Im schönen Aichach-Friedberg fand kürzlich eine bemerkenswerte Veranstaltung statt, die den Titel „Take Off! – Berufliche Perspektiven mit und für Migrantinnen gestalten“ trug. Rund 70 Frauen mit Migrationshintergrund trafen sich im Kreisgut, um sich über berufliche Möglichkeiten, Unterstützungsangebote und Wege in den Arbeitsmarkt zu informieren. Dabei lag der Fokus auf der Erleichterung des Zugangs zu Weiterbildung und der Integration in den Arbeitsmarkt, was in der heutigen Zeit besonders wichtig ist. Die Organisatoren, darunter das Bildungsbüro des Landratsamts Aichach-Friedberg, das Jobcenter Wittelsbacher Land und die Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH, hatten ein niedrigschwelliges Format mit Thementischen entwickelt, um sprachliche Barrieren abzubauen.

Es war beeindruckend zu sehen, wie vielfältig die Themen an den Thementischen waren. Von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf über Kinderbetreuung bis hin zu Wiedereinstieg und Qualifizierung wurden zahlreiche Aspekte angesprochen, die für die Teilnehmerinnen von Bedeutung sind. Simone Modlmair, die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, betonte die Wichtigkeit solcher Angebote. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde die Messe sogar zweimal durchgeführt, was zeigt, wie groß das Interesse und die Notwendigkeit solcher Initiativen sind.

Berufliche Perspektiven für Migrantinnen

Das Projekt „Take Off!“ bietet nicht nur wertvolle Informationen, sondern auch Einzel- und Gruppencoachings sowie Hilfe beim Verfassen von Bewerbungen. Eine besondere Unterstützung gibt es durch Sprach- und Kulturmittlerinnen der Freiwilligenagentur „mitanand & füranand“, die den Frauen helfen, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird ebenfalls großgeschrieben, denn viele der Teilnehmerinnen haben Kinder und stehen vor der Herausforderung, Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen.

Diese Herausforderung ist nicht allein auf Aichach beschränkt. Auch deutschlandweit gibt es zahlreiche Initiativen, die sich für die Integration von geflüchteten Frauen einsetzen. Ein Beispiel ist das Projekt zur schrittweisen Erlangung eines vollständigen Berufsabschlusses durch Teilqualifikationen, das seit 2015 läuft. Es richtet sich an geringqualifizierte Personen und bietet die Möglichkeit, informell oder non-formal erworbene Kompetenzen zu erfassen. Eines der Tools, das dabei hilft, ist „Check.work“, ein Modul der IHK München zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen, das Informationen in mehreren Sprachen bereitstellt.

Hürden und Chancen für geflüchtete Frauen

Die Integration von geflüchteten Frauen in den Arbeitsmarkt ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Leider stehen sie oft vor höheren Hürden als andere Migrantengruppen. So sind Erwerbstätigenquoten geflüchteter Frauen im Durchschnitt geringer als die von Männern. Gründe hierfür sind unter anderem Sorgepflichten, fehlende Deutschkenntnisse sowie die Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Dies wird auch durch die Tatsache untermauert, dass viele geflüchtete Frauen in Haushalten mit Kindern leben und oft mit gesundheitlichen Problemen kämpfen.

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Die Herausforderungen sind groß, dennoch gibt es viele positive Ansätze. So zeigt eine Evaluation der berufsbezogenen Deutschsprachförderung (DeuFöV), dass Sprachkurse für Flüchtlinge und Migranten ein wichtiger Bestandteil der beruflichen Integration sind. Außerdem sind soziale Netzwerke entscheidend: Über 51 % der erwerbstätigen ukrainischen Geflüchteten fanden ihre Stelle über Bekannte. Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass diese Frauen nicht nur Zugang zu Bildungsangeboten haben, sondern auch ein starkes Netzwerk aufbauen können.

Ein gut ausgebautes Kinderbetreuungssystem korreliert übrigens mit einer höheren Erwerbstätigkeit unter geflüchteten Frauen. Das zeigt, dass eine gezielte Unterstützung in der Kinderbetreuung nicht nur den Frauen selbst, sondern auch ihren Familien zugutekommt. In einem Land wie Deutschland, das durch Vielfalt geprägt ist, ist es unabdingbar, die Integration von geflüchteten Frauen zu fördern, um ihre soziale Mobilität und Teilhabe zu verbessern. Die Veranstaltungen wie „Take Off!“ sind dabei genau der richtige Schritt in die richtige Richtung.