Ein französischer Teenager könnte in Singapur bis zu zwei Jahre Gefängnisstrafe verbüßen, nachdem er angeblich einen Strohhalm in einem Automaten für Orangensaft geleckt und ihn anschließend wieder in den Automaten zurückgelegt hat.
Die strengen Gesetze Singapurs
Singapur, ein kleiner, hochentwickelter und wohlhabender Finanzhub in Südostasien, ist bekannt für seine strengen Gesetze.
Vorfall im Einkaufszentrum
Der Vorfall ereignete sich am 12. März in einem Einkaufszentrum, berichten die singapurischen Behörden. Didier Gaspard Owen Maximilien, 18 Jahre alt, wurde wegen zweier Delikte angeklagt.
Die Anklagen gegen den Teenager
Die erste Anklage wegen öffentlicher Belästigung kann mit bis zu drei Monaten Gefängnis und/oder einer Geldstrafe von bis zu 2.000 Singapur-Dollar (ca. 1.570 US-Dollar) bestraft werden. Die zweite Anklage wegen übler Nachrede kann eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren, eine Geldstrafe oder beides nach sich ziehen.
Soziale Medien und die Folgen
Der Teenager soll sich selbst gefilmt haben, während er die Tat beging, und das Video auf sozialen Medien gepostet haben, wo es schnell Viral ging und die Behörden zur Untersuchung veranlasste, berichten lokale Medien.
Kosten und Folgen für den Automatenbetrieb
IJOOZ, das Unternehmen, das die Automaten betreibt, musste alle 500 Strohhalme in dem von ihm verwendeten Automaten ersetzen, so lokale Medien.
Hintergrundinformationen zum Teenager
Der Teenager ist Student an der Singapurer Niederlassung der Essec Business School, einer französischen Institution mit mehreren internationalen Standorten, berichten lokale Medien.
Rechtliche Schritte und Kaution
CNN hat sich an IJOOZ, Essec sowie an die Anwälte des Teenagers gewandt, um Stellungnahmen einzuholen. Ihm wurde eine Kaution von 5.000 Singapur-Dollar (ca. 3.920 US-Dollar) angeboten, berichtete die singapurische Justiz. Der nächste Gerichtstermin ist für den 22. Mai angesetzt.
Ein Präzedenzfall in Singapur
Es ist nicht das erste Mal, dass ein ausländischer Teenager mit den strengen Gesetzen Singapurs in Konflikt gerät.
Der Fall Michael Fay
Einer der bekanntesten Fälle ereignete sich 1993, als der Amerikaner Michael Fay wegen Besitzes gestohlener Gegenstände und Vandalisierung mehrerer Autos durch Sprayen angeklagt wurde.
Fay wurde zu vier Monaten Gefängnis und sechs Stockhieben verurteilt, was nach internationalem Aufschrei und Intervention des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton auf vier Stockhiebe reduziert wurde.
Die Reaktionen auf die Strafe
Singapur führte die Züchtigung trotz starker Druckausübung aus Washington durch, da es wichtig war zu betonen, dass es seine eigenen Gesetze auch für ausländische Staatsbürger durchsetzen muss, was kurzfristig die Beziehungen zwischen den USA und Singapur belastete.