Der 27. Oktober 2026 bringt einen dichten Nachrichtenmix aus Niederösterreich – von Geschäfts­schließungen und neuen Supermarktkassen bis zu Sport, Politik und Veranstaltungen. In Zwettl verabschiedete die Private Mittelschule eine langjährige Pädagogin, während die Abschlussklassen von 1986 ihr 40-jähriges Klassentreffen feierten. Auch das Kürbisfest lockte bereits zum 32. Mal in die Maulavern-Kellergasse.

Im lokalen Geschehen reicht die Spannweite von einem tragischen Einsatz, bei dem für einen 20-Jährigen jede Hilfe zu spät kam, bis zu einer großzügigen Lebensmittelverteilung: In Gänserndorf wurden mehr als 1.200 Kilogramm Gemüse kostenlos ausgegeben. Eine Gemeinde bereitet sich außerdem auf mögliche Krisenfälle vor.

Neue Pläne im Handel

Das Horner Feelgood Cafe schließt nach vier Jahren. In Göpfritz wurde dagegen ein neuer Nah-&-Frisch-Hybridmarkt eröffnet. Bewegung gibt es auch bei Hofer: Das Unternehmen führt erstmals Selbstbedienungskassen in österreichischen Filialen ein. Bis Ende 2027 sollen mehr als 170 der insgesamt 540 Standorte mit Self-Checkout-Terminals ausgestattet werden.

Die klassischen, personell besetzten Kassen bleiben bestehen. Hofer gehört zur deutschen Aldi Süd. Dort verweist man laut den vorliegenden Informationen auf laufende Optimierungen von Prozessen und Abläufen, während Aldi Nord Self-Checkout derzeit in acht Filialen testet.

Der Blick nach Deutschland zeigt, wohin die Reise gehen könnte – und warum sie nicht ganz reibungslos ist. Im deutschen Einzelhandel gibt es laut EHI Retail Institute von rund 710.000 Kassen inzwischen mehr als 38.000 SB-Kassen. Etwa jede 18. Kasse ist damit eine Selbstbedienungskasse, rund zwei Drittel davon stehen im Lebensmittelhandel. Innerhalb von zwei Jahren hat sich ihre Zahl verdoppelt.

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EHI-Experte Frank Horst führt den Ausbau vor allem auf den Fachkräftemangel zurück. Bei ausreichendem Personal wäre der Boom seiner Einschätzung nach deutlich geringer. Handelsexperte Thomas Roeb erwartet, dass sich der Personalmangel in den kommenden Jahren weiter verschärft und dadurch technische Lösungen zusätzlichen Schub bekommen.

Ganz ohne Hilfe geht es aber nicht immer. Händler berichten an SB-Kassen häufiger von Fehlscans. Kontrollwaagen prüfen, ob der gescannte Artikel tatsächlich im Einkaufsbeutel liegt; dazu kommen Videosysteme und elektronische Ausgangssperren. Einige Ketten setzen Künstliche Intelligenz ein, um ungewöhnliches Kundenverhalten zu erkennen. Mitarbeitende können in der SB-Zone eingreifen und Stichproben durchführen.

Der Ladendiebstahl im Handel hat laut EHI zugenommen, einen alleinigen Verantwortungsanteil der SB-Kassen sieht das Institut jedoch nicht. Rewe und Kaufland erklären, keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Selbstscannern und Ladendiebstahl festzustellen. Rewe und Penny berichten von positiven Erfahrungen. Edeka bezeichnet SB-Kassen als zusätzliche Serviceleistung.

Lidl will bis Anfang 2026 mehr als 1.600 Filialen mit SB-Kassen ausstatten – ungefähr jede zweite Filiale und damit eine ähnliche Größenordnung wie bei Rewe. Kaufland betreibt in mehr als 260 Märkten rund 1.700 SB-Kassen und bietet zusätzlich mobile Systeme an, bei denen Kundinnen und Kunden Waren mit einem Scanner oder Smartphone selbst erfassen.

Zwischen Tempo und persönlichem Gespräch

In Deutschland werden SB-Kassen dennoch vergleichsweise langsam angenommen. Für viele Menschen hat der Einkauf auch eine soziale Funktion, etwa das kurze Gespräch an der Kassa. Lange Warteschlangen können die Entscheidung allerdings rasch verändern: Wer sieht, dass das Selbstscannen funktioniert, greift laut EHI beim nächsten Mal häufiger wieder dazu.

Daneben werden vollständig kassenlose Geschäfte getestet. Kameras erkennen, welche Waren aus den Regalen genommen werden, und wickeln den Bezahlvorgang automatisch ab. Datenschutzexperten sehen solche Systeme kritisch, weil sie umfangreiche Überwachung und eine Online-Abrechnung erfordern. Roeb hält es für möglich, dass Künstliche Intelligenz und automatisierte Systeme das Selbstscannen künftig überflüssig machen. Wann Roboter mithilfe von KI auch Regale einräumen können, sei hingegen schwieriger vorherzusagen.

Kaufland betont, dass klassische Kassen auch künftig bestehen bleiben. Bei Rewe sei in der Regel mindestens eine Kasse mit Mitarbeitenden besetzt. Der Ausbau der SB-Kassen geht also weiter, während vollständig menschen- und kassenlose Märkte vorerst nur erprobt werden.

Politik, Versorgung und Sport

In Gmünd wurde über die Zukunft der Gesundheitsversorgung diskutiert. Bürgermeister Karnthaler zog nach 16 Jahren im Amt Bilanz. In Hainburg setzt sich die SPÖ weiterhin für den Erhalt des Notarztstützpunkts ein.

Sportlich drehte der KV Mank ein Auswärtsspiel nach einem Fehlstart noch vollständig. Die URW Girlz gewannen zu Hause klar mit 3:0 gegen Bisamberg-Hollabrunn. Ein weiterer Beitrag berichtet von einem Premieren-Sieg und Leistungen aus dem Nachwuchs.

Auch die Hollabrunner Chilleroo Dancers kommen vor – in einem Video über einen Weltrekord. Ein weiteres Video stellt das Livealbum des Musicals „Alice“ von Klassik.Klang Berndorf vor.

Rechtshilfe und weitere Termine

Großes Interesse gab es bei der Veranstaltung „Rat vom Notariat“ in Feldkirch, bei der kostenlos beraten wurde. Die Beratungswochen der Vorarlberger Notar:innen laufen bis 30. Oktober 2026 in allen Vorarlberger Notariaten.

Auf dem Programm stehen unter anderem Erstberatungen zu Kaufverträgen, Immobilienrecht, Testamenten, Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen. Wer solche Fragen schon länger vor sich herschiebt, findet dort also Gelegenheit, sie einmal auf den Tisch zu legen – am besten, bevor es wirklich dringend wird.