Beckenboden im Fokus: Frauen finden Unterstützung und Lösungen in Wiener Neustadt
Die Becken Initiative hat seit dem Frühjahr 2026 in Wiener Neustadt ihre Türen geöffnet und bringt frischen Wind in die Unterstützung von Frauen mit Beckenbodenproblemen nach der Geburt. Marion Ronalter Frais, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und selbst Betroffene, leitet diesen wichtigen Standort. Ihre Mission? Frauen, die unter Beschwerden wie fehlender Stabilität im Beckenboden, Senkungsbeschwerden oder gar Schmerzen leiden, eine Anlaufstelle zu bieten. Und das ist noch nicht alles! Auch tabuisierte Themen wie analer Inkontinenz werden hier offen angesprochen.
Die Initiative ist eine echte Antwort auf den hohen Informationsbedarf, der nach der Geburt entsteht. Frauen suchen oft verzweifelt nach Antworten, und genau hier setzt die Becken Initiative an. Sie fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Fachleuten aus der Urogynäkologie und Physiotherapie, um eine ganzheitliche Versorgung zu gewährleisten. Gabi Hofbauer, eine spezialisierte Beckenbodenphysiotherapeutin und ebenfalls Betroffene, gehört zum Leitungsteam und bringt ihre Expertise mit ein.
Treffen und Termine
Jeden zweiten Samstag im Monat treffen sich die Frauen in Wiener Neustadt von 9.30 bis 11 Uhr, um sich auszutauschen und Unterstützung zu finden. Die nächsten Termine sind der 10. Oktober, 14. November und 12. Dezember 2026. Wenn jemand nicht persönlich erscheinen kann, gibt es auch Online-Treffen – das nächste findet am 15. Oktober 2026 von 20 bis 21 Uhr statt. Ein zweiter Standort in Amstetten, in Zusammenarbeit mit dem Landesklinikum Amstetten, bietet ebenfalls Unterstützung an.
Besonders spannend ist, dass am Universitätsklinikum Wiener Neustadt erstmals Levator-Plastiken durchgeführt wurden, um geschädigte Levatormuskeln zu rekonstruieren. Dr. Balázs Stenczer, der leitende Oberarzt für Urogynäkologie, steht hinter dieser innovativen Behandlung und unterstützt die Becken Initiative tatkräftig. Hier wird nicht nur geredet, hier wird gehandelt!
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Urogynäkologie – ein Begriff, der für viele noch neu ist. Diese Fachrichtung versteht sich als interdisziplinäres Bindeglied zwischen verschiedenen Bereichen der Medizin. Ärzte und Therapeuten in der Urogynäkologie sind spezialisiert auf Diagnostik und Therapie von Beckenbodenproblemen. Sie arbeiten eng zusammen, um den Patientinnen die bestmögliche Versorgung zu bieten. Die Zusammenarbeit mit führenden Kliniken sichert dabei die hohe fachliche Qualität. Ziel ist es, dass die Patientinnen zufrieden sind und sich gut aufgehoben fühlen.
Die Becken Initiative bietet nicht nur Informationen, sondern auch konkrete Hilfe. Von konservativen Therapien wie Beckenbodentherapie und Ernährungsmedizin bis hin zu operativen Techniken – das Spektrum ist breit gefächert. Oftmals werden Frauen postpartal mit Harn- und Analinkontinenz konfrontiert, was für viele ein großes Tabuthema darstellt. Dabei ist es wichtig, darüber zu sprechen und Lösungen zu finden. Einfache Dinge wie die Aufklärung über mögliche Beckenbodenprobleme vor der Geburt sind oft nicht vorhanden, was die Situation für viele Frauen nicht einfacher macht.
Beckenbodenprobleme ernst nehmen
Was viele nicht wissen: Beckenbodenprobleme können bereits vor oder während der Schwangerschaft beginnen. Hormonelle und mechanische Einflüsse führen zu Veränderungen, die oft nicht ausreichend beachtet werden. Der Hiatus urogenitalis wird zum Schwachpunkt, und Verletzungen während der Entbindung sind nicht selten. Hochgradige Dammrisse können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, und dennoch erhalten weniger als 50 % der Frauen eine adäquate Nachbetreuung.
Die Becken Initiative ist ein wichtiger Schritt, um diesen Missstand zu beheben. Hier wird nicht nur über Beschwerden gesprochen, sondern auch aktiv an Lösungen gearbeitet. Denn es ist entscheidend, dass Frauen sich ihrer Beckenbodenprobleme bewusst sind und die Unterstützung bekommen, die sie verdienen. Egal ob nach der Geburt oder während der Schwangerschaft – das Thema Beckenboden sollte nie zum Tabu werden.
Für weitere Informationen und Unterstützung können interessierte Frauen die Website der Becken Initiative besuchen. Hier gibt es eine Fülle an Ressourcen und die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Die Initiative ist der richtige Ort, um Antworten zu finden und sich endlich um die eigene Gesundheit zu kümmern.
