Im Hugo-Breitner-Hof in Wien kam es vor dem 350. Wiener Derby zu tumultartigen Szenen. Unbekannte warfen Pyrotechnik in Richtung der Heimfans, was die Polizei auf den Plan rief, die mit einem Großaufgebot im Einsatz war. Der Anpfiff des Derbys, das um 17 Uhr beginnen sollte, wurde von den Vorfällen überschattet. Die Fans hatten sich zuvor in der Innenstadt zu einem Fanmarsch versammelt, der vom Karlsplatz zum Allianz-Stadion in Hütteldorf führte. Es war nicht das erste Mal, dass solche Ausschreitungen bei diesen brisanten Spielen auftraten – in den letzten Jahren gab es immer wieder Eskalationen zwischen den beiden Fanlagern.

Die letzte größere Auseinandersetzung fand am 15. Februar 2026 beim 348. Derby in der Generali Arena statt. Damals wurden Böller und Leuchtraketen aus dem Rapid-Sektor geworfen, was zu einer Unterbrechung des Spiels führte. Auch die Polizei war gefordert, da es Angriffe auf ihre Kräfte rund um den Reumannplatz gab. Die Bilanz war erschreckend: zwei Verletzte und über 100 Anzeigen. Besonders das Derby am 22. September 2024 wird in Erinnerung bleiben. Nach einem 2:1-Sieg für Rapid stürmten Fans beider Lager den Platz, es kam zu Schlägereien und einem massiven Pyro-Einsatz.

Derby mit Folgen

Die Konsequenzen dieser Ausschreitungen waren gravierend. Hohe Geldstrafen wurden verhängt und mehrere Derbys mussten ohne Auswärtsfans stattfinden. Der Prozess zu den gewalttätigen Vorfällen vom September 2024 endete vor einem Monat am Landesgericht Wien. 22 Männer wurden wegen schwerer gemeinschaftlicher Gewalt, Widerstand gegen Staatsgewalt und Sachbeschädigung angeklagt. Während einige von ihnen mit bedingten Freiheitsstrafen zwischen drei und 14 Monaten rechnen mussten, erhielten 15 Unbescholtene eine Diversion, die ein Stadionverbot zur Folge hatte. Ein 45-jähriger Mann wurde freigesprochen, da er auf Verwechslung hinwies und die Videoaufnahmen keine eindeutige Identifizierung zuließen.

Die Ausschreitungen sind jedoch nicht auf die letzten Jahre beschränkt. Bereits beim 275. Wiener Derby kam es zu einem Skandal: Das Spiel musste nach einer halben Stunde abgebrochen werden, nachdem Rapid-Fans den Austria-Tormann Joey Didulica mit Feuerwerkskörpern beworfen hatten. Ähnlich dramatische Szenen spielten sich auch beim Derby im Happel-Stadion ab, wo Rapid-Fans während eines Spiels auf den Rasen stürmten und die Austria-Fans attackierten. Solche Vorfälle sind zu einem wiederkehrenden Problem geworden, das die Sicherheitskräfte vor große Herausforderungen stellt.

Die Schattenseiten des Fußballs

In der jüngeren Vergangenheit gab es zahlreiche Vorfälle, die die gewalttätige Rivalität zwischen den beiden Fanlagern dokumentieren. Vor dem letzten Derby prügelten vermummte Rapid-Fans einen Austria-Nachwuchsspieler krankenhausreif. Auch nach einem Europa-League-Qualifikationsspiel wurde Rapid-Profi Maximilian Entrup, der früher zur aktiven Austria-Fanszene gehörte, Ziel einer Knallkörper-Attacke. Diese immer wiederkehrenden Auseinandersetzungen haben nicht nur Auswirkungen auf die Spiele, sondern auch auf die Fans, die sich in einem Klima der Angst und Aggression bewegen müssen.

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Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen endlich Maßnahmen ergreifen, um diese Gewaltspirale zu durchbrechen. Die stetigen Geldstrafen und Stadionverbote scheinen bisher wenig zu bewirken. Der Fußball, der so viele Menschen begeistert, sollte nicht zum Schauplatz von Chaoten werden, die den Sport und die Gemeinschaft schädigen.