Gesamtausgaben ausmacht. Hierbei sind die Laienangestellten mit knapp 275 Millionen Euro und die Kosten für den Klerus, die bei fast 105,6 Millionen Euro liegen, zu beachten. Die Ausgaben für Bildung, Kunst und Kultur belaufen sich auf 102,1 Millionen Euro, während soziale und karitative Aufgaben mit 28,8 Millionen Euro zu Buche schlagen.

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Die Erzdiözese Wien hat mit 146,2 Millionen Euro das größte Budget und kann auf einen positiven Geschäftsbericht von 4,9 Millionen Euro verweisen. Im Gegensatz dazu kämpft die Erzdiözese Salzburg mit einem negativen Ergebnis von 3,7 Millionen Euro. Es ist ein Bild, das zeigt, dass die finanzielle Lage der Kirche – trotz der Anstiege bei den Einnahmen – alles andere als rosig ist.

Für 2024 wird ein weiteres Wachstum der Einnahmen auf 763,8 Millionen Euro prognostiziert, während die Ausgaben auf 784,3 Millionen Euro steigen könnten. Die finanzielle Situation bleibt also angespannt, und die Kirche steht vor der Herausforderung, ihre umfangreiche Infrastruktur aufrechtzuerhalten, während gleichzeitig die Mitgliederzahlen sinken. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Kirche im Angesicht dieser Herausforderungen weiter entwickeln wird.