In Emmendingen wurde am Dienstagmittag der Startschuss für die Revitalisierung der Elz gegeben. Anwesend waren unter anderem Regierungspräsident Carsten Gabbert, Oberbürgermeister Stefan Schlatterer, Bürgermeister Fabian Nitz und Landrat Hanno Hurth, sowie die Erstklässler der Grundschule Kollmarsreute. Mit einem feierlichen „Wasser Marsch“ wurde die Initiative an einem Modell des künftigen Flussverlaufs eingeläutet. Ziel ist es, die Elz naturnah zu entwickeln, um nicht nur neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen, sondern auch Naherholungszonen für die Bevölkerung zu etablieren. Die Maßnahme gilt als die wirksamste Methode zur Vergrößerung der Fläche für Hochwasserrückhalt und zur Förderung der Gewässerentwicklung.
Das Projekt zur Dammrückverlegung, das zwischen Emmendingen und Denzlingen realisiert wird, ist eine umfassende Zusammenarbeit von Bund, Land und Kommunen und wird insgesamt mit etwa 15 Millionen Euro finanziert. Die ersten Konzepte zur Dammrückverlegung entstanden bereits 2010, und nach Abschluss erster Projekte zwischen Riegel und Köndringen im Jahr 2016 wurden 2017 Grundsatzbeschlüsse zur Beteiligung an der Dammrückverlegung gefasst. Die Umsetzung dieser Maßnahme begann Anfang 2023, und die Fertigstellung wird für 2029 erwartet. Der Landesbetrieb Gewässer beim Regierungspräsidium Freiburg ist für die Verlegung der Hochwasserdämme zuständig.
Details zur Dammrückverlegung
Die Rückverlegung der Dämme betrifft sowohl den nördlichen als auch den südlichen Bereich der Elz und zielt darauf ab, den Hochwasserschutz zu verbessern sowie die Grundwasserneubildung und die Qualität des Naherholungsraums zu steigern. Die neuen Flächen, die durch die Maßnahmen geschaffen werden, werden zudem als Ausgleichsflächen für bevorstehende Baugebiete dienen. Die ersten Ideen zur Dammrückverlegung wurden bereits 2010 diskutiert, und die EU-weite Ausschreibung der Maßnahmen fand 2019 statt. Ein offizieller Spatenstich für das Projekt wird am 21. April gefeiert.
Projektleiter Frank Bödeker und Flussmeister Bernd Walser haben im Technischen Ausschuss über den Fortschritt der Arbeiten informiert. Die Dammertüchtigungen und -neubauten beiderseits der Elz sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Alte Dämme bleiben bis dahin erhalten, und vorbereitende Maßnahmen wie die Verlegung einer Gasleitung haben bereits begonnen. Die wasserrechtliche Genehmigung wurde Ende 2025 erteilt, und die Umsetzung der Revitalisierung und Strukturmaßnahmen ist für März 2027 vorgesehen.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die Revitalisierung der Elz entspricht dem Prinzip der Gewässerrenaturierung, das darauf abzielt, ein vom Menschen verändertes Gewässer in einen natürlicheren Zustand zurückzuführen. Dies geschieht durch Maßnahmen wie die Entfernung von Beton im Uferbereich oder im Flussbett. Das Ziel dieser Bemühungen ist eine eigendynamische Entwicklung, die dazu führt, dass die Gewässerstruktur langfristig verbessert wird. Experten betonen die Wichtigkeit einer langfristigen Planung und die frühzeitige Einbindung aller betroffenen Akteure und Interessengruppen, um realistische Entwicklungsziele festzulegen.
Insgesamt zeigt das Projekt der Elz-Renaturierung, wie wichtig solche Maßnahmen für den Hochwasserschutz, die Biodiversität und die Lebensqualität der Menschen in der Region sind. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten ist dabei der Schlüssel zum Erfolg, denn nur gemeinsam können wir unsere Flüsse für zukünftige Generationen sichern und gleichzeitig einen wertvollen Lebensraum für Flora und Fauna schaffen.
Für weitere Informationen über die Revitalisierung der Elz können Sie die vollständige Quelle hier einsehen.