In Waldshut steht eine bedeutende Neuerung bevor: Das Hospiz für den Landkreis wird bald offiziell eröffnet. In der letzten Hauptversammlung des Fördervereins Hospiz, die im Pflegeheim „Haus am Vitibuck“ stattfand, waren 67 Mitglieder anwesend. Der Vereinsvorsitzende Dietmar Wieland nahm sich die Zeit, die Entstehung des Hospizes und des Fördervereins zu erläutern. Gegründet wurde der Förderverein am 8. Januar 2020, um eine Finanzierungslücke von fünf Prozent bei den Betriebskosten zu schließen – eine jährliche Summe, die sich auf etwa 100.000 Euro beläuft. Im Laufe der Zeit ist die Mitgliederzahl des Vereins von 21 Gründungsmitgliedern auf stolze 436 angewachsen. Besonders erfreulich: 191 dieser Mitglieder kommen aus Waldshut-Tiengen.

Doch nicht alles ist rosig. Die Regionen Westen und Norden des Landkreises sind im Förderverein geradezu unterrepräsentiert. Das Ziel, bis Ende des Jahres 500 Mitglieder zu erreichen, bleibt ambitioniert. Der Förderverein ist auf die Unterstützung durch Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen. Oberbürgermeister-Stellvertreter Peter Kaiser versprach, dass die Stadt die Initiative unterstützen wird. Neuwahlen fanden ebenfalls statt: Dietmar Wieland und Ann-Katrin Schreiner wurden in ihren Ämtern bestätigt, während Peter König neu als stellvertretender Vorsitzender gewählt wurde. Christa Bader übernahm das Amt der Schatzmeisterin, nachdem Oxana Ernst-Derr aus beruflichen Gründen ausschied.

Finanzierung und Unterstützung

Christa Bader präsentierte einen Finanzbericht, der aufhorchen ließ: Im Jahr 2025 sammelte der Verein 140.000 Euro, wovon 56.000 Euro aus Mitgliedsbeiträgen stammten. Diese Einnahmen fließen in Rücklagen, die mittlerweile etwa 590.000 Euro betragen. Ulrich Friedlmeier, Leiter des Dezernats Arbeit, Jugend und Soziales, war ebenfalls bei der Versammlung anwesend und sicherte die Unterstützung des Landkreises zu. Das sind alles positive Signale für die bevorstehende Eröffnung.

Die offizielle Eröffnung des Hospizes findet am Freitag, dem 10. Juli, statt. Am Samstag, dem 11. Juli, lädt das Hospiz zum Tag der offenen Tür ein – ab 14 Uhr gibt es Führungen von 14.30 bis 17 Uhr. Ein besonderes Highlight ist das Benefizkonzert am selben Tag um 18 Uhr in der evangelischen Christuskirche Tiengen, dessen Erlös dem Hospiz zugutekommt. So wird nicht nur ein neuer Ort für die Menschen geschaffen, die in ihrer letzten Lebensphase Zuwendung und Unterstützung benötigen, sondern auch die Gemeinschaft wird aktiv einbezogen. Weitere Infos gibt es hier.

Die Bedeutung der Hospizarbeit

Die Hospizidee selbst ist viel mehr als nur eine Einrichtung – sie basiert auf der Überzeugung, dass Menschen jeden Alters in ihrer letzten Lebensphase Zuwendung und Unterstützung brauchen. Dies gilt für Kinder, alte Menschen und deren Familien. Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) setzt sich dafür ein, dass ein würdevolles Sterben möglich ist. Auf der Webseite der Organisation finden sich nicht nur Informationen zu Fachthemen und Angeboten, sondern auch Unterstützung für alle, die sich in der Hospizarbeit engagieren möchten.

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Es ist eine wichtige Aufgabe, die politischen und gesellschaftlichen Bedingungen für eine umfassende palliativmedizinische und -pflegerische Betreuung zu verbessern. Die maximale Autonomie für Menschen am Lebensende sollte bis zuletzt sichergestellt werden. In Waldshut wird mit dem neuen Hospiz ein weiterer Schritt in diese Richtung gemacht.

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