In Wien-Mariahilf, genauer gesagt in der Corneliusgasse, steht ein Baum, der für viele Taylor-Swift-Fans zu einem emotionalen Treffpunkt geworden ist. Der sogenannte „Swiftie-Baum“ – ein Hibiscus syriacus, der 2010 gepflanzt wurde – hat sich nach den abgesagten Konzerten von Taylor Swift 2024 zu einem wahren Fan-Hotspot entwickelt. Leider steht seine Zukunft auf der Kippe, denn der Baum soll im Sommer 2024 gefällt werden. Stürme haben ihm zugesetzt, und seine Standfestigkeit ist nicht mehr gegeben. Ein genauer Zeitpunkt für die Fällung steht zwar noch nicht fest, aber eines ist sicher: Vor den Sommerferien wird nichts passieren, außer es kommt zu einem weiteren Sturm. Das Büro der Bezirksvorsteherin hat jedoch versichert, dass der Baum so lange wie möglich stehen bleiben soll.
Die Entscheidung, den Baum zu fällen, hat bereits große Betroffenheit in der Swiftie-Community ausgelöst. Rund 20 Freundschaftsarmbänder schmücken den Baum, und viele Fans haben ihn auf Google Maps markiert und einen Instagram-Account mit über 1.500 Followern eingerichtet. Auch eine Plakette an der Mauer bei der Volksschule kennzeichnet den Ort als Gedenkstätte. Die Fällung ist notwendig, da die Bauarbeiten für ein Klimaprojekt namens „Klima Himmel“ vor der Volksschule beginnen sollen, das die Aufenthaltsqualität und Kühlung in der Umgebung erhöhen möchte. Ein neuer „Swiftie“-Baum soll in unmittelbarer Nähe gepflanzt werden, und die Community wird in die Auswahl des neuen Baums einbezogen.
Ein Baum für die Zukunft
Die Pläne für das Klimaprojekt „Klima Himmel“ sind nicht nur ein Schritt in Richtung einer besseren Aufenthaltsqualität, sondern auch ein Zeichen für die Wichtigkeit von Grünanlagen in städtischen Gebieten. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie haben in ihren Studien gezeigt, wie entscheidend Bäume für das Mikroklima, die Regenwasserversickerung und das Wohlbefinden der Stadtbevölkerung sind. In Städten, in denen die Baumvielfalt hoch ist, fühlen sich Menschen einfach wohler. Das Projekt „FutureBioCity“ untersucht, wie wir öffentliche Grünanlagen auswählen und welche Rolle die Baumstruktur dabei spielt.
Die Idee, den „Swiftie-Baum“ zu fällen, ist also nicht nur eine traurige Nachricht für die Fans, sondern steht auch in einem größeren Kontext. Eine Erhöhung des Baumbestandes um mindestens 30 Prozent könnte die Anzahl extremer Hitzestunden und den Wasserabfluss signifikant verringern. Die Entscheidung, die Bäume zu fällen, um Platz für neue Projekte zu schaffen, ist zwar nachvollziehbar, aber es bleibt zu hoffen, dass dabei die Emotionen und Erinnerungen, die an Orten wie dem Swiftie-Baum hängen, nicht verloren gehen. Ein weiterer Baum soll in der Nähe gepflanzt werden, um den Treffpunkt zu erhalten – doch die Frage ist, ob er die gleiche Bedeutung für die Fans haben wird. Die nächsten Schritte und der Dialog mit der Community sind entscheidend.