Am Sonntagabend, dem heißesten Tag des Jahres, erlebten zahlreiche Wiener Haushalte eine unangenehme Überraschung: Stromausfälle mitten in der Hitzewelle. Der Thermometer kletterte auf unglaubliche 40 Grad Celsius, ein Temperaturrekord für die Innenstadt, und die Menschen suchten nach Erleichterung durch Ventilatoren und Klimageräte. Ein unglückliches Timing, denn genau zu diesem Zeitpunkt fiel in mehreren Bezirken der Strom aus. Die ersten Ausfälle trafen die Bezirke Mariahilf, Neubau und Rudolfsheim-Fünfhaus. Nach etwa einer bis eineinhalb Stunden war die Stromversorgung in diesen Gebieten wiederhergestellt, doch das sollte nicht das Ende der Probleme sein.

Später kamen weitere Ausfälle in den Bezirken Floridsdorf, Donaustadt und Penzing hinzu. In Floridsdorf und Donaustadt wurde die Störung nach ungefähr einer Stunde behoben, während in Penzing der Ausfall bis kurz vor 23 Uhr anhielt. Laut den Angaben von Wiener Netze waren die Ursachen in den westlichen Innenstadtbezirken temperaturbedingte technische Probleme. In Floridsdorf, Donaustadt und Penzing hingegen sorgte ein technischer Defekt für die Störungen. Besonders brenzlig wurde es in Penzing, wo eine Person in einem Aufzug gefangen war, was die Berufsfeuerwehr zur Rettung erforderte.

Ein unverhoffter Temperaturrekord

Was für ein Sonntag! Während die Stadt sich in der Hitze wälzte, stürmten die Wiener am Samstag die Elektrofachmärkte, um sich mit Ventilatoren und Klimageräten einzudecken. Die Regale waren leergefegt, und die Vorfreude auf kühlere Räume war groß. Doch dann kam das große Erwachen: Die Stromausfälle machten die Nutzung dieser Geräte unmöglich. Um 21:04 Uhr fiel die Stromversorgung in Teilen von Floridsdorf (21. Bezirk) und Donaustadt (22. Bezirk) aus, gefolgt von Penzing nur 13 Minuten später. Ein technisches Gebrechen war der Grund für diese Ausfälle, die die Menschen in der sengenden Hitze ohne Erleichterung zurückließen.

Die Vorfälle am Sonntag sind keine Einzelfälle. In den letzten Tagen kam es bereits zu mehreren Stromausfällen in Wien, verursacht durch verschiedene Faktoren, darunter Baggerarbeiten und die Erderwärmung. Am Mittwoch waren über 3.000 Haushalte betroffen. Christian Call, Sprecher der Wiener Netze, erklärte, dass austrocknendes Erdreich die Temperaturleitfähigkeit verringert und beschädigte Erdkabel während Bauarbeiten unbemerkt bleiben können. Die Hitze kann dann die Isolierung schmelzen lassen, was zu weiteren Ausfällen führt. So kam es am Dienstag bei einem Baggerunfall in Döbling zu einem Stromausfall, der 2.600 Haushalte ohne Strom ließ.

Trotz dieser Vorkommnisse gilt das Wiener Stromnetz als eines der sichersten weltweit. Im Jahr 2021 betrugen die durchschnittlichen Stromausfälle in Wien nur 18 Minuten. Dennoch bleibt die Frage, ob diese Hitzewellen und die damit verbundenen Probleme in Zukunft zunehmen werden. Mit dem Klimawandel als Hintergrund ist es durchaus möglich, dass wir an heißen Sommertagen vermehrt mit Stromausfällen rechnen müssen. Die Wiener dürfen sich jedenfalls auf eine spannende, aber auch herausfordernde Zeit einstellen.

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