Heute ist der 7. Mai 2026, und in Altötting wird heiß diskutiert! Der Erörterungstermin zum umstrittenen Windpark fand am 6. und 7. Mai im Kultur- und Kongress-Forum statt. Rund 100 Teilnehmer — dazu gehören Bürger, Verbandsvertreter und Experten — haben ihre Stimmen erhoben und über die 124 eingegangenen Einwendungen gesprochen. Die Diskussion war lebhaft und von leidenschaftlichen Argumenten geprägt, wobei besonders die Bedenken der Anwohner aus Marktl, Schützing und Alzgern zum Tragen kamen. Hier befürchten viele, dass das Projekt ihre Heimat gefährdet.
Im Zentrum der Debatte stehen die Pläne des Projektierers Qair, der insgesamt 27 Windenergieanlagen des Typs Nordex N175 errichten möchte. Diese Giganten sollen mit einer Höhe von 286 Metern die Landschaft prägen und jährlich etwa 320 GWh Strom für die Industrie sowie für rund 90.000 Haushalte produzieren. Das klingt doch nach einer tollen Idee für die Energiewende, oder? Aber nicht alle sehen das so. Die Anwohner haben erhebliche Bedenken geäußert, insbesondere hinsichtlich der Erhöhung der Anlagenhöhe während der Planung – ein Vorwurf, der als Veränderung der Spielregeln interpretiert wird.
Streit um die Unterlagen
Ein weiterer Streitpunkt ist die Vollständigkeit der Antragsunterlagen, die stolze 10.000 Seiten umfassen. Kritiker bemängeln, dass wichtige Baugrundgutachten und Lastberechnungen fehlen. Qair hat bereits zugegeben, dass einige Unterlagen zur Standsicherheit und zum Bodenmanagement nachgereicht werden müssen. Das Landratsamt dagegen sieht die Unterlagen als prüffähig an und hat klargestellt, dass der Termin nicht abgebrochen wird. Ein gewisses Maß an Vertrauen muss also da sein, oder etwa nicht?
Die Bürger fordern zudem einen Fonds oder Garantien für den Fall einer Verunreinigung des Bodens. Im Zusammenhang mit dem Thema Immissionsschutz und Infraschall gab es ebenfalls hitzige Diskussionen. Eine Bürgerin warf ein, dass der Vergleich von Infraschall-Belastungen mit Geräuschen in einem Auto nicht gerechtfertigt sei. Und das Thema „Eiswurf“ sorgte für einige Lacher: Gutachter empfahlen sogar, Helme im Wald zu tragen, falls es zu einem solchen Vorfall kommen sollte.
Der Weg zur Entscheidung
Der Erörterungstermin erstreckt sich über zwei Tage, und bis Mittwochnachmittag war man erst bei Tagesordnungspunkt drei von insgesamt 14 – das ist eine Menge Holz! Die Entscheidung über das Projekt steht noch aus, und das Landratsamt wird die Ergebnisse im Nachgang bewerten. Inzwischen stehen die Zeichen auf Sturm, denn der Ausbau erneuerbarer Energien erfordert Beiträge aus allen Regionen, auch aus dem Landkreis Altötting. Schließlich muss die Teilfortschreibung des Regionalplans die Flächenziele des Windenergieflächenbedarfsgesetzes (WindBG) erfüllen.
Ein Blick auf die Struktur des Regionalen Planungsverbands Südostoberbayern (RPV 18) zeigt, dass dieser für die Regionalplanung in der Region zuständig ist. Er umfasst 151 Städte und Gemeinden, darunter auch die kreisfreie Stadt Rosenheim, und die Verbandsversammlung ist öffentlich. Hier werden wichtige Entscheidungen getroffen, die sowohl für die Bürger als auch für die Umwelt von Bedeutung sind. Ein Zusammenspiel von Politik, Bürgern und Experten ist also unumgänglich, um die Herausforderungen der Energiewende zu meistern.
Das Wind-an-Land-Gesetz (WaLG), das seit dem 1. Februar 2023 in Kraft ist, zielt darauf ab, den Ausbau von Windenergieanlagen an Land zu erhöhen und zu beschleunigen. Ähnliche Entwicklungen sind auch in Nordrhein-Westfalen zu beobachten, wo Flächenziele von 1,1 % der Landesfläche bis 2027 und 1,8 % bis 2032 festgelegt wurden. Das könnte auch für die Diskussion in Altötting von Bedeutung werden, da ein Versäumnis bei der Erreichung dieser Ziele die Steuerungsmöglichkeiten auf kommunaler und regionaler Ebene einschränken könnte.