Drama im WM-Viertelfinale: England bezwingt Norwegen nach umstrittenem Tor
Am 12. Juli 2026 fand das WM-Viertelfinale zwischen Norwegen und England statt, und es war ein echtes Drama. England siegte nach einem spannenden Spiel mit 2:1 nach Verlängerung. Norwegen, das mit viel Elan ins Match ging, erzielte in der 36. Minute ein Tor durch Andreas Schjelderup. Doch die Partie nahm eine unerwartete Wendung, als ein umstrittenes Tor für England in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+2 Minute) fiel. Der Norwegische Torhüter Ørjan Nyland hatte einen Abstoß ausgeführt, der mit einem Kabel der Spidercam in Kontakt kam. So kam es, dass der Ball seine Flugkurve veränderte und vor Elliot Anderson fiel, der dann Anthony Gordon bediente. Gordon passte zu Jude Bellingham, der den umstrittenen Ausgleich zum 1:1 erzielte. Norwegens Nationaltrainer Ståle Solbakken war während der Halbzeitpause sichtlich unzufrieden und protestierte energisch beim Schiedsrichter-Team.
Die FIFA hat inzwischen klargestellt, dass laut ihren Daten kein Kontakt zwischen dem Ball und dem Kabel nachgewiesen werden konnte. Schiedsrichter Clément Turpin und VAR Jérôme Brisard erkannten den Vorfall nicht, was für viele die Frage aufwarf, ob hier eine klare Fehlentscheidung getroffen wurde. Der Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich erklärte, dass eine Entscheidung nur getroffen werden kann, wenn der Kontakt das Spielgeschehen tatsächlich beeinflusst hat. Mark Clattenburg, ein ehemaliger FIFA-Schiedsrichter, brachte es auf den Punkt: Der VAR hätte eingreifen müssen, wenn der Ball ein Objekt berührt, das nicht zum Spielfeld gehört. Letztlich bleibt die Frage, ob die Schiedsrichter hier richtig gehandelt haben.
Drama in der Verlängerung
Die zweite Halbzeit verlief ereignislos, und es ging in die Verlängerung. In der 93. Minute erzielte Jude Bellingham sein zweites Tor des Spiels und sicherte England somit den Einzug ins Halbfinale. Trotz des Sieges äußerte sich Thomas Tuchel, der Trainer von England, unzufrieden mit der Leistung seines Teams. Immerhin war es das vierte Halbfinale in der Verbandsgeschichte Englands, doch der Weg dahin war alles andere als klar. Norwegen hingegen musste das Spielfeld mit einem Gefühl der Ungerechtigkeit verlassen. Ein weiteres Tor durch Torbjörn Heggem wurde aufgrund eines Fouls von Erling Haaland an einem englischen Spieler aberkannt, was die Situation für die Norweger zusätzlich verschärfte.
Die Diskussion um das Kabeltor und die Rolle des VAR wird in den kommenden Tagen sicherlich weitergeführt werden. Die FIFA hat betont, dass der Sensor im Ball keinen „Herzschlag“ angezeigt habe, was die Zweifel an der Richtigkeit der Entscheidung nicht gerade mindert. Für die Zuschauer war es ein Spiel voller Emotionen – von der Enttäuschung der Norweger bis zur Freude der Engländer. Bellingham, der in der K.o.-Phase insgesamt vier Tore erzielte, wurde für seine Leistung gelobt, während Norwegen sich in der Niederlage mit Größe zeigte. Ståle Solbakken äußerte sich nach dem Spiel gelassen und betonte, wie wichtig es sei, auch in einer Niederlage Größe zu zeigen.
Diese Partie wirft nicht nur Fragen hinsichtlich der Spielregeln auf, sondern beleuchtet auch die Rolle des VAR in modernen Fußballspielen. Laut dem VAR-Protokoll dürfen Video-Schiedsrichterassistenten nur eingesetzt werden, wenn die Anforderungen des VAR-Handbuchs erfüllt sind und die FIFA ihre schriftliche Erlaubnis erteilt hat. Das Protokoll enthält strenge Grundsätze, die den Einsatz des VAR regeln – von der Entscheidung, die der Schiedsrichter treffen muss, bis hin zu den Bedingungen, unter denen eine Videoüberprüfung eingeleitet werden kann. Diese Ereignisse werden wohl noch lange in den Köpfen der Fans und Spieler bleiben.
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