FC Mauerwerk in Insolvenz: Eine traurige Wendung für den Traditionsverein
In Wien-Ottakring sorgt eine traurige Nachricht für Aufregung unter den Fußballfans: Der traditionsreiche FC Mauerwerk ist insolvent. Die Nachricht kam, als das Konkursverfahren beim Handelsgericht Wien eröffnet wurde. Der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Dr. Lukas Peichl, wird nun die Geschicke des Vereins leiten. Die Gläubiger haben bis zum 18. August 2026 Zeit, um ihre Forderungen anzumelden. Ein wenig Licht gibt es immerhin mit dem Termin für die Berichts- und Prüfungstagsatzung, die für den 1. September 2026 angesetzt ist. Allerdings bleibt die genaue Insolvenzursache und die finanzielle Situation des Klubs unklar. Fakt ist, dass der FC Mauerwerk seit Monaten mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatte.
Im November 2025 erlosch der Traum des Vereins, als er aus dem Wiener Fußball-Verband ausgeschlossen wurde. Die Herrenmannschaft war zuletzt in der vierklassigen Wiener Stadtliga aktiv und hatte ihre Heimspiele im Wienerberg Stadion ausgetragen. Ursprünglich wurde der Klub am 15. Juni 1936 als WAT Ottakring/Breitensee gegründet. Zwischen September 2014 und Juni 2018 spielte der Verein unter dem Namen „FC Karabakh Wien“, bevor er sich 2018 in FC Mauerwerk umbenannte. Nun steht die Zukunft des Vereins auf der Kippe.
Ein weiterer Traditionsverein in der Krise
Doch das ist nicht die einzige traurige Nachricht aus der Wiener Fußballszene. Denn auch der FC Mauerwerk Immo ist insolvent. Diese Insolvenz wurde vom Kreditohrenschutzverband „Creditreform“ bestätigt, und auch hier wurde ein Konkursverfahren auf Antrag eines Gläubigers beim Handelsgericht Wien eingeleitet. Die Forderungen können bis Mitte August angemeldet werden. Das Vermögen des Vereins wird derzeit inventarisiert und geschätzt, aber auch hier sind die Ursachen der Insolvenz und die finanziellen Verhältnisse noch offen.
Der Verein hatte turbulentere Monate hinter sich als so mancher Fan je ertragen könnte. Ein Ausschluss aus dem WFV und dem Ligabetrieb wurde im März 2026 rechtskräftig, und die Heimstätte in Kaiserebersdorf war seit Jahren wegen Hygiene-Mängeln vom Wiener Fußballverband gesperrt. Zudem wurde eine Räumungsklage von der städtischen MA 51 – Sport eingereicht, um den FC Mauerwerk loszuwerden. Eine Einigung vor Gericht erfolgte dann Anfang Mai. Momentan spielt der Verein bereits auf einem Ersatzfeld in der Donaustadt, während die Stadt an der Neuausrichtung des ungenutzten Sportplatzes in Kaiserebersdorf arbeitet. Konkrete Schritte dazu sollen im Herbst bekannt gegeben werden.
Die Herausforderungen für Sportvereine
Insolvenzen von Sportvereinen sind in Österreich zwar keine Seltenheit, aber sie sind im Vergleich zu klassischen Unternehmen eher die Ausnahme. Sportvereine müssen mit unberechenbaren Einnahmequellen wie Sponsoring, Eintrittsgeldern und Zuschüssen planen, die oft schwer kalkulierbar sind. Ungeplante Ausgaben – etwa für neue Sportplätze oder der Abstieg in niedrigere Ligen – können schnell zu finanziellen Engpässen führen. Ein Beispiel aus der Vergangenheit ist der Fußballverein Wacker 90 Nordhausen, der im Sommer 2020 aufgrund der Folgen einer vorherigen Insolvenz Insolvenz anmeldete.
Die jüngste Entscheidung des BFH, dass Sportvereine Umsatzsteuer auf Mitgliedsbeiträge zahlen müssen, könnte die Situation für viele Vereine weiter verschärfen. Die Herausforderungen wachsen, und die Zukunft des Fußballs in Wien bleibt fraglich. Es bleibt abzuwarten, wie die beiden Traditionsvereine FC Mauerwerk und FC Mauerwerk Immo mit dieser schwierigen Lage umgehen werden. Ein Ende ist derzeit nicht in Sicht.
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