In Österreich zeigt sich ein besorgniserregender Trend im Wohnungsneubau. Hohe Zinsen, steigende Baukosten, strenge Kreditregeln und eine allgemeine Marktunsicherheit haben dazu geführt, dass die Zahl der zum Bau zugelassenen Wohnungen in neuen Gebäuden im Jahr 2025 um 7,1 Prozent auf nur noch 31.979 gesunken ist. Dies stellt den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2010 dar, so die aktuellen Daten von Statistik Austria. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 47.636 Wohnungen bewilligt, was einem Rückgang von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Statistik-Austria-Chefin Manuela Lenk berichtete von einem starken Einbruch im Jahr 2023, gefolgt von moderaten Rückgängen in den kommenden Jahren.
Besonders auffällig ist, dass die Wohnbautätigkeit im Neubau zwischen 2015 und 2025 um beeindruckende 40 Prozent gefallen ist, von 53.043 auf 31.979. Von den 47.636 bewilligten Wohnungen im Jahr 2024 entfielen zwei Drittel auf neue Gebäude, während ein Drittel An-, Auf- und Umbauten betraf. Der Großteil der Bewilligungen bezog sich auf neue Wohngebäude mit drei oder mehr Wohnungen, jedoch gab es im Jahr 2025 weniger bewilligte Wohnungen in Mehrparteienhäusern, während Ein- und Zweifamilienhäuser eine Zunahme verzeichneten. Diese Entwicklungen zeigen, dass der Wohnungsbau in Österreich vor großen Herausforderungen steht. Für weiterführende Informationen zu den Baugenehmigungen können Sie hier nachlesen.
Aktuelle Baubewilligungen und Trends
Die quartalsmäßige Baubewilligungsstatistik, die über Baugenehmigungen von Wohnungen und neuen Gebäuden berichtet, liefert wichtige Einblicke in die Situation. Die Daten stammen aus dem Gebäude- und Wohnungsregister und unterliegen einem gesetzlich geregelten Erhebungsverfahren. Laut den vorläufigen Ergebnissen für 2023 bis 2025 zeigt sich, dass die letzten drei Jahre ergänzende Schätzungen zur Verbesserung der Datenqualität enthalten. Auch der Jahresabschluss führt regelmäßig zu Revisionen der Daten. Ab 2024 sind zudem Ergebnisse für Wien bezüglich An-, Auf- und Umbautätigkeit an bestehenden Gebäuden verfügbar, was zusätzliche Transparenz schaffen sollte.
Im ersten Quartal 2023 erhielten 14.992 neue Wohnungen eine Baugenehmigung, was einem Anstieg von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Im Vergleich zum schwachen Jahr 2023 beträgt der Zuwachs fast 17 Prozent. Historisch gesehen liegen die aktuellen Werte jedoch deutlich unter dem Niveau von 2022 (rund 18.500 Wohnungen) und 2021 (knapp 20.000 Wohnungen). Der Zuwachs ist hauptsächlich auf gute Bewilligungszahlen bei Gebäuden mit einer oder zwei Wohnungen zurückzuführen, während Wohngebäude mit drei oder mehr Einheiten im Jahresvergleich einen Rückgang von 7 Prozent verzeichneten. Die Zahl der neu genehmigten Gebäude lag im ersten Quartal bei 4.382 Projekten, was einem Anstieg von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auch hier sind Gebäude mit ein oder zwei Wohneinheiten die treibende Kraft (+17 %).
Ein Blick in die Zukunft
Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt die Baubranche im Zehnjahresvergleich schwach und markiert nach 2023 den zweitschlechtesten Jahresauftakt. Im Spitzenjahr 2021 wurden mit 8.037 genehmigten Gebäuden rund 83 Prozent mehr registriert. Diese Zahlen spiegeln die anhaltenden Herausforderungen wider, mit denen der Wohnungsbau in Österreich konfrontiert ist. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Jahren entwickeln wird und welche Maßnahmen ergriffen werden, um den Rückgang der Wohnbautätigkeit zu stoppen. Für detaillierte Informationen zu den Baubewilligungen in Österreich können Sie auch hier nachlesen und sich über die aktuellen Trends und Statistiken informieren.