Heute ist der 9.05.2026, und die Nachrichten aus Tübingen sind alles andere als erfreulich. CureVac, ein einst vielversprechendes Unternehmen der mRNA-Forschung, steht vor der Schließung. Politische und wirtschaftliche Kritik prallt auf die Entscheidung von BioNTech, die diesen Schritt eingeleitet hat. Eine Mitarbeiterin berichtet von einem Arbeitsalltag, der seit November letzten Jahres zum Stillstand gekommen ist. Was für eine traurige Situation, in der 90 Prozent der Angestellten nicht mehr regulär arbeiten können. Die Stimmung im Unternehmen hat sich seit der Übernahme durch BioNTech verschlechtert, was nicht gerade für gute Laune sorgt.

Ingmar Hoerr, Mitgründer von CureVac, spricht von einem „abgekarteten“ Vorgehen. Seine Kritik an BioNTech ist nicht zu übersehen, denn er wirft dem Unternehmen vor, kurzfristige Renditeinteressen über die Beschäftigung und den Standort zu stellen. Die Gewerkschaft IGBCE hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet und sieht in der Entscheidung eine Bedrohung für die Region Tübingen, die als wichtiger Knotenpunkt der mRNA-Forschung gilt. Rund 750 Mitarbeiter sind von den Schließungsplänen betroffen, und viele von ihnen orientieren sich neu, während sie auf Abfindungsregelungen warten. Doch wie schnell können sie einen Neuanfang wagen? Die Unklarheit darüber ist bedrückend.

Die Dimension der Schließungen

BioNTech plant, nicht nur den Tübinger Standort aufzugeben, sondern auch mehrere andere Produktionsstätten in Deutschland und darüber hinaus. Insgesamt könnten bis zu 1.860 Stellen auf der Kippe stehen. Hoerr kritisiert die Schließungspläne für den Tübinger Standort nur kurz nach der Übernahme, und das ist kein Zufall. Er vermutet, dass BioNTech Patentstreitigkeiten mit CureVac umgehen will. Die Begründung für die Schließungen ist ernüchternd: zu geringe Auslastung, Überkapazitäten und Kostensenkungen. Was für ein bitterer Beigeschmack!

Der Tübinger Standort soll bis Ende 2027 aufgegeben werden, und das wirft Fragen auf. Wie wird sich das auf die laufenden Forschungsprojekte auswirken? Viele Mitarbeiter hatten auf eine Fortführung ihrer Arbeiten gehofft, die seit August größtenteils stillstehen. BioNTech selbst hat bei der letzten Meldung einen Verlust von 532 Millionen Euro im ersten Quartal 2026 bekanntgegeben, trotz liquider Mittel von fast 17 Milliarden Euro. Ein Widerspruch, der zum Nachdenken anregt, oder? Die BioNTech-Aktie fiel nach dieser Ankündigung um mehr als fünf Prozent – ein weiteres Zeichen für die Unsicherheit.

Die Zukunft im Ungewissen

Der Rückzug von BioNTech aus der Impfstoffproduktion in Deutschland könnte auch zu möglichen Engpässen führen, warnt Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des IMK. Er fordert die Bundesregierung auf, die Impfstoffproduktionskapazitäten in Deutschland und den Nachbarländern zu überprüfen und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen. Währenddessen sucht BioNTech Käufer für die betroffenen Standorte, mit der Aussicht auf teilweise oder vollständige Verkäufe. Doch wer wird sich für die Übernahme solcher Standorte interessieren, in Zeiten, in denen die Nachfrage nach COVID-Impfstoffen sinkt?

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Diese Entwicklungen werfen einen Schatten auf die Zukunft der mRNA-Forschung in Deutschland. Die Region Tübingen, die einst als Vorreiter galt, sieht sich nun mit einer unsicheren Lage konfrontiert. Die Schließung von CureVac könnte nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die gesamte Forschungslandschaft nachhaltig beeinflussen. In einer Zeit, in der der medizinische Fortschritt so wichtig ist, bleibt zu hoffen, dass es doch noch einen Weg gibt, das wertvolle Wissen und die laufenden Forschungsarbeiten zu retten. Die Geschehnisse um CureVac und BioNTech sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie schnell sich die Landschaft ändern kann.