Heute ist der 10.05.2026. In Deutschland bleibt die Reiselust trotz angespannter wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen ungebrochen. Tatsächlich planen ganze 76 Prozent der Deutschen, dem Alltag im Jahr 2026 zu entfliehen. Was dabei besonders auffällt, ist der Wandel in den Reisegewohnheiten: Klassische Urlaubsformen verlieren an Bedeutung und neue Trends wie JOMO, Staycation, Noctourism und Milestone Travel treten in den Vordergrund. Diese Entwicklungen wurden kürzlich in einem Artikel des Hamburger Abendblattes thematisiert.
Ein besonders spannender Trend ist der Noctourism, der sich auf nächtliche Aktivitäten und Erlebnisse konzentriert. Von Mondscheinwanderungen über nächtliche Stadtführungen bis hin zu Tierbeobachtungen – die Möglichkeiten sind vielfältig. Empfohlene Reiseziele sind Orte wie der Teide-Nationalpark für Sternenbeobachtungen oder die Rhön, bekannt für ihren Lichtschutz. Die Idee, unter dem klaren Nachthimmel zu schlafen oder an Geistertouren teilzunehmen, zieht immer mehr Reisende an.
Noctourism im Detail
Die Faszination für das nächtliche Abenteuer zeigt sich auch in den Geschichten von Reisenden. Ein Beispiel ist eine nächtliche Kanutour im Amazonasgebiet, die im März 2023 stattfand. Die Teilnehmer hörten das Geschrei von Brüllaffen und eine Vielzahl anderer Tiere, die die Nacht mit ihrem Konzert erfüllten. Laut Jarol Fernando Vaca, einem Wissenschaftler und Guide, geht es bei einer Amazonassafari oft weniger darum, viel zu sehen – viel mehr spielt sich in den Geräuschen der Nacht ab. Immer mehr Menschen scheinen die Ehrfurcht und den Stressabbau zu suchen, den nächtliche Erlebnisse bieten können. Und laut Prognosen von Booking.com werden nachttouristische Erlebnisse bis 2025 zu den gefragtesten Reiseerlebnissen gehören.
Der Trend JOMO, der für „Joy of Missing Out“ steht, ermutigt Reisende, bewusst auf Reize und ständige Erreichbarkeit zu verzichten. Abgelegene Unterkünfte ohne Internetzugang werden immer beliebter. Statt ständigem Social Media-Scrollen gibt es ein Bedürfnis nach Rückzug und Energie tanken. Wunderschöne Berghütten oder Blockhäuser in Finnland sind hier die bevorzugten Rückzugsorte. Der Fokus liegt weniger auf klassischen Erlebnissen und mehr auf innerer Ruhe und Entspannung.
Staycation und Milestone Travel
Ein weiterer Trend ist die Staycation, bei der die eigene Stadt oder Umgebung zum Urlaubsziel wird. Dies bedeutet, dass Reisende ihre Heimat neu entdecken – Museen, Galerien und oft übersehene Sehenswürdigkeiten rücken in den Fokus. Die Idee, den Urlaub in lokalen Hotels zu verbringen oder das eigene Zuhause für ein Urlaubsgefühl umzugestalten, gewinnt immer mehr Anhänger. Gleichzeitig erfreut sich auch Milestone Travel großer Beliebtheit. Besondere Lebensereignisse werden mit Reisen gefeiert – sei es ein runder Geburtstag oder ein Jubiläum. Hierbei stehen gemeinsame Erlebnisse und die Stärkung sozialer Bindungen im Vordergrund. Erinnerungen, die generationenübergreifend wirken, sind das Ziel.
Die Digitalisierung und das wachsende Bewusstsein für Nachhaltigkeit prägen zunehmend die Tourismusbranche. Es gibt einen Rückgang von Flugreisen und Kreuzfahrten, während Individualreisen und umweltfreundliche Mobilität zunehmen. Über die Hälfte der Deutschen möchte im Urlaub abschalten und autark reisen, und immer mehr Reisende legen Wert auf soziale Verträglichkeit. Die Reiseveranstalter reagieren auf diese Trends, indem sie nachhaltigere Optionen anbieten. Die Nachfrage nach individuellen Reiseoptionen, wie Solo-Reisen und Backpacking, wächst ebenfalls.
Die Reisegewohnheiten verändern sich. Die sozialen Medien üben Einfluss auf das Reiseverhalten aus, indem sie als Inspirationsquelle dienen. Apps wie Google Maps und Booking.com sind im Alltag der Reisenden unverzichtbar geworden. Der Trend zu einem bewussteren und nachhaltigen Reisen wird in den kommenden Jahren sicherlich noch zunehmen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Reisewelt weiterentwickelt und welche neuen Trends sich durchsetzen werden.
