In Tübingen sorgt Walter Betz, der mit seinen 91 Jahren noch immer als Trainer im TC Tübingen aktiv ist, für Aufsehen. Er ist nicht nur ein Trainer, sondern ein wahres Urgestein des Vereins, dem er seit über 76 Jahren angehört. Seine Leidenschaft für den Tennissport begann 1945 als Balljunge und seither hat er sich ununterbrochen diesem Sport gewidmet. Fast täglich trainiert er Schüler jeden Alters – von kleinen Kindern bis hin zu Rentnern. Dabei gibt er klare Anweisungen, um die Technik und Körperhaltung seiner Spieler zu verbessern. Eine seiner Schützlinge, Marie-Sophie Kasten, hebt besonders hervor, wie gut er Fehler erkennt und seine Spieler motiviert. Ein echtes Talent!

Betz ist bekannt für sein Einkaufs-Wägelchen, gefüllt mit Bällen und Schlägern, das ihn stets begleitet. Der Präsident des TC Tübingen, Martin Fahrner, beschreibt ihn als „lebendes Inventar“ des Vereins. Das zeigt, wie sehr er in der Gemeinschaft verwurzelt ist. Die Tennisanlage, auf der Walter Betz seit Ende 1951 fast täglich aktiv ist, hat sich über die Jahre verändert. Ursprünglich befand sich die Anlage in der Wilhelmstraße mit sieben Plätzen und einem kleinen Clubhaus in Form einer Baracke. 1963 zog der Verein dann an seinen jetzigen Standort in der Gartenstraße, wo der neue Centercourt ohne Umzäunung eingeweiht wurde.

Ein Leben für den Sport

Die Trainerkarriere von Walter Betz ist beeindruckend. Er hat über 20 Jahre lang Trainer:innen ausgebildet und rund fünf Lehrgänge jährlich beim WTB geleitet. So kamen insgesamt etwa 2.000 Trainer:innen durch seine Expertise. Beruflich war Betz zuerst als Repro-Fotograf beim Schwäbischen Tagblatt tätig und führte später eine eigene Druckerei. Doch der Tennisplatz blieb immer seine wahre Leidenschaft. Um fit zu bleiben, fährt er täglich mit dem Fahrrad zur Tennisanlage – ein Weg von drei Kilometern, den er auch dienstags und donnerstags gleich zweimal zurücklegt. Und das alles ohne Motorunterstützung!

Obwohl Betz bereits das Rentenalter überschritten hat, bleibt er aktiv. „Ich habe einfach eine große Motivation für Bewegung“, sagt er. Ein Leben ohne Tennis kann sich der 91-Jährige nicht vorstellen. Er erinnert sich an spannende Matches, darunter ein sechs Stunden langes Finalspiel gegen einen Gegner namens Burkhard, bei dem sie mit Schokolade spielten – eine Anekdote, die zeigt, dass der Spaß am Spiel nie verloren ging. Außerdem hat er persönliche Bekanntschaften mit großen Tennisspielern wie Boris Becker und Steffi Graf, was seinen Status in der Tennisszene zusätzlich festigt.

Die Energie und die Begeisterung, die Walter Betz für den Tennissport aufbringt, sind ansteckend. Auch wenn er älter wird, scheint er keine Pläne zu haben, mit dem Training aufzuhören. „Ich habe einfach noch so viel Spaß daran“, sagt er. Diese Lebensfreude und Hingabe sind es, die ihn zu einer wahren Legende im Tübinger Tennis machen.

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Wer sich für den Tennisclub Tübingen und seine Geschichte interessiert, findet in Walter Betz ein faszinierendes Beispiel für Hingabe und Leidenschaft. Für viele ist er nicht nur ein Trainer, sondern auch eine Inspiration, die zeigt, dass es nie zu spät ist, seine Träume zu leben und aktiv zu bleiben.

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