Bäckerei in Wien-Meidling kämpft mit extremer Hitze und defekter Klimaanlage
Die Bäckerei in Wien-Meidling hat in den letzten Wochen für ordentlich Aufregung gesorgt. Bei sengenden 36 Grad Celsius im leeren Kundenbereich ist es kaum vorstellbar, dass die Mitarbeiterinnen in dieser Hitze ihre Arbeit verrichten müssen. Die Klimaanlage der Filiale ist seit über zwei Wochen ausgefallen – und das ist nicht das erste Mal. Bereits seit 2021 kommt es immer wieder zu Ausfällen, sodass die alte Technik offenbar nicht mehr die nötige Leistung bringt. Hinter der Theke, wo die Verkäuferinnen stehen, könnte es sogar noch heißer sein. Ein Thermometer, das dort angebracht ist, scheint defekt oder abgeschaltet zu sein, was die Situation zusätzlich verschärft. Ein Behelfsventilator sorgt nur für mäßige Abkühlung und kann in solch einer Hitzeschlacht nicht viel ausrichten.
Besonders brisant wird die Lage, wenn man bedenkt, dass die Verkäuferinnen während der Coronazeit FFP-2-Masken tragen mussten. Das hat die Hitzebelastung noch verstärkt. Wie es scheint, wurde das zuständige Arbeitsinspektorat bereits vor mehreren Jahren informiert, jedoch ohne nennenswerte Wirkung. Am Freitag war der Geschäftsführer der Bäckereikette, in deren Filiale die Situation herrscht, nicht einmal über das Problem mit der Klimaanlage informiert. Eine schriftliche Anzeige beim Arbeitsinspektorat wurde eingereicht, doch am Freitag war dort nur ein Tonband erreichbar – nicht gerade ermutigend für die Betroffenen.
Gesetzliche Vorgaben und Gesundheitsschutz
Laut der Arbeitsstättenverordnung (AStV) und dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) sind Arbeitgeber verpflichtet, für angemessene Temperaturen am Arbeitsplatz zu sorgen. Eine alte Klimaanlage, die über fünf Jahre hinweg häufig ausfällt, sollte durch ein funktionierendes Gerät ersetzt werden, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Wenn man bedenkt, dass extreme Temperaturen die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter beeinträchtigen und gesundheitliche Schäden nach sich ziehen können, ist es nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch des Gesundheitsschutzes.
Das Sachgebiet „Klima am Arbeitsplatz“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) bündelt Wissen und Fachmeinungen, um die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu erhöhen. Hier werden Empfehlungen zum Schutz der Mitarbeiter erarbeitet und klimatische Bedingungen in verschiedenen Arbeitsbereichen berücksichtigt. Es wird darauf hingewiesen, dass Hitzebelastung zu erhöhten Schweißabgaben und Belastungen des Herz-Kreislaufsystems führen kann. Wenn die Temperaturen so hoch sind, wie sie in der Bäckerei gemessen wurden, sollte man sich ernsthafte Gedanken über die Arbeitsbedingungen machen.
Egal, ob bei der Arbeit in Verkaufsräumen, Werkstätten oder öffentlichen Gebäuden – der Schutz der Beschäftigten sollte in jedem Fall an erster Stelle stehen. In Wien-Meidling ist die Situation im Moment alles andere als ideal. Die Frage bleibt, wie lange die Bäckereikette noch an dieser alten Klimaanlage festhält, während ihre Mitarbeiterinnen unter extremen Bedingungen leiden müssen. Die Zeit drängt, denn die Sommerhitze wird nicht weniger.
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