Heute ist der 13.05.2026 und in Wien-Neubau geht es ziemlich rund! Der Eurovision Song Contest (ESC) hat die Stadt fest im Griff, und das nicht nur musikalisch. Insgesamt 21 Lokale in Wien repräsentieren die 35 teilnehmenden Länder, und jedes hat einen ganz eigenen Charme. So hat Finnland den „Gschamster Diener“ und Deutschland das „Café Hummel“. Aber was ist mit Österreich? Hierzulande wird die süße Tradition in der K.u.K. Hofzuckerbäckerei Gerstner gefeiert – ein wahrer Genuss für alle Naschkatzen!
Besonders spannend ist die MQ Kantine, die sich als Gastro-Pate für Israel engagiert hat. Die Chefin, Lisa Wegenstein, führt das Lokal seit 23 Jahren zusammen mit ihrem Mann und hat jüdische Vorfahren. Eine sehr persönliche Verbindung, die sich auch in der Gestaltung des Lokals widerspiegelt. Israel-Fahnen hängen auf und die Speisekarte wurde mit Köstlichkeiten wie dem „ESC Jerusalem Teller“ (15,90 Euro) und Israel-feindlichen Schmierereien auf Toilettenwänden, die die Chefin gelassen zur Kenntnis nimmt, ergänzt. Dazu gibt’s leckeren Cheesecake mit Mangosauce (7,50 Euro) und das beliebte Frühstücksgericht Shakshouka. Neu im Angebot sind zwei Bagel: „New York“ (7,90 Euro) mit Lachs und „Tel Aviv“ mit Falafel. Und natürlich darf auch der koschere Wein nicht fehlen, für den Lisa und ihr Team Freunde und Bekannte um Hilfe gebeten haben.
Veranstaltungen und Sicherheit
Die MQ Kantine wird während des ESC zur Bühne für mehrere Veranstaltungen. Am 13. Mai tritt Lea Kalisch mit dem Trio-Rabbi Tobias und Pavel auf, gefolgt von Koch und Designer Yaniv Persy am 14. Mai, der israelisches Fingerfood präsentieren wird. Am 15. Mai gibt’s dann Rupert Stelzer zu hören. Ein ganz besonderer Moment ist der Auftritt des ESC-Teilnehmers Noam Bettan, der zwar nicht persönlich erscheinen kann, aber eine Nachricht geschickt hat. Das sorgt für zusätzlichen Trubel!
Doch nicht alles ist unbeschwert. Aufgrund des Gaza-Kriegs gibt es hitzige Diskussionen über die Teilnahme Israels am ESC. Einige Länder haben ihre Teilnahme bereits zurückgezogen, und über 1.100 Musiker fordern einen Boykott. Für den 16. Mai ist eine Großdemonstration gegen die Teilnahme Israels angekündigt, und die Sicherheitsvorkehrungen sind entsprechend hoch. Uniformierte Polizeibeamte stehen an den Eingängen bereit und auch der israelische Geheimdienst Mossad ist vor Ort, um alles im Griff zu behalten.
Ein schmaler Grat
In dieser angespannten Situation bleibt die MQ Kantine ein Ort des Austauschs. Die Anfeindungen, die sich in Form von Schmierereien äußern, scheinen Lisa Wegenstein nicht aus der Ruhe zu bringen. Sie bleibt gelassen und sieht das große Ganze. Im Hintergrund läuft die Musik, und die Leute kommen zusammen, um zu feiern – trotz der politischen Spannungen. Die Atmosphäre ist aufgeladen, aber auch voller Hoffnung. Ein bisschen wie der ESC selbst, wo es um mehr als nur den Wettbewerb geht; es geht um die Kultur, die Menschen und die Geschichten, die wir miteinander teilen.
In der MQ Kantine wird diese Geschichte lebendig, und das nicht nur in Form von Speisen und Getränken, sondern auch durch die Begegnungen und Gespräche, die hier stattfinden. Der ESC mag um den Sieg gehen, aber die wahre Magie liegt in der Vielfalt – und die wird hier in Wien-Neubau in vollen Zügen gefeiert.
Weitere Informationen finden Sie auf wien.orf.at.