Wien-Währing hat in diesem Sommer mit massiven Einschränkungen im Öffi-Netz zu kämpfen. Von Juli bis Anfang September 2023 wird es zu einer umfassenden Umstrukturierung der Straßenbahnlinien kommen, die viele Pendler vor Herausforderungen stellt. Diverse Straßenbahnlinien werden über mehrere Wochen hinweg nicht mehr in die Innenstadt fahren. Das betrifft insbesondere die Währinger Straße, die Spitalgasse und die Nußdorfer Straße. Ab dem Gürtel wird es keine Straßenbahnen mehr durch den Alsergrund in die Innere Stadt geben. Das Modernisierungsprogramm „Netz erst recht!“ der Wiener Linien zielt darauf ab, Gleis- und Weichenanlagen zu erneuern, doch die vorübergehenden Einschränkungen werfen Fragen auf.
Ein Blick auf die konkreten Änderungen: Ab Mai wird die Linie 9 nur noch kurzgeführt, während die Linie 42 gänzlich eingestellt wird. Die Linien 40 und 41 ersetzen diese bis Juli, bevor auch sie ab Juli temporär eingestellt werden. An dieser Stelle kommen die Linien 37 und 38 ins Spiel, die die Strecken außerhalb des Gürtels übernehmen. Für all jene, die von Währing in die Innenstadt möchten, bleibt nur der Umweg über die U6 bis Spittelau und dann weiter mit der U4 zum Schwedenplatz. Ein echter Umweg, der nicht gerade für Begeisterung sorgt!
Kritik von der FPÖ
Die Wiener FPÖ hat bereits Kritik an diesen Einschränkungen geübt und spricht von einem „Öffi-Chaos“. Besonders die Forderung nach einem Ersatzbus von Gersthof bis Schottentor bleibt lautstark im Raum. Auch wenn die Wiener Linien versichern, dass das Angebot regelmäßig überprüft wird und Anpassungen vorgenommen werden, wenn nötig, bleibt die Frage, ob dies ausreicht, um die Unzufriedenheit der Fahrgäste zu mindern.
Wer sich intensiver über die geplanten Modernisierungen informieren möchte, kann auf die Webseite der Wiener Linien gehen: https://www.wienerlinien.at/modernisierungen/baustelleninformation. Dort finden sich aktuelle Baustelleninformationen und Details zu den laufenden Projekten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die versprochenen Anpassungen tatsächlich stattfinden.
Wiener Straßenbahnnetz im Wandel
Wien hat mit 29 Straßenbahnlinien eines der größten Straßenbahn-Netze weltweit. Der Ausbau dieses Netzes ist nicht nur ein Ziel für die Zukunft, sondern auch eine Notwendigkeit, um neuen Stadtteilen eine bessere Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel zu ermöglichen. Die Stadt plant zahlreiche Projekte, um bestehende Stadtteile mit neuen Straßenbahnstrecken zu versorgen und die Mobilität zu verbessern.
Eines der interessanten Projekte ist die Verlängerung der Linie 18, die ab 2026 von der U3-Station Schlachthausgasse zur U2-Station Stadion führen soll. Die Bauarbeiten beginnen 2025. Auch die Linien 10, 12, 15, 25, 29, 72 und O sind in Planung oder bereits im Bau. Diese umfangreichen Planungen und die damit verbundenen Baustellen zeigen, dass Wien sich auf dem Weg zu einem noch besseren Nahverkehrsangebot befindet.