Wien-Wieden – Der Verein MUT hat seine elfte Saison der „YesWeCare!“ Ausfahrten erfolgreich abgeschlossen. Zwischen Oktober und April wurden insgesamt 27 Ausfahrten organisiert, um obdachlosen Menschen in Wien während der kalten Wintermonate zu helfen. Diese Ausfahrten sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil der Winterhilfe, sondern auch ein Zeichen der Solidarität in unserer Gesellschaft.
In dieser Saison wurden mehrere tausend Hilfsgüter verteilt. Dazu zählen 450 Hygienetaschen, 400 Schlafsäcke und ebenso viele Isomatten. Auch 50 Rucksäcke fanden ihren Weg zu den Bedürftigen. Besonders eindrucksvoll war die Menge an Kleidung, Schuhen, Decken und weiteren wärmenden Sachspenden, die insgesamt rund 4.000 Kilogramm ausmachten. Darüber hinaus wurden Hygieneartikel, Fertigsuppen und Konserven verteilt, sowie Weihnachtsgeschenke für obdachlose Menschen. Jasna Saric, Co-Leiterin der Not- und Obdachlosenhilfe beim Verein MUT, berichtete von einem steigenden Bedarf an Hilfe. Das zeigt, wie wichtig diese Aktionen sind, gerade in Zeiten, wo die Not groß ist.
Erfolgreiche Hilfsaktionen und steigender Bedarf
Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer von MUT sind das Herzstück dieser Initiativen. Sie haben sich nicht nur um die Verteilung der Hilfsgüter gekümmert, sondern auch dafür gesorgt, dass die Ausfahrten reibungslos ablaufen. In dieser Saison kam ein größeres Auto zum Einsatz, was den Verein in die Lage versetzte, mehr wärmende Spenden zu transportieren. Die Situation vor Ort ist jedoch alles andere als rosig. Dringender Bedarf an warmer Kleidung, Schuhen, Jacken, Hauben, Schals und besonders Hosen ist nach wie vor gegeben. Die Sachspendenlager des Vereins sind nahezu leer, und die Nachfrage ist hoch.
Deshalb ruft der Verein MUT zur Unterstützung durch Spenden von gut erhaltenen Kleidungsstücken auf. Gesucht werden auch Neuware, insbesondere Socken und Unterwäsche. Wer helfen möchte, kann Sachspenden ohne Voranmeldung von Montag bis Freitag zwischen 10:00 und 16:00 Uhr im Vereinszentrum am Naschmarkt, Rechte Wienzeile 37, 2ter Hof abgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, als ehrenamtliche:r Helfer:in zu unterstützen und die Spenden persönlich zu übergeben. Jeder Beitrag zählt!
Ein Blick über die Grenzen hinaus
Ähnlich wie in Österreich ist auch in Deutschland die Situation für obdachlose Menschen alarmierend. Dort leben 47.300 Menschen auf der Straße, viele weitere sind verdeckt wohnungslos. Die Johanniter-Hilfsgemeinschaft plant, bis zur Wintersaison 2025/26 mindestens 1.000 Sheltersuits in deutschen Städten zu verteilen. Diese speziellen Anzüge sind wind- und wasserdicht und können in einen Schlafsack umgewandelt werden – eine innovative Lösung, die Wärme und Schutz bietet. Hergestellt werden diese Anzüge aus gespendeten und upcycelten Materialien in einem sozialen Atelier in den Niederlanden. Das Konzept verbindet nicht nur Hilfe für Obdachlose, sondern auch soziale Verantwortung, indem es Arbeitsplätze für benachteiligte Menschen schafft.
Das Thema Obdachlosigkeit ist also nicht nur lokal, sondern auch global von Bedeutung. Aktionen wie „YesWeCare!“ vom Verein MUT oder die Sheltersuit-Initiative der Johanniter zeigen, dass Mitmenschlichkeit und Solidarität keine Grenzen kennen. Es ist ein eindringlicher Appell an uns alle, die Augen nicht vor der Notlage anderer zu verschließen und aktiv zu helfen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass wir gemeinsam viel bewirken können – sei es durch Spenden oder ehrenamtliches Engagement.
Wer mehr über die Aktivitäten des Vereins MUT erfahren möchte, kann die vollständige Bilanz der Hilfsaktionen auf meinbezirk.at nachlesen. Auch Informationen zu weiteren Initiativen, wie den Sheltersuits, sind auf den Seiten der Johanniter zu finden.