Am 23. Februar 2026 erschütterte ein tragischer Vorfall den Friedhof Baumgarten in Wien-Penzing. Eine 67-jährige Wienerin wurde dort von einer erst 14-jährigen Jugendlichen mit mehr als 80 Stichen brutal getötet. Die Tat war offenbar wochenlang geplant, was die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien bestätigen konnten. Die Jugendliche, die aufgrund psychischer Probleme in einer betreuten Wohngemeinschaft lebte, war nicht eingesperrt und konnte somit die Tat vorbereiten. Sie hatte bereits Mitte Februar ein Klappmesser mit Holzgriff in einem Messergeschäft gekauft und dabei ihre Tötungsphantasien in sozialen Medien geteilt. Am Tattag besorgte sie sich zudem verschreibungspflichtige Medikamente gegen Angstzustände.

In einem schockierenden Moment stach die 14-Jährige gegen 15.45 Uhr von hinten auf die 67-Jährige ein, die gerade vor einem Grab stand. Über 80 Stich- und Schnittverletzungen wurden dokumentiert, insbesondere im Hals- und Gesichtsbereich. Nach der Tat filmte die Jugendliche die Leiche mit ihrem Handy und verschickte die Aufnahmen an mehrere Personen. Bei ihrer Festnahme zeigte sie sich „völlig emotionslos“ und fragte nur nach einer Zigarette. Die Verdächtige gab an, das Gefühl gehabt zu haben, jemanden töten zu müssen. Ein psychiatrisches Gutachten stellte zwar eine psychische Erkrankung fest, bescheinigte ihr jedoch die Zurechnungsfähigkeit zum Zeitpunkt der Tat.

Hintergrund der Verdächtigen

Die Obsorge des Mädchens war von ihrer Mutter an die Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) übergeben worden, da die Mutter angab, zu Hause nicht mehr zurechtzukommen. Die Jugendlichen in der Wohngemeinschaft erhielten intensive Betreuung durch täglich vier Erwachsene. Vor der Tat war die 14-Jährige polizeilich nicht auffällig geworden; es gab lediglich Hinweise auf eigengefährdendes Verhalten. Nach dem Vorfall stehen sowohl die Bewohner als auch die Betreuer unter Schock. Ein Psychologe wurde engagiert, um die Kinder und das Personal vor Ort zu betreuen.

Komischerweise gab es am selben Tag also dem 23. Februar in einer anderen Wiener Lokalität einen weiteren Vorfall: eine 64-Jährige wurde mit schweren Stich- und Schnittverletzungen am Friedhof in der Waidhausenstraße entdeckt. Die Reanimation blieb erfolglos, und auch hier wurde ein Taschenmesser sowie Tatkleidung mit Blutspuren sichergestellt. Die Polizei nahm eine 14-Jährige fest, die ein Geständnis ablegte, jedoch keine Angaben zu ihrem Motiv machte. Ermittler stellten fest, dass sich Opfer und Verdächtige nicht kannten.

Psychische Erkrankungen bei Jugendlichen

In Anbetracht der Tragik dieser Vorfälle ist es auch wichtig, die allgemeine Situation von Jugendlichen in Österreich zu betrachten. Laut dem DAK-Jugendreport zeigen sich alarmierende Anstiege psychischer Erkrankungen, besonders unter Mädchen. Die Hauptursachen sind vielfältig: von der Corona-Pandemie über Klimakrisen bis hin zu gesellschaftlichem Druck und Zukunftsängsten. Die Zahl der 15- bis 17-jährigen Mädchen, die wegen Angststörungen in Behandlung sind, hat sich seit 2019 um 53 % erhöht. Über 66,5 von 1.000 Mädchen sind betroffen, was hochgerechnet etwa 75.500 Teenagerinnen entspricht.

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Die Behandlungszahlen für Depressionen und Essstörungen steigen ebenfalls rasant. Im Jahr 2024 wird geschätzt, dass etwa 84.000 Mädchen an Depressionen leiden und ca. 23.000 an Essstörungen, wie Magersucht oder Bulimie. Die Zahl der Mädchen, die sowohl an Angststörungen als auch an Depressionen leiden, hat sich nahezu verdoppelt. Experten fordern mehr Unterstützung und Präventionsangebote in Schulen, Kitas und Jugendzentren, um den betroffenen Jugendlichen zu helfen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich der Fall der 14-Jährigen entwickeln wird. Bis zur Klärung gilt die Unschuldsvermutung. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest, und die Verteidigung, angeführt von Star-Anwältin Astrid Wagner, hat bereits ein neues psychiatrisches Gutachten gefordert. Das Oberlandesgericht wies den Einspruch jedoch zurück. Die Geschehnisse werfen ein düsteres Licht auf die Herausforderungen, vor denen junge Menschen in unserer Gesellschaft stehen.