In der kleinen Gemeinde Fischbachau hat sich etwas ganz Besonderes getan. Der einst düstere Rathausflur erstrahlt nun in neuem Glanz und hat sich in ein charmantes kleines Museum verwandelt. Herzstück dieser Ausstellung ist eine über 100 Jahre alte Miniaturwelt, die eine historische Gebirgsmühle aus Birkenstein zeigt. Diese Mühle ist weit mehr als nur ein Stück Holz – sie erzählt Geschichten und bewahrt ein Stück Kultur. Restauriert wurde sie von dem Heimatforscher Andreas Estner und dem Schreiner Martin Schwaiger, die damit eine wichtige Aufgabe übernommen haben. Es ist wirklich beeindruckend, wie viel Hingabe in dieser Arbeit steckt.

Die Eigentümer der Gebirgsmühle, Kerstin und Michael Hofberger, hatten die Mühle seit 2015 eingelagert, da sie keinen Platz für sie fanden. Trotz mehrfacher Anfragen von Sammlern und Museen blieben sie standhaft und wollten, dass die Mühle in Fischbachau bleibt. Der Kontakt zwischen den Hofbergers und Schwaiger entstand beim Viehhandel – eine persönliche Verbindung, die letztendlich zur Rettung dieses historischen Objekts führte. Die Restaurierung hatte das klare Ziel, die Mühle zu konservieren und nicht die Mechanik wieder in Betrieb zu nehmen. Dabei haben die Restauratoren darauf geachtet, die Originalität des Stücks zu bewahren, indem sie lose Teile befestigten und die Mühle gründlich reinigten.

Ein Blick in die Geschichte

Besonders spannend ist, dass ein Bildschirm im Museum einen sechseinhalbminütigen Film zeigt. Aufnahmen aus dem Jahr 1957 zeigen Josef Matt, einen invalider Landwirt, der die Gebirgsmühle vorführt. Er arbeitete seit 1918 an dieser Mühle und präsentierte sie ab 1928 auf Märkten und Volksfesten. In einer speziellen Bude in Birkenstein konnten die Besucher damals die Figuren in Bewegung setzen – ein echter Hingucker und ein Erlebnis für Groß und Klein. Infotafeln, die an den verschlossenen Bürotüren angebracht sind, informieren über die Geschichte der Gebirgsmühle und ihres Erbauers, was das Museum noch lebendiger macht.

Der Bürgermeister von Fischbachau, Stefan Deingruber, hebt hervor, dass die Gebirgsmühle ein Stück Fischbachauer Geschichte ist und kein Eintritt verlangt wird. Das ist besonders bemerkenswert, denn so bleibt das Museum für alle zugänglich. Die Restaurierung hat das Interesse an der Mühle neu entfacht und das Museum im Rathaus belebt. Es ist toll zu sehen, wie Geschichte nicht nur bewahrt, sondern auch neu erzählt wird.

Restaurierung als Kunst

Die Profession der Restauratoren ist ein faszinierendes Feld. Am Deutschen Historischen Museum, zum Beispiel, sind die Restaurierungswerkstätten von einer beeindruckenden Vielfalt geprägt. Diese Vielfalt ist notwendig, um den unterschiedlichen Objekten gerecht zu werden. Die Objekte selbst erzählen auch von einer langen Geschichte – viele stammen aus der ehemaligen Sammlung des Museums für Deutsche Geschichte. Nach der Schließung des Museums in der DDR 1990 wurden diese Bestände an das DHM übergeben. Dort arbeiten die Restaurator*innen daran, die Objekte zu erhalten, indem sie die optimalen Bedingungen schaffen, die diese benötigen – sei es Licht, Luftfeuchtigkeit oder die richtige Präsentation in Ausstellungen.

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Es ist eine Kunst für sich, die Materialien zu erforschen, ihre Authentizität zu überprüfen und die richtige Datierung vorzunehmen. All das spielt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, die Geschichte lebendig zu halten. Ein Blick in die Restaurierungswerkstätten zeigt, wie viel Arbeit und Leidenschaft in der Erhaltung unseres kulturellen Erbes steckt. Und das gilt nicht nur für große Museen, sondern auch für lokale Initiativen wie in Fischbachau.

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