Rottweil feiert im Rahmen des „Jahres der Brücken“ eine spannende szenische Stadtführung. Die Premiere der Führung „Rottweiler Brücken“ fand am vergangenen Samstag statt und war mit 30 Teilnehmern ausverkauft. Die Tour, die eineinhalb Stunden dauert, führt durch die historische Innenstadt und beginnt im Bockshof. Dabei werden Brücken aus neun Jahrhunderten vorgestellt, was nicht nur Geschichtsinteressierte, sondern auch Architekturfreunde begeistert.
Ein Highlight der Führung ist das Gasthaus „Linde“, wo die „Viadukt“-Brücke, erbaut zwischen 1874 und 1876, sowie die Neckarbrücke, benannt nach König Karl von Württemberg, vorgestellt werden. Jesuitenpater Hans Aicher gibt spannende Einblicke in die Geschichte der Jesuiten in Rottweil, während die „Seufzerbrücke“ zwischen dem Konvikt und der Kapellenkirche eine interessante Anekdote bereithält: Schüler nutzen sie zur Bestrafung. Eine Bauingenieurin berichtet zudem über die geplante Sprengung der Hochbrücke, die jedoch gestoppt wurde. Die Stadtführerin Ulrike Wenzler-Munding zeigt den Beginn der LGS-Brücke, und Uwe Deiber thematisiert die Vertreibung der Protestanten, auch bekannt als die „Wiaschtgläubigen“. Den Abschluss der Führung bildet der Brückenwächter Jochen Egin, der die Teilnehmer mit weiteren Geschichten fesselt. Eberhard Wucher kündigte an, dass diese Führung künftig ins reguläre Programm aufgenommen wird und für Gruppen buchbar ist.
Weitere Details zur Führung
Die Stadtführung „Rottweiler Brücken“ legt besonderen Wert auf die Geschichte und die Bedeutung der Brücken in der Stadt. Themen wie Wandel, Übergang, Ankommen, Vertreibung, Glauben, Verzweiflung und Hoffnung werden während der Tour behandelt. Zu den Stationen gehören neben dem Bockshof mit der Hängebrücke „NeckarLine“ auch die Seufzerbrückle, die Hochbrücke, das Heilig-Kreuz-Münster sowie das Rathaus, wo einst eine Brücke existierte, die mittlerweile verschwunden ist. Eine weitere Station ist das Boltenbrückle.
Die Preisstruktur ist familienfreundlich: Bis zu 20 Personen zahlen 110 Euro, wobei jede weitere Person bis 30 für 6 Euro dazugebucht werden kann. Die Führung findet bei jedem Wetter statt, und die Stornierungsbedingungen sind fair geregelt. Bis zu 7 Tage vor Beginn ist eine kostenfreie Stornierung möglich, während 50% Stornogebühren 2-6 Tage vor der Führung anfallen.
Ein Blick über die Grenzen
Die Faszination für Brücken ist nicht nur in Rottweil spürbar. Deutschland bietet eine Vielzahl beeindruckender Brücken, wie die Titan RT im Rappbodetal im Harz. Diese Hängebrücke, eröffnet 2017, ist mit 458,5 Metern eine der längsten Fußgänger-Seilhängebrücken in Europa und schwebt etwa 100 Meter über dem Wasser. Mit vier Haupttragseilen, die eine Tragkraft von 947 Tonnen haben, ist sie ein technisches Meisterwerk, das atemberaubende Ausblicke auf die umliegende Natur bietet. Bei Dämmerung wird die Brücke sanft beleuchtet und zieht nicht nur Abenteurer, sondern auch Naturliebhaber an.
In diesem Sinne lädt die Stadtführung „Rottweiler Brücken“ nicht nur dazu ein, die lokale Geschichte hautnah zu erleben, sondern auch die tiefere Bedeutung der Brücken für die Gemeinschaft zu erkennen. Mehr Informationen zur Führung finden Sie auf der Webseite der Stadtführungen hier und zur Premiere auf diesem Link.