In Wien-Wieden gibt es Bewegung im Hinblick auf den historischen Ferdinand-Saal, der seit 20 Jahren leer steht. Das Gebäude, das zwischen 1910 und 1911 errichtet wurde und unter Denkmalschutz steht, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Es wurde als Theater, Kino und sogar als Bordell genutzt. Doch die letzten Jahre waren alles andere als glanzvoll: Die Fassadenfenster im Erdgeschoss sind mit Holz verbarrikadiert, und das einstige Schmuckstück zeigt deutliche Abnutzungserscheinungen, da die Muster auf der Fassade abblätterten.
Die ZKS RABELLI GmbH hat nun das Theater von der Buwog erworben, ein Schritt, der Hoffnung auf eine Wiederbelebung des Ferdinand-Saals weckt. Geschäftsführer Akhavan Aghdam Reza hat im März 2025 den Kaufvertrag öffentlich gemacht. Die geplante Nutzung des Saals könnte in eine Galerie führen, wobei noch unklar ist, ob diese öffentlich oder privat zugänglich sein wird. Diese neue Nutzung sowie die dringend benötigte Instandsetzung sind laut Bundesdenkmalamt von großer Bedeutung für den Erhalt des historischen Gebäudes. Der Denkmalschutz, der seit 2012 besteht, umfasst den Saal, die Zugangswege, das Parterre und das Erdgeschoss.
Die Zukunft des Ferdinand-Saals
Der neue Eigentümer hat das Denkmalamt über seine Vorhaben informiert, jedoch wurden bislang keine genehmigungspflichtigen Maßnahmen eingereicht. Es bleibt abzuwarten, wie die konkreten Pläne für die Galerie aussehen werden und welche kulturellen Angebote hier in Zukunft entstehen können. Die Hoffnung ist groß, dass der Ferdinand-Saal als Ort der Begegnung und des kulturellen Austauschs neu erblüht.
Die Erneuerung des Ferdinand-Saals könnte nicht nur zur Attraktivität des Stadtteils beitragen, sondern auch die historische Substanz des Gebäudes bewahren. Ein solches Vorhaben könnte als Vorbild für andere denkmalgeschützte Objekte in Wien dienen, deren Erhalt oft eine Herausforderung darstellt. Die Balance zwischen moderner Nutzung und dem Schutz des historischen Erbes ist ein Thema, das in der Stadt zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Die kommenden Monate werden zeigen, welche Schritte die ZKS RABELLI GmbH unternehmen wird, um den Ferdinand-Saal wieder zum Leben zu erwecken. Die Wiener Bevölkerung und Kulturinteressierte werden gespannt auf die Entwicklungen blicken, während die Stadt sich auf die Herausforderungen und Chancen vorbereitet, die mit der Wiederbelebung dieses historischen Ortes einhergehen. Für den Ferdinand-Saal könnte dies der Beginn eines neuen Kapitels sein.