Heute ist der 5.06.2026 und wenn man die Nachrichten verfolgt, kann man kaum umhin, den großen Trubel um die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada zu bemerken. Die Diskussion über einen möglichen Boykott der WM 2026, die unter der Ägide von Donald Trump steht, bringt ein gesellschaftliches und politisches Klima mit sich, das viele Deutsche besorgt. Die Bundesregierung plant, der WM vorerst fernzubleiben. Kanzler Scholz hat ganz offen erklärt, dass er seinen Kindern nicht empfehlen würde, in den USA zu leben oder zu arbeiten. Ein klares Statement! Tatsächlich unterstützen viele Deutsche diese Haltung und möchten während Trumps Präsidentschaft nicht in die USA reisen. Es sei denn, sie haben ein paar gute Gründe – die Ticketpreise steigen ja auch ins Unermessliche.
Ein weiterer Grund, warum die Bundesregierung vorsichtig agiert, ist die Sorge, dass der Kanzler auf der VIP-Tribüne neben Trump-Anhängern gesehen werden könnte. Die Frage ist also: Wie sieht die deutsche Politik die anstehende WM? Es gibt zwar weniger Bedenken seitens der Politik bezüglich der Speicherung von Daten deutscher Behörden auf US-Servern, aber die Abhängigkeit von US-amerikanischem Gas könnte durch den Bau neuer Gaskraftwerke zunehmen. Deutschland befindet sich in einem Wettlauf um Einfluss und Positionierung in Bezug auf die USA. Die Quelle beleuchtet das Ganze sehr gut.
Sport und Politik im Widerstreit
Oke Göttlich, der Präsident des FC St. Pauli, hat bereits eine Diskussion über die Situation in den USA im Zusammenhang mit der WM angestoßen. Er äußert Bedenken über die Bedrohungen, die von Trump ausgehen, und fragt sich, wo die Grenzen des Tabus liegen. Diese Debatte ist nicht nur eine politische, sondern auch eine sportliche. DFB-Präsident Bernd Neuendorf und die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness waren sogar bei einem Heimspiel des FC St. Pauli anwesend – man könnte sagen, das Thema schlägt hohe Wellen. Klaveness fand beim Thema Boykott der WM in Katar klare Worte und meinte, dass ein isolierter Boykott Norwegens der falsche Weg sei.
Der Neujahrsempfang der DFL in Frankfurt am Main am 26. Januar wird mit Spannung erwartet, da dort weitere Stellungnahmen zu erwarten sind. Währenddessen hält sich die deutsche Politik zurück. Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein betont, dass der Sport autonom agieren sollte, während andere nationale Verbände, wie die UEFA und die Verbände aus England, Spanien, Italien und Frankreich, sich nicht zu Boykottfragen äußern. Philippe Diallo, der Präsident des französischen Verbands, hat ebenfalls klargemacht, dass der Sport von der Politik getrennt bleiben müsse, was eine interessante Perspektive in dieser Diskussion darstellt.
Die Stimmen der Fans
Die Stimmen der Fans sind nicht zu überhören. Wolfgang Altmann und seine Freunde aus Esslingen haben ihre Pläne, zur WM 2026 zu reisen, bereits verworfen. Der Grund? Hohe Ticketpreise, große Entfernungen zwischen den Spielorten und die aktuelle politische Lage in den USA. Altmann hat an jeder WM seit 1994 teilgenommen, aber in diesem Jahr bleibt er lieber zuhause. „Wir wollen nicht unter dem aktuellen Präsidenten in die USA reisen“, sagt er. Komischerweise wird diese Meinung von vielen geteilt. Auch die niederländischen Fußballfans haben eine Petition für einen WM-Boykott ins Leben gerufen, die bereits von rund 144.000 Menschen unterzeichnet wurde.
Die Diskussion über einen Boykott wird durch die Tatsache verstärkt, dass die FIFA für die WM 2026 Rekordeinnahmen von neun Milliarden US-Dollar erwartet. Ein Boykott wäre für viele Verbände unattraktiv, da sie mit Geldstrafen und möglichen Ausschlüssen von zukünftigen Wettbewerben rechnen müssten. Die FIFA-Richtlinien sehen Geldstrafen von 250.000 bis 500.000 Schweizer Franken vor, je nach Zeitpunkt des Rückzugs. Und mal ehrlich, wer will schon die nächste WM verpassen, nur weil man sich gegen die Politik eines Landes stellt? Die Historie zeigt, dass qualifizierte Teams seit dem Zweiten Weltkrieg aus politischen Gründen nie eine WM abgesagt haben.
Die WM 2026 beginnt am 11. Juni, und Deutschland spielt am 14. Juni gegen Curaçao. Ob die Spieler sich politisch äußern wollen, bleibt abzuwarten. DFB-Kapitän Joshua Kimmich hat bereits signalisiert, dass er sich nicht zu solchen Themen äußern möchte. Letztendlich bleibt die Frage: Wer trifft die Entscheidungen, und was kommt dabei für die Fans heraus?
