Bretzfelds kurioser Ortsschild-Fehler: „Hohelohekreis“ sorgt für Aufregung und Diebstahl
In der kleinen Gemeinde Bretzfeld, genauer gesagt im Ortsteil Rappach, hat sich eine kuriose Geschichte entsponnen, die nicht nur die Einwohner zum Schmunzeln bringt, sondern auch die Verwaltung vor Herausforderungen stellt. Seit 2017 stand dort ein Ortsschild mit einem eklatanten Schreibfehler: „Hohelohekreis“ anstatt des korrekten „Hohenlohekreis“. Ein Fauxpas, der fast neun Jahre unentdeckt blieb, bis die „Heilbronner Stimme“ am 3. Juni 2026 darauf aufmerksam machte. Kaum war der Fehler publik, wurde das Schild auch schon gestohlen, bevor es ausgetauscht und vom Ordnungsamt vernichtet werden konnte. Die Gemeinde hat den Diebstahl mittlerweile zur Anzeige gebracht.
Hauptamtsleiter Benjamin Offenberger nimmt die Sache mit einem Schuss Humor. Der Fehler könnte beim Bestellen, Produzieren oder Montieren des Schildes passiert sein. Wie das nun mal so ist – ein kleines „n“ kann viel Ärger machen! Und auch wenn der Schreibfehler im Dialekt nicht ganz unähnlich klingt, so wird die Gemeinde nun aktiv: Ein neues Schild kostet etwa 350 Euro und wird in den nächsten sechs bis acht Wochen geliefert. Offenberger hat bereits die Bestellung beim Bauhof aufgegeben, denn die Zuständigkeit für die Schilder liegt hier bei der Gemeinde.
Kontrolle und Verantwortung
Am Ortseingang von Rappach steht das Schild, das jetzt für Aufregung sorgt. Das Landratsamt hatte bereits angeordnet, zusätzliche Schilder auf der linken Seite anzubringen, um die Sichtbarkeit zu verbessern. Es zeigt sich, dass die Verantwortung für solche Schilder je nach Straßentyp zwischen dem Landratsamt und der Gemeinde aufgeteilt ist. In Bretzfeld kümmert sich der Bauhof um die Bestellung und Anbringung der Schilder, was in diesem Fall anscheinend nicht ganz reibungslos funktioniert hat.
In der Region Heilbronn-Franken sind solche Fehler übrigens keine Seltenheit. Schilder mit offensichtlichen Tippfehlern, wie „Neckars-ulm“ oder „Kirschhausen“ statt Kirchhausen, sorgen immer wieder für Aufsehen. Vor kurzem wurde auch ein Schild in der Fußgängerzone mit dem Wort „Lieferverker“ ohne das „h“ entdeckt. Die Stadt Neckarsulm hat bereits eine externe Baufirma beauftragt, um solche Missgeschicke künftig zu vermeiden. Die Bürger werden dazu aufgerufen, solche Fehler zu melden – es scheint fast so, als ob die Gesellschaft hier mit einer Art kollektiven Aufpasser-Funktion agiert.
Ein Blick über die Grenzen
Aber Bretzfeld ist nicht allein in dieser misslichen Lage. Im Kreis Reutlingen wurde ein Straßenschild der „Nebelhöhle“ fälschlicherweise zu „Nebelhöhe“ umetikettiert. Solche Verwechslungen, die durch falsch ausgefüllte Formulare oder Druckfehler entstehen, bringen die Verantwortlichen oft zum Schmunzeln – oder zum Kopfschütteln. Und während die Kosten für Korrekturen in der Regel gering sind, wenn es nur um einen Aufkleber geht, kann der Austausch eines gesamten Schildes zwischen 200 und 250 Euro kosten. In größeren Fällen können die Summen sogar vierstellige Beträge erreichen.
Die Stadtverwaltung von Neckarsulm hat erklärt, dass bei Umleitungen oft nicht genug Zeit für eine gründliche Kontrolle bleibt. Das ist zwar verständlich, zeigt aber auch, wie wichtig eine sorgfältige Überprüfung ist. In Bretzfeld wird man sich nun wohl intensiver um die Kontrolle der Ortsschilder kümmern, um solche Pannen in Zukunft zu vermeiden. Schließlich kann ein kleines „n“ für viel Verwirrung sorgen – und das ist in der schönen Region Hohenlohekreis sicherlich nicht im Sinne der Gemeinde.
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