Künstliche Intelligenz in Österreich: Herausforderungen, Chancen und neue Regulierungen
In den letzten Jahren hat sich die Diskussion um Künstliche Intelligenz (KI) in Österreich intensiviert. Unternehmen sind gefordert, ihre Prozesse zu optimieren und KI sinnvoll zu integrieren. Die Initiative „No Hype KI“ wird von namhaften Partnern wie ACP, EY, ITSV, KEBA Group, Lenovo, Microsoft, ONTEC AI und der Universität Graz unterstützt. Rainer Kalkbrener, CEO von ACP, macht deutlich, wie wichtig Datenqualität und IT-Architektur für den erfolgreichen Einsatz von KI sind. Es wird immer klarer, dass der Fokus nicht mehr nur auf theoretischen Machbarkeiten liegen kann, sondern auf den Bedingungen, die echten Business Value schaffen.
Konsumenten nutzen KI bereits intensiv im Alltag. Doch im Unternehmensbereich, vor allem im Mittelstand, gibt es noch Aufholbedarf. Patrick Ratheiser, Director & Head of AI bei EY, hebt hervor, dass der wahre Mehrwert oft in den unscheinbaren Machine-Learning-Lösungen steckt. Viele Unternehmen stecken jedoch in isolierten Experimentierphasen fest. Sulejman Ganibegovic, CEO von KEBA Digital, fordert mehr Risikobereitschaft, um Projekte in den produktiven Betrieb zu überführen. Dabei wird auch akzeptiert, dass KI-Lösungen, die nicht fehlerfrei sind, dennoch einen Mehrwert liefern können.
Herausforderungen und Chancen der KI-Nutzung
Der Konsens in der Branche ist, dass erfolgreiche Produktivität über saubere Datenstrukturen führt. Kalkbrener warnt jedoch, dass KI Schwächen bestehender Systeme aufdecken kann und ohne eine funktionierende Data-Governance zu Problemen führen kann. Ratheiser betont, dass unstrukturierte Firmendaten nicht einfach durch KI gelöst werden können. Die Regulierung, insbesondere der europäische AI Act, wird unterschiedlich bewertet. Ratheiser sieht den AI Act als notwendige Basis für den Rollout von Use-Cases, während Ganibegovic argumentiert, dass klare Gesetze Vertrauen schaffen und den Einsatz von KI in sensiblen Bereichen fördern. Kalkbrener äußert Bedenken, dass Regulierungen innovationsfeindlich sein könnten und die Wettbewerbsfähigkeit Europas gefährden.
Ein kultureller Wandel innerhalb der Unternehmen ist entscheidend für den Erfolg von KI. Hermann Erlach, General Manager Austria bei Microsoft, prognostiziert den Aufstieg von „Frontier Firms“, die KI als Produktionsfaktor begreifen. Mitarbeiter, die KI-Tools nutzen, werden als hochproduktiv wahrgenommen, während diejenigen, die sich gegen die Technologie sträuben, zurückfallen. Ganibegovic beschreibt AI-native Teams als „Avengers“, die Entwicklungszyklen deutlich verkürzen können. Ratheiser hebt hervor, dass Unternehmen in KI-Kompetenzen investieren müssen, um Berührungsängste abzubauen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die kommende KI-Verordnung, die im Rahmen des „Digital Omnibus“ am 7. Mai 2026 vorläufig vereinbart wurde. Die Geltungsbeginne der KI-Verordnung wurden verschoben, sodass die Pflichten für eigenständige Hochrisiko-KI-Systeme ab dem 2. Dezember 2027 gelten und hochriskante KI in Annex-I-Produkten ab dem 2. August 2028 reguliert wird. Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Inhalte sind nun für den 2. Dezember 2026 vorgesehen. Unternehmen, die Künstliche Intelligenz einsetzen, müssen sich auf einen umfangreichen Pflichtenkatalog einstellen, da Verstöße mit Geldbußen von bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden können. Eine Schulungspflicht für Mitarbeiter besteht bereits seit dem 2. Februar 2025.
Risiken und Verantwortung im Umgang mit KI
Hochrisiko-KI-Systeme, die ein hohes Risiko für Gesundheit, Sicherheit oder Grundrechte darstellen, werden in zwei Hauptkategorien eingeteilt. Dazu gehören KI-Systeme in Produkten, die unter die Produktsicherheitsvorschriften der EU fallen, sowie solche, die in spezifischen Bereichen eingesetzt werden müssen, die in einer EU-Datenbank registriert werden. Alle hochriskanten KI-Systeme müssen vor dem Inverkehrbringen sowie während ihres gesamten Lebenszyklus bewertet werden. Zudem haben Bürger das Recht, Beschwerden über KI-Systeme bei den zuständigen nationalen Behörden einzureichen.
Die KI-Servicestelle bei der RTR-GmbH bietet Unterstützung bei der Risikoeinstufung, der Erstellung interner KI-Richtlinien sowie bei der Konformitätsbewertung und technischen Dokumentation. Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, wie Unternehmen in Österreich die neuen Vorgaben umsetzen und sich auf die Herausforderungen der KI-Nutzung vorbereiten. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Landschaft der Künstlichen Intelligenz weiterentwickeln wird und welchen Einfluss diese Technologien auf die Wirtschaft des Landes haben werden.
Für weitere Informationen und Details zur KI-Thematik in Unternehmen, empfehlen wir, die umfassenden Analysen auf brutkasten.com und brandauer-rechtsanwaelte.at zu lesen.
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