Heute ist der 25.05.2026 und wir haben Neuigkeiten aus dem benachbarten Deutschland, genauer gesagt aus dem Landkreis Erding. Die Polizeiinspektion Erding hat eine wichtige Warnung herausgegeben: Es gibt ein vermehrtes Auftreten von sogenannten Teerkolonnen, die Grundstücksbesitzer unangemeldet ansprechen. Diese Handwerker bieten ihre Dienste zur Sanierung von Hofeinfahrten oder Wegen an und behaupten, dafür übrig gebliebenen Asphalt von Großbaustellen nutzen zu können. Dabei handelt es sich oft um eine Betrugsmasche, die nicht nur unseriös, sondern auch potenziell schädlich ist.
Die Polizei weist darauf hin, dass die ausgeführten Arbeiten häufig mangelhaft sind und die Qualität den Standards des Straßenbauerhandwerks nicht entspricht. Das kann bedeuten, dass nach kurzer Zeit bereits Schäden auftreten, die dann nur schwer behoben werden können, da die Anbieter in der Regel nicht mehr greifbar sind. Ein weiteres Problem: Die Geldforderungen übersteigen oft die ursprünglich vereinbarten Beträge, und bei Zahlungsverweigerung kann es zu aggressivem und einschüchterndem Verhalten der Handwerker kommen. Daher rät die Polizei eindringlich, solche Angebote an der Haustür abzulehnen und keine Bargeld- oder Überweisungen vor Ort zu leisten. Wer sich in einer solchen Situation bedroht fühlt, sollte umgehend den Notruf 110 wählen. Verdächtige Wahrnehmungen können außerdem unter der Telefonnummer 08122/968-0 der Polizeiinspektion Erding gemeldet werden.
Betrugsmasche im Detail
Die Handwerkskammer für Unterfranken schließt sich dieser Warnung an und hebt hervor, dass es sich bei diesen Teerkolonnen oft um illegale Arbeiten handelt. Die Anbieter sind meist nicht in die Handwerksrolle eingetragen und besitzen keine gültige Gewerbeanmeldung oder Reisegewerbekarte. Das bedeutet, dass sie in der Regel keinerlei Gewährleistungsansprüche bieten können, was für die Auftraggeber ein großes Risiko darstellt. Es ist nicht nur eine Frage der Qualität, sondern auch des Vertrauens in die Handwerksbranche, das durch solche Praktiken erheblich untergraben wird.
Ein weiteres großes Problem ist, dass die Firmensitze der Anbieter häufig außerhalb Deutschlands liegen. Das heißt, es werden meist keine schriftlichen Verträge mit ladungsfähigen Adressangaben abgeschlossen. Das macht es für Betroffene nahezu unmöglich, rechtliche Schritte einzuleiten, falls die Arbeiten nicht den Erwartungen entsprechen. Die Handwerkskammer rät deshalb dringend dazu, sich nicht ungeprüft auf solche Haustürgeschäfte einzulassen und bei Zweifeln einen Nachweis über die Eintragung in die Handwerksrolle zu verlangen.
Schwarzarbeit und Ermittlungsinstrumente
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Bekämpfung von Schwarzarbeit in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Das Bundeskabinett hat einen Regierungsentwurf zur Modernisierung und Digitalisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung beschlossen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil betont, dass es wichtig ist, Steuerhinterziehung sowie die illegale Ausübung von Handwerksberufen effizienter zu bekämpfen. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) erhält durch verbesserte Ermittlungsinstrumente und erweiterte Kompetenzen eine schlagkräftigere Rolle.
Die FKS wird künftig mehr Befugnisse zur Telekommunikationsüberwachung erhalten, um Scheinrechnungsbetrug effektiver zu bekämpfen. Auch der Austausch von Informationen zwischen der Polizei und der FKS wird optimiert. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, das Vertrauen in die seriösen Handwerksbetriebe zu stärken und die illegalen Aktivitäten von Teerkolonnen einzudämmen.
Es bleibt abzuwarten, wie diese Initiativen in der Praxis umgesetzt werden und ob sie den gewünschten Effekt erzielen. Sicher ist jedoch, dass die Warnungen der Polizei und der Handwerkskammer ernst genommen werden sollten, um sich und sein Eigentum zu schützen.
