Safe Spaces für Jugendliche: Unterstützung und Hilfe in schwierigen Zeiten
Heute ist der 25. Juni 2026, und in Landsberg am Lech wird eine positive Bilanz des Safe-Space-Angebots auf der Landsberger Wiesn gezogen. Die Initiative, die von der Jugendschutzstelle des Amtes für Jugend, Familie, Bildung und Soziales sowie der Fachstelle für Suchtprävention des Gesundheitsamtes und der Gleichstellungsstelle des Landratsamtes organisiert wurde, hat sich als wertvolle Anlaufstelle für junge Menschen etabliert. Unterstützt wurde das Projekt von der Frauenhausinitiative Landsberg und einem engagierten Awareness-Team aus ehrenamtlichen jungen Erwachsenen. Die Stadt Landsberg hat zudem Toilettenwagen in Sichtweite zum Safe Space bereitgestellt, was sicherlich zur allgemeinen Zufriedenheit beigetragen hat.
Besonders in den Abendstunden war der Safe Space stark frequentiert. Viele junge Menschen suchten dort nach einem niedrigschwelligen Zugang zu Unterstützung und Hilfe. An heißen Tagen war das Angebot von Wasser sehr gefragt, um Überhitzung und kritische Situationen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum vorzubeugen. Die Rückmeldungen der Besucher waren durchweg positiv, was die Fachstellen motiviert, das präventive Schutz- und Unterstützungsangebot fortzuführen. Ein herzliches Dankeschön geht an alle Helferinnen und Helfer, die dieses Projekt möglich gemacht haben!
Safe Space in Apotheken: Ein neuer Ansatz
Eine ähnliche Initiative, die in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnt, sind die sogenannten Safe-Space-Apotheken. Die Jugendbewegung OurGenerationZ (OGZ) hat diese ins Leben gerufen, um Apotheken als Anlaufstellen für Jugendliche in belastenden Situationen zu etablieren. Immer mehr Jugendliche suchen online Rat und fühlen sich oft allein mit ihren Problemen. Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, hat auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die beim Zugang zu Apotheken bestehen. Lara Laurenz, Mitgründerin der OGZ, berichtete von einem Anstieg der Anfragen von Jugendlichen mit psychischen Problemen – ein alarmierendes Signal.
Mittlerweile beteiligen sich über 40 Apotheken bundesweit an diesem Projekt. In diesen Safe-Space-Apotheken können Jugendliche anonym und ohne Vorzeigen ihrer Versichertenkarte Hilfe suchen. Die Anonymität ist ein entscheidender Vorteil, denn sie senkt die Hemmschwelle, sich zu öffnen. Viele Apotheken haben lange Öffnungszeiten und bieten Unterstützung in verschiedenen Sprachen an – das ist besonders wichtig in einer multikulturellen Gesellschaft.
Die Notwendigkeit von Unterstützung
Die steigenden psychischen Probleme bei Kindern und Jugendlichen, insbesondere in ländlichen Gebieten, sind besorgniserregend. Junge Menschen warten im Schnitt etwa 28 Wochen auf einen Therapieplatz. Das ist nicht nur frustrierend, sondern kann auch zu einer Verschärfung der Probleme führen. In Brandenburg etwa gibt es nur 27 Arztsitze für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Henrik Friese, ein 18-jähriger Jugendlicher, hat selbst erlebt, wie wichtig es ist, über Probleme wie Leistungsdruck und das Bedürfnis, dazuzugehören, zu sprechen. Er hat Unterstützung von einem Therapeuten gesucht und betont, wie wichtig solche Gespräche sind.
Juliane Friese, die Mutter von Henrik und Apothekerin in Fredersdorf, hat ihre Apotheke als Anlaufstelle für Jugendliche eingerichtet. Hier bieten sie anonyme Hilfe ohne Termin an. Sie beschreibt ihre Apotheke als „Lotsen“, die Jugendlichen Raum und Zeit geben, um über ihre Sorgen zu sprechen, ohne dabei selbst therapieren oder diagnosetische Entscheidungen treffen zu müssen. Die Apotheken stehen im Austausch mit Schulen, Jugendklubs und psychiatrischen Einrichtungen, um eine effektive Vernetzung zu gewährleisten.
In diesem Kontext wird deutlich, dass sowohl die Safe-Space-Angebote auf der Landsberger Wiesn als auch die Safe-Space-Apotheken wichtige Schritte in die richtige Richtung sind. Sie bieten Jugendlichen in schwierigen Zeiten Unterstützung und einen Ort, an dem sie sich sicher fühlen können. Es bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen weiter ausgebaut werden, um jungen Menschen die Hilfe zukommen zu lassen, die sie dringend benötigen.
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