Ingrid Leodolter erhält Gedenktafel in Wien-Neubau
In Wien-Neubau wird demnächst einer bemerkenswerten Persönlichkeit ein Denkmal gesetzt. Die ÖVP Neubau hat einen Antrag zur Anbringung einer Gedenktafel für die frühere Gesundheitsministerin und Ärztin Ingrid Leodolter eingebracht. Diese Tafel soll am Gemeindebau in der Apollogasse 19, auf dem Gelände des ehemaligen Sophienspitals, angebracht werden. Die Bezirksvertretungssitzung, in der darüber entschieden wird, findet am 25. Juni statt. Christina Schlosser, die Bezirksparteiobfrau der ÖVP, hat in diesem Zusammenhang die SPÖ kritisiert, weil sie Leodolter nicht entsprechend gewürdigt hat.
Ingrid Leodolter, geboren am 14. August 1919 in Wien, begann ihre medizinische Laufbahn 1944 im Sophienspital und leitete dieses von 1962 bis 1971. Ihr Einsatz für die Gesundheitspolitik in Österreich ist unvergesslich. Unter Bundeskanzler Bruno Kreisky wurde sie 1971 die erste Frau Bundesministerin für Gesundheit und Umweltschutz. In ihrer Amtszeit setzte sie zahlreiche wichtige Reformen um, darunter die Einführung des Mutter-Kind-Passes, der die Kindersterblichkeit signifikant senkte, sowie Maßnahmen zur Krebsfrüherkennung und zur Stärkung präventiver Gesundheitsmaßnahmen. Über die Jahre wurde ihr Name zu einem Synonym für Fortschritt in der Gesundheitsversorgung.
Ein Leben für die Gesundheit
Leodolters Engagement für die Gesundheit war nicht nur beruflich motiviert. Sie war eine Pionierin in der Medizin, die sich für eine moderne und zugängliche Gesundheitsversorgung stark machte. Zu den Reformen, die sie durchsetzte, gehörten auch die Modifikation der Krankenpflegeausbildung und die Einführung kostenloser Vorsorgeuntersuchungen. Ihr Wirken hat nicht nur das System verändert, sondern auch unzähligen Menschen das Leben erleichtert.
Die ÖVP hebt hervor, dass das Sophienspital trotz seiner Schließung im Jahr 2007 weiterhin historische Bedeutung hat. Das Areal wird mittlerweile positiv entwickelt und ist gut belebt, was sicherlich auch auf Leodolters Vermächtnis zurückzuführen ist. Bis 2016 trug eine Betreuungseinrichtung für ältere Menschen an diesem Standort ihren Namen. Es ist somit nur folgerichtig, dass ihre Verdienste nun auch durch eine Gedenktafel gewürdigt werden sollen.
Hintergrund und Vermächtnis
Leodolters Werdegang war beeindruckend. Sie war nicht nur Ärztin, sondern auch eine engagierte Politikerin der Sozialistischen Partei Österreichs. Ihre Ausbildung absolvierte sie an der Universität Wien, wo sie 1943 promovierte. Nach ihrer Zeit im Sophienspital kehrte sie 1985 als Chefärztin dorthin zurück und setzte bis zu ihrem Tod am 17. November 1986 ihre Arbeit fort. Ihre Bestattung fand am Hietzinger Friedhof statt, wo ihr ein ehrenhalber gewidmetes Grab zusteht.
Darüber hinaus wurde 2015 die Leodolterpromenade in Hietzing nach ihr benannt, und ein Pflegewohnhaus in Rudolfsheim-Fünfhaus trägt ebenfalls ihren Namen. Diese Namensgebungen sind nicht nur eine Ehre, sondern auch eine ständige Erinnerung an ihren unermüdlichen Einsatz für die Gesundheit der Menschen in Wien und darüber hinaus.
Mit dem geplanten Frauenmuseum in Neubau, das im März einstimmig beschlossen wurde, zeigt sich zudem, dass das Interesse an der Würdigung von Frauen in der Geschichte weiter wächst. Das Konzept liegt bei Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ), und es bleibt spannend, wie sich dieses Projekt entwickeln wird.
Ingrid Leodolter hat Spuren hinterlassen, die nicht verblassen werden. Ihre Errungenschaften sind ein Teil der österreichischen Gesundheitspolitik und ihrer Geschichte. Die Gedenktafel wird ein weiterer Schritt sein, um ihr Andenken lebendig zu halten und zukünftige Generationen zu inspirieren.
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