In Wien-Mariahilf gibt es Neuigkeiten aus der Medienmittelschule: Der Schulhof wurde neu gestaltet! Das hat zwar vielleicht nach einer klassischen Schulhofrenovierung geklungen, aber hier steckt viel mehr dahinter. Die Umgestaltung ist Teil eines Beteiligungsprozesses, der es den Schüler:innen ermöglichte, ihre Ideen und Vorschläge aktiv einzubringen. Wie das genau ablief? Ganz einfach: In allen Klassen wurden Klassenräte eingerichtet. Dort konnten die Schüler:innen diskutieren und ihre Vorschläge einbringen. Ein echtes Mitspracherecht, das nicht nur theoretisch ist, sondern auch ganz konkret umgesetzt wird!

Der neu gestaltete Schulhof, in Anlehnung an den Begriff „Agora“ aus dem antiken Griechenland, soll als Raum für Begegnung und Mitgestaltung dienen. Eine Sitztribüne und mobile Tore sind neu hinzugekommen. Schulleiter Reinhard Bauer hebt hervor, wie wichtig es ist, Demokratie im Schulalltag zu leben. Entscheidungen wurden gemeinsam besprochen und erklärt, was die Schüler:innen dazu ermutigte, aktiv teilzunehmen. Manche Vorschläge mussten zwar angepasst oder sogar gestrichen werden, aber der Diskussionsprozess selbst war entscheidend. Das Ergebnis spiegelt die Diskussionen wider, die geführt wurden – ein echter Gewinn für die gesamte Schulgemeinschaft!

Demokratie im Schulalltag

Aber was genau steckt hinter diesem spannenden Projekt? Die Medienmittelschule nimmt am Programm „Demokratieschule Wien“ teil, das von der Stadt Wien initiiert wurde und durch den Verein Wiener Jugendzentren umgesetzt wird. Ziel ist die Stärkung einer demokratischen Schulkultur. Dabei sind alle Mitglieder der Schulgemeinschaft – Schüler:innen, Lehrende, Direktion, Personal und auch Erziehungsberechtigte – zur Mitgestaltung eingeladen. Das schafft ein Gefühl der Zugehörigkeit und fördert die Selbstwirksamkeit. Die Schüler:innen lernen, dass ihre Meinungen zählen und sie wirklich etwas bewegen können.

Das Programm bietet auch Unterstützung durch Expert:innen im Bereich Demokratiebildung, die die Schulen beraten. Dabei können die Themen von der Gestaltung des Schulbuffets über den Klassenrat bis hin zur Schulverfassung reichen. Um die Fortschritte zu dokumentieren, wird am Ende des Schuljahres das Zertifikat „Demokratieschule Wien“ verliehen. Es ist wie ein erster Meilenstein auf dem Weg zu einer demokratischen Schule. Ein Aktionsplan wird gemeinsam mit den Expert:innen entwickelt, basierend auf einer Selbstevaluierung, die Stärken, Schwächen und Bedarfe identifiziert. So wird jeder Schritt genau geplant und auf die Bedürfnisse der Schule abgestimmt.

Flexibilität und Begegnung

Die Veränderungen am Schulhof sind nicht nur optisch ansprechend, sondern auch funktional. Der neu gestaltete Raum kann flexibel genutzt werden – sei es für Bewegung, Treffen oder Veranstaltungen. Das schafft eine einladende Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt. Die Schüler:innen können sich nun an einem Ort versammeln, der nicht nur als Pausenraum dient, sondern auch als ein Ort, an dem sie aktiv mitgestalten können. Das ist in der heutigen Zeit besonders wichtig, denn es zeigt, dass Schule mehr ist als nur Unterricht – hier wird Gemeinschaft gelebt!

Die Initiative für diese Umgestaltung ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Schulen in Wien sich weiterentwickeln und die Stimmen ihrer Schüler:innen ernst nehmen. Wenn man bedenkt, dass im Schuljahr 2025/26 weitere Mittelschulen in Wien in ähnlicher Weise unterstützt werden, wie die WMS Kölblgasse oder die GTMS Barbara Prammer Schule, könnte dies der Beginn einer neuen Ära für viele Schulen sein. Ein spannendes Konzept, das hoffentlich in vielen anderen Schulen Nachahmung finden wird!