Eine Debatte über die geplante Unterbringung von Flüchtlingen erhitzt die Gemüter im deutschen Veringenstadt. Während die Stadtverwaltung vier Container im Gebiet Breitnau zur Aufnahme von Asylsuchenden bereitstellen möchte, regt sich Widerstand in der Nachbarschaft. Ein Ehepaar, Birgit Kirinn und Norbert Müller, die in unmittelbarer Nähe wohnen, fühlen sich von den Behörden im Unklaren gelassen und haben daher Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt.

Kirinn und Müller gelangten erst im Sommer durch ein Gespräch mit einem Nachbarn an die Informationen zum Bau der Container. Daraufhin suchten sie das Gespräch mit Bürgermeister Maik Rautenberg und nahmen im September an einer Gemeinderatssitzung teil. Das Paar hat in nur drei Tagen beeindruckende 120 Unterschriften gesammelt, da viele Anwohner bis dahin keine Kenntnis von den Plänen hatten. „Rund 70 Prozent der Befragten wussten von nichts“, beklagt Müller. Besonders betroffen sind ihrer Meinung nach alleinstehende, ältere Frauen sowie der nahe Schulweg, der durch die neue Situation beeinflusst werden könnte.

Bedenken wegen möglicher Folgen

Kirinn äußerte ihre Befürchtungen in Bezug auf die psychosoziale Betreuung der Flüchtlinge. „Es könnten traumatisierte Menschen aus Kriegsgebieten sein“, sagte Müller, und Kirinn, die über Erfahrung im psychiatrischen Bereich verfügt, fordert „engmaschige Begleitung“, sollte es sich um junge, alleinstehende Männer handeln. Beide sind besorgt, dass es zu unüberwachten Situationen kommen könnte, falls die Flüchtlinge traumatische Erfahrungen mit sich bringen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt leben bereits 23 Flüchtlinge aus der Ukraine in Veringenstadt, wie Saskia Reinberger vom Einwohnermeldeamt bestätigt. Der weitere Zuzug von Flüchtlingen steht laut dem Landratsamt Sigmaringen an, allerdings sind genaue Zahlen aufgrund schwankender Verhältnisse derzeit nicht prognostizierbar. „Es ist klar, dass wir noch weitere Flüchtlinge bekommen“, so Reinberger weiter.

Integrations- und Betreuungsprobleme

Der Widerstand der Anwohner beruht unter anderem auf den begrenzten Integrationsmöglichkeiten. Laut Kirinn fehlen in der Umgebung große Einkaufsmöglichkeiten, Begegnungsstätten oder psychologische Betreuung. Gleichzeitig hat sich der einst engagierte Helferkreis in Veringenstadt dieses Jahr aufgelöst, und auch das einst für Flüchtlinge angebotene Sprachcafé existiert nicht mehr.

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Müller und Kirinn zeigen sich offen gegenüber einer Unterstützung bei der Integration, sollten Familien in die Container ziehen. Doch hinsichtlich alleinstehender Männer aus Kriegsgebieten äußert Kirinn trotz ihrer Berufserfahrung Bedenken und meinte: „Ich würde da alleine nicht hineingehen.“ Die Stadt habe im Haushalt 120.000 Euro für den Bau einkalkuliert, allerdings fehlt noch die Genehmigung vom Landratsamt, um einen Einzugstermin zu nennen. Müller mahnt, dass die Container erst aufgestellt werden sollten, wenn klar ist, dass sie benötigt werden.

Weitere Informationen zu diesem brisanten Thema bieten Berichte auf www.schwaebische.de.

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